AUGSBURG / Domkirche Mariä Heimsuchung / Epitaph
Domkirche Mariä Heimsuchung (
Frauentorstr. 1
)
Baugeschichte
Bei
Grabungen 1979/80 kamen unter der Westkrypta Reste spätantiker und vorkarolingischer Gebäude zum Vorschein. Dort gefundene
Flechtwerksteine dürften zum 807 geweihten
karolingischen Dom Bischof Simperts gehört haben. Von
den Domen des 8. bis 10. Jhs. ist im aufgehenden Mauerwerk nichts
nachzuweisen. Dendrochronologische Untersuchungen 2007 ergaben, daß der
Westchor, das Querhaus und das Mittelschiff im ersten Jahrzehnt des 11. Jhs. errichtet wurden; Weihe erst 1065. Die Krypta wohl Mitte des 12. Jhs. nach
Osten erweitert. Turmobergeschosse zweite Hälfte 12. Jh., ihre Giebel um 1200.
Unter Kustos Konrad von Randeck Beginn der gotischen
Erweiterung und Umgestaltung. 1326
Andreaskapelle, 1329 Hilariakapelle am
südlichen Querschiff. Ab 1321 Neubau und
Wölbung von Westchor und Langhaus, Verdoppelung der Seitenschiffe, 1343 nördliches Chorportal. 1356 Grundsteinlegung für den bestehenden Ostchor
durch Bischof Markward von Randeck. Mehrfacher
Planwechsel. 1382 Meister Hans der Palier
zu Unser Frauen urkundlich erwähnt. 1396 stehen die inneren Pfeiler, 1410
wird die Wölbung begonnen, 1413
geschlossen, 1431 der Chor geweiht. 1444 Einbau
der Chorsakristei auf der Nordseite, 1488/89 Erhöhung des Südturms unter Mitwirkung von Burkhard Engelberg, der 1501 die
Schranken des Westchors vollendet. Um 1510 die nordwestliche Umgangskapelle des Ostchors für
Sakristeizwecke umgebaut.
Nach den
Zerstörungen des Bildersturms und der Schließung des Doms (1537–1547) allmähliche Neuausstattung im
Zuge der Gegenreformation. 1564 Erhöhung
des Nordturms, Anfang 17. Jh. Verstrebung des Südturms durch Elias Holl. 1655–1658 barocke Erneuerung des Innern und der Ausstattung. Von
den Kapellenanbauten des späten 17. und frühen 18. Jhs. blieb nur die
Marienkapelle am nördlichen Seitenschiff erhalten. 1808/09 Abbruch aller
Bauten südlich des Doms und Anlage eines Parade- und Exerzierplatzes. 1852–1863 Purifizierung und Neueinrichtung
im Sinne der Neugotik. 1934 Reduktion
der neugotischen Ausstattung, Freilegung und Wiederherstellung der farbigen
Fassung des gotischen Baus. Im Zweiten Weltkrieg Schäden an der
Marienkapelle und im östlichen Teil des nördlichen Kreuzgangflügels. Im 19. und 20. Jh. laufende Sanierungs-
und Restaurierungsarbeiten, vor allem an den in Sandstein ausgeführten
Teilen. Letzte umfassende Innenrestaurierung 1983/84.
Lage und Bedeutung
Der Dom liegt am Südrand der römischen Stadt, in der Mitte der
mittelalterlichen Bischofsstadt, auf einer leichten Anhöhe nördlich der
Bürgerstadt. Im Norden und bis 1808/09 im Süden von Kreuzgängen und Anbauten
eingefaßt, stößt er im Osten energisch gegen die Reichsstraße vor, die ihm
bogenförmig ausweichen muß.
Der Bau besteht aus zwei deutlich verschiedenen Hauptteilen: Dem hohen
gotischen Chor im Osten und dem niedrigeren ottonischen Langhaus samt
Westteil und gotischen Um- und Zubauten. Der in Bruchsteinmauerwerk unter
starkem Tuffsteinanteil aufgeführte ottonische Dom war eine doppelchörige
Basilika mit Querhaus und Krypta im Westen, dreischiffigem Langhaus zu neun
Pfeilerarkaden, flachen Decken, östlichem Turmpaar und Haupteingängen
zwischen Apsis und Türmen am Ostende der Schiffe. Der Hauptchor lag bis zum
Bau des gotischen Ostchors im Westen. Die Mittelschiffenster ehem. kleiner
und in anderer Achsenstellung. Die seitlich an das Ostjoch der Seitenschiffe
angefügten Türme fluchten mit der Stirnwand der Querschiffe. Erhalten
blieben die Fundamente der Westapsis, die Westkrypta und die Querschiffe,
das Mittelschiff bis zur Dachhöhe, die Anlage der inneren Seitenschiffe, die
Untergeschosse der Türme und der Ansatz der Ostapsis. Alle Einzelformen von
großer Einfachheit und Schlichtheit, das Ganze von weiten räumlichen
Verhältnissen. In seiner ausgewogenen Gruppierung und kubischen Strenge
gehörte der ottonische Dom zu den hervorragenden Leistungen seiner Zeit in
Süddeutschland.
