ADORF / Ev. Kirche St. Johannes der Täufer / Taufstein
Ev. Kirche St. Johannes
der Täufer. Einheitliche, gewölbte
Pfeilerbasilika der 2. H. 12. Jh.,
die sich abgesehen von der Kirche in >> Twiste durch ihre
beeindruckende Größe deutlich von den anderen romanischen
Kirchenbauten der Region unterscheidet. – Im gebundenen System
errichtet mit drei Mittelschiffjochen und entsprechend jeweils sechs
Seitenschiffjochen auf niedrigen Pfeilern, Chor über ungefähr
quadratischem Grundriss und halbrunde Apsis; von den Seitenschiffapsiden nur die
nördl. erhalten. Kräftiger vorgebauter Westturm mit
Pyramidenhelm. Das Äußere in gutem Quaderwerk, ganz schlicht
und streng; der Turm nur mit wenigen Öffnungen; im Glockengeschoss
Biforien mit Sattelkämpfern, am Obergaden über den
Strebepfeilern Blendarkaden. An der Hauptapsis Rundbogenfries. – In
Mittelschiff und Chor Kreuzgratgewölbe auf starken Gurt- und
Schildbögen über Wandpfeilern. Der Triumphbogen ruht auf
vorgelegten Säulen über hohem Sockel; in den schmalen
Seitenschiffen Kreuzgratgewölbe ohne Gurtbögen. Die
unterschiedliche Ornamentik der Kämpferzonen in den charakteristischen
Formen der 2. H. 12. Jh., unter Verwendung einzelner
älterer Motive (vgl. etwa St. Godehard in Hildesheim /
Niedersachsen). – Spätgotische
Sakramentsnische mit originalem
Gitter. Die mit einem handwerklich gemalten
luth. Bildprogramm mit Szenen aus AT und NT
bemalten Emporen von 1713 (Inschrifttafel im
Turmobergeschoss) bei der Renovierung 1964 entfernt; Teile an der Westempore, am
Chorgestühl und im Turmobergeschoss erhalten (weitere Teile auf dem
Dachboden deponiert).
Altaraufsatz mit Abendmahlsgemälde
E. 17. Jh. in der Art des J. W. Brützel.
Taufstein bez.
1662.
Kanzel mit Intarsien und Waldecker Stern,
bez. 1610. Überlebensgroße
Lutherstatue, weiß bemalte
Bronzefigur, sign. E. Paul,
Nachguss des Lutherdenkmals vor der Nicolaikirche in Döbeln
(Sachsen II) von 1903.
Truhe bez. 1687.
Zwei
Glocken
1508 und 1522, letztere von Meister Hartlef.