Durch die Um- und Neubautätigkeit des 14. und 15. Jhs. wurde der Dom nicht
nur beträchtlich erweitert, sondern neu orientiert und interpretiert. Die
gotischen Teile aus Ziegelstein, die Schmuckglieder aus Sandstein. Ziel des
Bauwerks ist jetzt der ausgreifende Kathedralchor im Osten mit dem Kranz
polygonaler Kapellen. Seine beherrschende Stellung wird gesteigert durch den
Gegensatz zum blockhaft vereinheitlichten, breit gelagerten Langhaus. Die
Osttürme üben zusammen mit den fassadenartigen Prachtportalen die Funktion
von akzentuierenden Zwischengelenken aus. Das Ergebnis ist eine stufenweise
Belebung und Steigerung der Baumasse auf das Chorhaupt hin anstelle der
statischen Ausgeglichenheit des ottonischen Doms.
Baubeschreibung
Äußeres
Der auf drei Seiten freistehende Ostchor beträchtlich höher und lebhafter
gegliedert als der übrige Bau. In den unteren Teilen reiche Dekoration, die
oberen vereinfacht. Im Osten auf halbkreisförmigem Gesamtsockel sieben
radiale Chorkapellen mit dreiseitigen Schlüssen. Nach Westen folgt je eine
doppeljochige Rechteckkapelle und ein Portalbau, am Übergang zum
Kapellenkranz ein oktogonaler Treppenturm. Zwischen den Kapellen starke
Strebepfeiler mit Zinnengiebel, zwischen den Polygonalwänden schwächere
Strebepfeiler mit vorgeblendeter Fiale. Hohe, lanzettförmige Maßwerkfenster.
An der Strebe zwischen der nördlichen und nordöstlichen Polygonalkapelle
Figur eines Ritterheiligen in einer Wimpergarkade, wie die Figuren der
Südseite Nachbildung um 1900. Auch das Blendmaßwerk der südlichen
Rechteckkapelle damals erneuert. Über den seitlichen Polygonalkapellen und
auf der Süd- und Nordseite wegen der hochgezogenen Dächer niedriger
Obergaden mit kleinen Fenstern. Statt offener Strebebogen massive
Stützmauern. Alle Wandflächen weiß verputzt, unterhalb der Dachtraufe
gemalter Maßwerkfries, erneuert.
Das Nordportal von der Substanz her eine moderne Kopie. Die verwitterten
Originale an verschiedenen Stellen des Dominnern und des Kreuzgangs
untergebracht, das Tympanon auf der Rückseite des Portals. Schauwandartige
Nische zwischen zwei Strebepfeilern, oben nachträglich mit einer Tonne
geschlossen. Im unteren Teil reich profiliertes Spitzbogenportal mit
Mittelpfeiler, Archivolten, Konsolen, Baldachinen, Figuren und
dreistreifigem Tympanon. Auf der Konsole des Mittelpfeilers Bauinschrift,
bez. 1343, und Muttergottesfigur. Im Tympanon Anbetung der Könige, Geburt
Christi und Verkündigung, Tod und Krönung Mariä. Obere Hälfte der Wand in
fünf tiefe Spitzbogenblenden aufgelöst. Das Skulpturenprogramm in der
Nischenarchitektur und über dem Portalbogen stellt Maria als Thron
Salomonis, umgeben von Propheten, Tugenden und Löwen, dar. –
Portalfigurenund
Tympanon lassen sich mit dem
Datum
1343 verbinden. Sie sind späte
Abkömmlinge der Bildwerke am Westbau des Straßburger Münsters und ihrer
Nachfolge (Rottweil, Schwäbisch Gmünd). Die stilistisch späteren Skulpturen
des Salomonischen Throns wohl Bildhauern zuzuweisen, die
ab
1356am Südportal des Doms tätig waren.
Der heutige Zustand läßt den künstlerischen Rang des Portals nicht mehr
ahnen.
Das prächtige Südportal ist der Bürgerstadt zugewendet. Unter Einbeziehung
der Strebepfeiler entstand eine fassadenähnliche Vorhalle, deren Stirnwand
mit Maßwerkblenden, Friesen und Zinnen geschmückt ist. Die
Figuren durch Verwitterung stark beschädigt, teilweise
nach alten Vorlagen um 1900 neu
geschaffen. Auf der Stirnseite des westlichen Strebepfeilers
Schutzmantelmadonna und weibliche Heilige, auf dem östlichen Strebepfeiler
Verkündigung (erneuert), darüber Bischofsfiguren und Jüngstes Gericht
(erneuert). Die Archivolten der Quertonne über der Portalnische sind mit 24
Propheten und Patriarchen in drei Reihen besetzt. In den Gewänden stehen die
Apostel, zu ihren Füßen Wappenschilde Augsburger Zünfte und Stifterfamilien.
Am Sockel des hl. Andreas im östlichen Gewände Wappenzeichen der Parler.
Majestätische Madonna am Mittelpfeiler, wohl unmittelbar von Frankreich
angeregt. Dreireihiges Tympanon mit ausführlicher Darstellung des
Marienlebens unter zierlichen Baldachinen. In den Archivolten 36 Sitzfiguren
der Vorfahren Christi. An den Türflügeln zwei
Löwenköpfe aus
Bronze, wohl Ende 12. Jh. (Abgüsse). – Der Zahl der Skulpturen
nach das größte Kirchenportal des 14. Jhs. in Süddeutschland, entstanden
wohl zu Beginn des Chorneubaus 1356. Der Vergleich mit dem Nordportal von
1343 läßt den Wandel der deutschen Plastik um die Mitte des 14. Jhs.
erkennen. Die ausgeglichenen Proportionen, die Individualisierung der
Gesichter und die massigere Körperbildung ordnen die Figuren dem
„parlerzeitlichen“ Stil der Chorskulpturen in Schwäbisch Gmünd zu. Auch die
Stellung der aufwendigen Ostportale zwischen dem hallenartigen Langhaus und
dem reichgestalteten Chor, flankiert von Türmen (in Schwäbisch Gmünd
eingestürzt) verbindet die beiden Bauten.
Die viereckigen Türme im Untergeschoß aus Bruchsteinen gemauert und mit
Lisenen und zwei Bogenfriesen gegliedert. Obergeschoß aus Ziegelstein, mit
Lisenen und Bogenfries aus Haustein und je drei Klangarkaden auf Säulen.
Hoher Dreiecksgiebel mit teilweise erneuerten Maßwerkfriesen. Steiler,
achteckiger Helm. – Im Nordturm zwei
Glocken (sog.
Theophilus-Glocken) in Form eines Bienenkorbs, 11. Jh.
Das Langhaus erst seit der Freilegung des Doms von Süden her überschaubar.
Durch die Verdoppelung der Seitenschiffe entstand ein breitgelagerter
Baukörper, dessen äußeres Schiff auf der Nordseite durch Auflassung des
südlichen Kreuzgangflügels gewonnen wurde. Über den Strebepfeilern des
südlichen Seitenschiffs Zinnengiebel, hinter denen quergestellte
Satteldächer mit verborgenen Strebebogen zum Mittelschiff führen.
Hochschiffwand schmucklos, die urspr. Fenster vermauert. Im dritten Joch von
Westen neugotisches Brautportal von 1863; mit
Tympanon
1877 von Johann Nepomuk
Hauttmann. Die um 1065
entstandenen, ottonischen
Bronzetürflügel
1991 in das >> Diözesanmuseum
verbracht und durch das Bronzeportal von Max
Faller ersetzt.
An Querhaus und Westchor bezeichnet ebenfalls der Wechsel des Steinmaterials
die Bauperioden. Sparsame Gliederung durch kräftige Strebepfeiler, Gesimse
und Spitzbogenfriese. Südgiebel des Querschiffs im 19. Jh. erneuert,
darunter siebenbahniges Fenster und erneuertes Portal.
Inneres
Der Ostchor weitet sich hinter der fensterlosen Zone zwischen den Türmen in
fünf Schiffe, deren mittleres basilikal überhöht ist. Vier Joche, Umgang und
Kapellenkranz bei kompliziertem Chorschluß: die östliche Stirnwand steigt
unmittelbar über dem Scheidbogen der Achsenkapelle auf, so daß vom Umgang,
unter Wegfall eines östlichen Jochs, nur zwei verzogene dreiteilige Gewölbe
zwischen Hochchor und Kapellenkranz übrig bleiben. Stirnwand in ein großes
Maßwerkfenster aufgelöst. – Im Hochchor Kreuzrippengewölbe, im Schluß auf
Blattkonsolen, in den geraden Jochen auf dreifachen Diensten (urspr.
Bündelpfeiler) über Blattkranzkapitellen. Schlußsteine mit Wappen und
dekorativer Malerei. Die Rippengewölbe des Umgangs auf Diensten, zwischen
den Polygonalkapellen Rundpfeiler mit Wandzungen. – Nördliche
Rechteckkapelle und östlich anstoßende Polygonalkapelle auf halber Höhe als
Sakristei abgemauert und mit Maßwerkbrüstung abgeschlossen. Auf der Südseite
zweischiffige Staffelhalle. – Der innere, um wenige Stufen erhöhte
Chorbereich ist durch (1960 teilweise erniedrigte) Schranken mit Portalen,
Dreisitz, Sängertribüne, Weiheinschrift und Maßwerkbrüstungen von feiner,
reicher Steinmetzarbeit ausgeschieden. Auf der Südseite neugotische
Orgelempore
um 1850,
Prospekt auf der Nordseite
1904. – Das französische System des gotischen
Kathedralchors wird in der Chorschlußbildung nicht nur reduziert, sondern
originell abgewandelt. Das große Ostfenster erhält die Aufgabe eines
Blickfangs mit bildmäßiger Wirkung, der durch verkürzten Polygonalschluß
entstandene Scheinumgang vor der Achsenkapelle wird zur raumhaltigen
Sockelzone.
Das Erscheinungsbild des Langhauses wird durch den Gegensatz zwischen dem
ottonischen Kastenraum und dem aufgelegten Wölbungsapparat der Gotik
geprägt. Das wandbetonte Mittelschiff durch den Einzug der Gewölbe niedriger
gemacht, stärker rhythmisiert und mit den doppelten Seitenschiffen zusammen
dem zeitgemäßeren Typus des breitgelagerten Einheitsraums angenähert. Die
Kreuzrippengewölbe unterhalb der einstigen Flachdecke gehen von fünfseitigen
Vorlagen mit Diensten und Laubkranzkapitellen aus. Eine rote Quaderung auf
gelblich getöntem Grund überzieht Wände und Gliederung und vereinheitlicht
die Räume. Die gekehlten Rippen farbig gefaßt, die großen Schlußsteine mit
weitausgreifendem Blattwerk und figürlicher Malerei umgeben. Im ersten bis
vierten und siebten Schlußstein des Mittelschiffs von Osten Propheten, im
fünften Joch einbeiniger Meermann, im sechsten Laubkranz, im achten Wappen
Randeck, im Westjoch Johannes der Täufer. Das Programm ist auf den Westchor
ausgerichtet. Unter den Fenstern und im nördlichen Seitenschiff ottonische
gemalte Mäanderfriese freigelegt, im Mittelschiff durchsetzt mit
Brustbildern in römischer Manier und Vögeln mit Blumendekorationen. – Die
freien, lichten Seitenschiffhallen durch Rundpfeiler unterteilt. Die
Kreuzrippengewölbe ruhen an den Mittelschiffarkaden auf Diensten mit
Blattkapitellen, an den Außenwänden auf Blatt- und Maskenkonsolen.
Schlußsteine und Gewölbemalereien symbolisieren den Sieg über das Böse.
Im Westbau greift der um mehrere Stufen erhöhte Chor in das westliche
Mittelschiffjoch ein, durch reich profilierten Gurtbogen vom übrigen
Langhaus getrennt. Die Kreuzrippen des Gewölbes gehen von phantasievoll
gebildeten Konsolen mit figürlichen Motiven, Masken und Blattwerk aus. Auf
den Schlußsteinen in den Querschiffen die Evangelisten, in der Vierung
Christus, im Westchor die Muttergottes. Die Skulpturen des Westbaus besitzen
hohen künstlerischen Rang. – Wände mit rot-weißer Quaderung, oben Reste des
ottonischen Mäanderfrieses. Im Unterteil der polygonalen Apsis die urspr.
Rundung des ottonischen Baus. An den Vorlagepfeilern des westlichen
Langhauses und den Zwischenmauern gegen das Mittelschiff und das nördliche
Querschiff lateinische Bauinschriften des Kustos Konrad von Randeck. –
Chorschranken
1501 von Burkhard Engelberg.
Gegen die Querschiffe zweigeschossig, unten Blendarkaden mit durchsteckten
Profilen, darüber virtuose Füllung aus wellenförmig bewegten Fischblasen in
strenger Ordnung, oben Maßwerkbrüstung. – Im Chorinnern Pforte zur
Hilariakapelle mit eingemeißelter
Inschrift in der Laibung,
um 1230.
Die 1979–1981 wiederhergestellte Krypta als Grabstätte der Augsburger
Bischöfe bestimmt. Im älteren Westteil vier schwere Säulen mit hohen
Sockelringen und schmucklosen, trapezförmigen Kapitellen. Halbrunde
Altarnische im Scheitel der Westapsis, zweite Apsis auf der Ostseite
rekonstruiert. Auf der Süd- und Nordseite Reste von Apsidiolen, nach Osten
gerichtet, und ehem. Zugänge aus den Querschiffen. –
Gewände
des südlichen Durchgangs zwischen beiden Krypten mit Palmetten und
Flechtwerk, zweite Hälfte 12. Jh. –
Ostteil
wohl Mitte 12. Jh. Niedrige, vierschiffige Halle von sechs Jochen mit
Kreuzgratgewölben. Kurze Säulen mit Würfel- und Kämpferkapitellen, Basen
verschiedener Form und wohl auch Herkunft, einige mit einfachen Ecksporen.
Östliche Zugänge modern.
Ausstattung
Vom Mittelalter wenige, jedoch bedeutende Stücke erhalten. Der im 16. Jh.
erreichte Bestand durch den Bildersturm dezimiert oder in der Barockzeit
ersetzt. Die Restauration des 19. Jhs. beseitigte die Barockausstattung, die
Lücken mit Stücken aus anderen Kirchen Augsburgs und der Umgebung gefüllt,
anderes aus dem Handel erworben.
Ostchor
Hochaltar, Bronze, 1962 von Joseph Henselmann, 1985 durch seitliche Figuren erweitert. –
Glasgemälde des Achsenfensters im Obergaden
1954 von Joseph
Oberberger. –
Gestühl
um 1430, im ganzen einfach gehalten. An den Wangen der vorderen
Reihe allegorische Darstellungen, die Wangen der Rückwand im >>
Diözesanmuseum. –
Figuren: Hl. Ulrich, am Choreingang, Arme
und Attribute ergänzt, wohl Mitte 14. Jh., aus dem Kunsthandel
–
Muttergottes mit auf Handorgel spielendem Engel, am
südlichen Eingangspfeiler, schwäbisch, um 1480/90. –
Ecce homo, an der Rückwand des Pfeilers, um
1630/31 von Georg Petel, aus
der >> Dominikanerkirche, schon von Sandrart 1675 als eines der vornehmsten Werke des Künstlers
erwähnt, ausdrucksgewaltig in seiner hochbarocken Körpersprache, in seiner
originalen Fassung der Farbigkeit eines Rubens- Gemäldes vergleichbar. Dahinter Reste von
Wandmalerei, vielleicht zu einem Thron Salomonis gehörig,
um 1430/50. –
Orgelgehäuse auf dem südlichen
Sängerchor, neugotisch,
Vorderprospekt
1903/04,
Rückprospekt
um 1860. – Darunter
Inschrifttafel zum Andenken
an den Besuch des Papstes Pius VI.1782, von Ignaz Ingerl, von
goldgefaßten Papstinsignien gekrönt. –
Ölberg
an der Außenseite der südlichen Chorschranke, Gehäusearchitektur Burkhard Engelberg zugewiesen, um
1500.
Tonfiguren
1591 von Veit Eschay. –
Anbetung der Könige, in einer Nische an der südlichen
Außenwand der Chorschranke, schwäbisch, um 1591,
schmiedeeisernes
Gitter
Ende 17. Jh.
Chorkapellen
A. Lukaskapelle. Offener Hallenraum. – An der Ostwand
Freskenreste: Apostel(?), um 1400,
Ornamente
um 1600. – Stattlicher, dreigeschossiger
Altar
aus Tridentiner Rotmarmor, um 1595 errichtet durch
Fürstbischof Johann Otto von Gemmingen. Im
Mittelfeld Relief des Gnadenstuhls nach Altarbild in der Chorsakristei,
daneben Petrus, Paulus und die Evangelistensymbole; darüber Christus in der
Vorhölle, hl. Jakobus d. Ä., Kaiser Heinrich; als Bekrönung Maria mit Kind;
in der Predella Opfer Abrahams und Eherne Schlange.
Antependium: Verkündigung, Anfang 17. Jh. Im
Boden
Grabstein des 1598 gest. Stifters. –
Schmiedeeisernes
Gitter
1686. – In der Südwand links des Portals
Grabmal
des Bischofs Hartmann, Graf von Dillingen, gest.
1286, mit Kirchenmodell.
B. Antoniuskapelle. An der Westwand Proben der früheren Wandtünchungen. –
Altar mit spätgotischen Teilen und
neugotischem Aufbau.
Tafelbild: Muttergottes
zwischen zwei Päpsten, auf den Flügeln innen hl. Ulrich und hl. Wolfgang,
außen kleinere Heiligenbilder, schwäbisch, um 1500 ( Gumpolt Giltlinger ?). Predella:
Holzrelief mit Auferstehung Christi, schwäbisch, um
1490. –
Gemälde: Kreuzigung Christi, um
1660 von Johann Heinrich
Schönfeld, bez. –
Grabmal des
Fürstbischofs Alexander Sigmund von Pfalz-Neuburg,
gest. 1737, am Sockel bez. Joh. Jos.
Gisshaimer. – Schmiedeeisernes
Gitter
1709.
C. Annakapelle. Im neugotischen Altaraufbau Figur der
hl. Anna
selbdritt, fränkisch, um 1500. Auf den Flügeln
Heilige in
Flachrelief, um 1500: innen Sebastian
und Katharina, außen Hieronymus und Augustinus.
Tafelbild:
Anbetung der Könige, fränkisch, um 1510/20. – Schmiedeeisernes
Gitter
1681.
D. Konradkapelle.
Gewölbemalerei: Marienkrönung, um
1420. – Im
neugotischen
Altar bedeutendes
Tafelbild aus Freising: Mariä Heimsuchung, in raumtiefer
Landschaft, von dem danach benannten Meister der
Freisinger Heimsuchung, um 1475. Darüber
Holzrelief Geburt Christi, schwäbisch-fränkisch, um
1500. –
Grabplatte des Bischofs Wolfhard
von Roth, gest. 1302. Ausgezeichneter Bronzeguß,
am Fuß Inschrift: Otto me cera fecit, Cunratque per
era, wonach Meister Otto
das Werk in Wachs modellierte und Meister
Konrad in Erz gegossen hat. Dem Stilempfinden der Gotik
entsprechend wird die Hinfälligkeit des Leibes und der Gesichtsausdruck des
Toten in streng vergeistigte Form übertragen. –
Grabmal des
Fürstbischofs Johann Egolf von Knöringen, gest.
1575, von Paul Mair1576. –
Epitaph für Christoph und
Ursula vom Berg, bez. mit Monogramm MS, um 1579. – Schmiedeeisernes
Gitter
1691.
E. Gertrudkapelle. An ihrer Stelle stand vor dem Chorneubau die
Stiftskirche St. Gertrud. –
Glasmalerei im Mittelfenster
gegen 1415, dem Meister des
Astaler-Fensters in der Münchener Frauenkirche zugeschrieben.
In Medaillons Dornenkrönung, Geißelung und Kreuztragung Christi, im Maßwerk
die Auferstehung mit zwei Marien. Die seitlichen
Fenster
1962 von Joseph Oberberger.
– Im zweigeschossigen Altarschrein feingliedrige
Schnitzgruppe: Marientod, dem Meister des Mörlin-Epitaphs nahestehend, um
1510, aus >> kath. Hl. Kreuz, auf den Flügeltafeln die
10 000 Märtyrer und die 14 Nothelfer, außen Gregorsmesse und hl. Hieronymus,
von einem unbekannten Augsburger Maler dieser Zeit. Darüber
Schnitzgruppe: Marienkrönung, aus Unterzeismering am
Starnberger See, auf den (nicht zugehörigen?) Flügeln Allerheiligen, außen
stehende Heilige, Leonhard Beck
zugeschrieben, um 1520. –
Rotmarmorepitaphien
von Hans Beierlein (Peurlin) d. J., die
traditionelle Kompositionstypen in bildmäßige Reliefs verwandeln:
links für Bischof Friedrich von
Hohenzollern, gest. 1505, restauriert 1583, mit Kreuzigungsgruppe, hl. Andreas
und Stifter im Kircheninnern, bez. M. Hans Beirlin.
B. V. A, außen hl. Ulrich und hl. Afra;
rechts
für Bischof Heinrich von Lichtenau, gest. 1517, mit
Christus am Ölberg, hl. Andreas und dem Bischof, ausgeführt um
1507. Darüber Fragmente dekorativer
Architekturmalerei, bez.
1558. – Schmiedeeisernes
Gitter
1692.
F. Augustinuskapelle . Im
Altar Tafeln aus der Gegend von
Steingaden mit Szenen aus dem Marienleben, teilweise nach Holzschnitten von
Albrecht Dürer, auf den Flügeln außen
Hl. Sippe, schwäbisch-fränkisch, um 1520. –
Links
Grabmal des Bischofs Peter von
Schaumberg, gest. 1469. Auf der Tumba
Sandsteinplatte mit Darstellung des verwesenden Leichnams, davor die
eigentliche Grabplatte mit Bronzeinschrift. Zwei weitere Gedenktafeln an und
über der Tumba.
Grabplatte und obere Gedenktafel schon 1467 fertiggestellt, die
anderen
Teile
um 1469, Hans
Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben. –
Rechts
Grabmal für Bischof Johannes Graf von
Werdenberg, gest. 1486, wohl von Hans Beierlein (Peurlin) d. J. mit Darstellung
des Verstorbenen; an der Tumba Wappenreihe. – Schmiedeeisernes
Gitter
1692.
G. Wolfgangskapelle. Im
neugotischen
Altaraufbau prächtiges
Tafelgemälde von Christoph
Amberger, 1554: Thronende Muttergottes zwischen
den Bistumspatronen Ulrich und Afra, unten sieben Begleitfiguren aus der
Afralegende, auf das von Hans Holbein
d. Ä. 1508/09 gemalte Tafelbild des Choraltars zurückgehend,
das im Bildersturm zerstört wurde; urspr. auf dem Bronzealtar im Ostchor.
Seltenes Beispiel für die Verbindung altdeutscher Bildtradition mit dem
Figuren- und Farbideal der italienischen Renaissance. –
Marmorgrabdenkmal in italienisierendem Barock für
Fürstbischof Johann Christoph von Freyberg, gest.
1690, unter Johann Jakob Herkommer1713 in Füssen geschaffen. – Unter dem
Mittelfenster
Epitaph für Weihbischof Sebastian
Breuning, 1605 von Christoph Murmann d. J. – Schmiedeeisernes
Gitter
1696 von Georg Schaferler.
H. Chorsakristei. Außen
Grabmal für Fürstbischof
Joseph, Landgraf von Hessen-Darmstadt, gest.
1768, von Paul Sebastian
Ingerl. – Innen Altar mit Gemälde: Gnadenstuhl, in der
Predella Madonna, Umkreis von Peter Candidum 1590. –
Gemälde:
Synode im Augsburger Dom 1610, von Thomas
Maurer, 1616.
Hl. Johann Nepomuk,
1729 von Johann Georg
Bergmüller. – Fassaden der
Paramentenschränke
17. Jh., der westliche
Schrank
1581. Die Kunstgegenstände teilweise im >>
Diözesanmuseum.
Langhaus
Wandmalereien: Die drei Frauen am Grab, an der Südseite des
östlichen Westchorpfeilers, um 1430, dazwischen Fragment eines
Erbärmdechristus, um 1360.
–
Glasgemälde:
In fünf Fenstern der südlichen Mittelschiffhochwand frontal
stehende
Propheten: Jonas, Daniel, Hosea, David, Moses (um 1550 weitgehend erneuert); Rest einer
größeren Reihe, nach 1132.
Der feierlich ernste Linienstil und die großflächige Farbigkeit entsprechen
am nächsten Zwiefaltener Buchmalereien des frühen 12. Jhs. Als der älteste
erhaltene Zyklus großen Formats lassen sie den hohen Stand der süddeutschen
Glasmalerei der Hochromanik erkennen. – Im mittleren
Fenster
des nördlichen Seitenschiffs: Verkündigung, Geburt Christi und
Marienkrönung, Peter Hemmel von Andlau
zugewiesen, nach 1493. – Im südlichen Seitenschiff fünf
Scheiben, urspr. in >> St. Ulrich und Afra, nach
Hans Holbein d. Ä., um
1500: hl. Ursula mit kniender Nonne, thronende Muttergottes
(Gesicht neu) mit hl. Joseph und anbetenden Königen.
Altäre: Herz-Jesu- und Sakramentsaltar an der Ostwand des
südlichen Seitenschiffs 1991.
Sandsteinantependium mit Blendmaßwerk, ehem. Rückwand des
Ostchoraltars-Stipes, 1497. – Kreuzaltar an der Ostwand des
nördlichen Seitenschiffs.
Großer Kruzifix, fränkisch,
um 1520. Die
schwebenden Engel stark
überarbeitet, Ende 15. Jh.
Predellarelief: Beweinung Christi, bayerisch, um
1520. –
Nebenaltäre an den vier östlichen
Langhauspfeilern mit vier
Tafelbildern: Opfer Joachims,
Geburt Mariä, Tempelgang Mariä, Beschneidung Christi (bez.),
1493 von Hans Holbein
d. Ä. Flügelbilder eines wohl für das Kloster Weingarten in
Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Michel
Erhart in Ulm geschaffenen Altars. „In der feinfühligen
Auffassung weiblicher Anmut und der milden Schönheit der Farbe zeigt sich
Holbeins Individualität schon völlig entwickelt.“ (Georg Dehio) In den
Predellen je zwei nicht zugehörige Passionstäfelchen. – Auf den
Nebenaltären an den vier westlichen Langhauspfeilern vier
Tafelbilder: Geburt Christi, Anbetung der Könige,
Marientod, Marienkrönung, Jörg Stocker
aus Ulm zugeschrieben, vom Hochaltar der Pfarrkirche in >>
Unterknöringen, geweiht 1484. –
Petrus-Canisius-Altar gegenüber der Kanzel, Schnitzwerk
1894 von Georg Busch.
Kanzel, Rotmarmor, 1946 von Karl Killer. –
Laiengestühl,
Eichenholz, 1732–1737. An den Wangen sowie an den Stirn- und
Rückwänden Akanthus- und Bandelwerk. –
Figuren:
19 Steinfiguren an den Wänden der Turmuntergeschosse und der Chorsakristei,
1343, urspr. am Nordportal, hervorzuheben Muttergottes und
Kaiserin Adelheid mit Kirchenmodell. Tympanon mit Marienleben an der
Innenwand des Nordportals urspr. außen. –
Gedenktafel am Pfeiler zum nördlichen Querhaus zu Ehren
Kaiser Ottos III., 1513 gestiftet von Kurfürst Friedrich von
Sachsen, Hans Daucher
zugeschrieben. In schlichtem Rahmen mit Wappen, verschiedener deutscher
Marmor. Die imperiale Würde wird allein durch die monumental-antikisierende
Kapitalis verliehen.
Querhaus und Westchor
Wandmalereien: Im südlichen Querschiff Reste des
ottonischen Mäanderfrieses und Fragmente figürlicher
Malerei. –
Riesenfigur des hl. Christophorus an der Westwand,
bez. 1491, Ulrich Apt
zugeschrieben. – In der Südwand monumentales
Glasgemälde:
Maria als Thron Salomonis, um 1330/40,
1837/38 stellenweise erneuert. In
fünftürmiger, goldstrahlender Architektur vor grün und rot gemustertem Grund
unten Verkündigung, Anbetung der Könige, Madonna mit Stifter, darüber König
Salomo zwischen David und Josias, oben thronende Muttergottes zwischen
Tugenden und Propheten, darüber Engel. Typus und Ikonographie verweisen auf
Schwaben und den Oberrhein.
Altäre: Im Westchor
Bronzeretabel über Sandsteinmensa, ehem.
Hochaltar des Ostchors, 1447. Rahmenwerk in architektonischen
Formen, aus drei zur Mitte ansteigenden Kielbogen, an den Seiten halbe
Kielbogen, über den Fialen Kreuzigungsgruppe. –
Fragment
eines Säulenbaldachins mit Flechtbandreliefs an der Chorsüdwand, vielleicht
von einem Altarziborium oder einem eucharistischen Wandschrank, wohl
erste Hälfte 12. Jh. Darunter silbernes
Kreuzreliquiar, um 1540 und um
1600,
Sockel
um 1700 von Johann Joachim
Lutz. – Thekla-
Altar im nördlichen Querschiff.
Neugotischer Aufbau, im Gesprenge
hl.
Katharina und hl.
Barbara, schwäbisch, um
1500, im Schrein
Kreuzigung Christi, fränkisch
um 1500, in der Predella wohl zugehörige Beweinung. – Altar
im südlichen Querschiff neugotisch, mit Kopie einer Beweinungsgruppe, Ulm,
nach 1500, Original in >> Höselhurst.
Taufstein vor dem Choraltar erste Hälfte 17. Jh.
–
Bischofsthron im Chorscheitel, Stein, über profiliertem
Sockel der halbrunde Sitz auf zwei kauernden Löwen, wohl erste Hälfte
12. Jh. –
Westchorgestühl, bez. 1495,
mit vorzüglichen Schnitzereien, Ulrich
Glurer zugeschrieben, an den Wangen der hinteren Reihe
Heiligenfiguren, auf denen der vorderen Reihe alttestamentarische Gruppen. –
Gemälde: 78
Bildnisse der Augsburger Bischöfe im nördlichen
Querschiff, begonnen 1488, erneuert 1591, bis zur Gegenwart fortgesetzt. – Figuren:
Kerkerchristus, in einer Bogennische des nördlichen
Querschiffs, 1769. –
Missionskreuz, lebensgroß,
im südlichen Querschiff, Mitte 18. Jh.
–
Grabdenkmäler:
Grabplatte für Bischof Friedrich
Spät von Faimingen, gest. 1331, an der Ostwand
des nördlichen Querschiffs. –
Grabplatte für
Bischof Walter von Hochschlitz, gest.
1369, an der Nordwand. –
Hochgrab für
Konrad und Afra Hirn in der Mitte des nördlichen
Querschiffs, ehem. in der Goldschmiedekapelle bei >> St. Anna,
Ulrich Wolfhartshauser zugeschrieben,
1425. Auf den Seiten der Sandsteintumba Auferstehung mit
den drei Marien, Propheten, Inschrift. Auf der Rotmarmorplatte hl. Helena
und hl. Jakobus, Umschrift. –
Epitaph des Domherrn
Franz Xaver Nikolaus Graf Schenk von Castell, gest.
1761, unterhalb der Chorschranken, von Ignaz Wilhelm Verhelst. Über einem Sockel
Sarkophag mit trauernder Frauenfigur. – Metallarbeiten:
Kronleuchter im Westchor, Gelbguß, um 1430.
Reich durchbrochener, sechseckiger Turm, daran in zwei Geschossen die
Leuchterarme, an den unteren jeweils eine kleine Figur. – Schmiedeeisernes
Westchorgitter
1656.
Krypta
Wandmalereien: Im vorderen Teil Reste des
14.–16. Jhs., im östlichen Abschnitt
Kreuzigungsgruppe mit Maria, Johannes und
Evangelistensymbolen am östlichen Eingangspfeiler, nördlich davon
Schmerzensmann, alle um Mitte des 14. Jhs. –
Antependium des Altars in der Westapsis, um
800, mit Kreuz und pflanzlichen Motiven in Flechtbandornamentik,
aus dem karolingischen Dom. –
Holzfigur, hl. Petrus,
alpenländisch, 15. Jh., aus dem Kunsthandel.
Kapellenanbauten
K.
Doppelkapelle an der Westseite des südlichen Querschiffs.
Die Unterkapelle 1326 St. Andreas geweiht, die Oberkapelle 1329 St. Hilaria.
Außen einheitlicher Baukörper mit Strebepfeilern und Pultdach. Innen vier
Joche mit Kreuzrippengewölben auf Pyramidenkonsolen. – In
der Andreaskapelle lebensgroßer
Kruzifix, Ehrgott Bernhard Bendl zugeschrieben,
Anfang 18. Jh. –
Altar in der Hilariakapelle um 1765 von
Franz Karl
Schwertle, aus dem Dominikanerinnenkloster St.
Ulrich in >> Dillingen a. d. Donau. –
Altarbild:
Darstellung im Tempel, Umkreis von Konrad
Huber, um 1800.
L. Ulrichskapelle ( Blasiuskapelle ) an der Nordseite des
nördlichen Querschiffs. Das Portal an der Westseite zur Kornhausgasse bez.
1484. Im spitzbogigen Tympanon (Kopie, Original im Westflügel des
Kreuzgangs) thronende Muttergottes mit hl. Ulrich und hl. Afra und zwei
Wappenschilden. Zweiteiliger Raum, im Osten hohes Tonnengewölbe mit
Stichkappen und Rippen, im Westteil
Netzgewölbe, östlich auf
romanischer Säule mit Eckzehenbasis und Würfelkapitell, erste Hälfte
12. Jh., westlich auf spätgotischem Rundpfeiler ohne Kapitell. –
Im Boden zwei „Archäologische Fenster“ über Bauresten des 2.–10. Jhs. – Im
Nebenraum
Freskofragment: Kreuzigung Christi, Anfang
14. Jh.
M. Marienkapelle am nördlichen Seitenschiff,
1720/22
nach Plänen von Gabriel de Gabrieli
errichtet. Reich ausgestatteter Zentralraum mit nischenartigen Kreuzarmen,
Westempore, Kuppel und Laterne. – In der Kuppel zarter
Bandelwerkstuck. – Die 1944
beschädigten
Fresken des Marienlebens zugleich Allegorien der
Jahreszeiten, 1721 von Johann Georg Bergmüller, 1987/88 großenteils neu gemalt. –
Altar aus der Erbauungszeit der Kapelle.
Aufbau mit Säulen, Pilastern und geschwungenem Gebälk aus marmoriertem Holz,
oben
Stifterwappen
Pollheim/Gymnich.
Figuren: links Joseph,
rechts Joachim, am Sockel links König David(?), rechts Zacharias, außen
Elisabeth und Anna, alle von Ehrgott Bernhard
Bendl. In der Mittelnische
Sandsteinfigur der
stehenden Maria, vom >> Enzberg-Epitaph im Kreuzgang, neu gefaßt,
Augsburger Arbeit um 1340, verwandt den Madonnenfiguren in der
Kreuzgangkapelle der Stiftskirche Ellwangen und in der Vorhalle der
Klosterkirche Fürstenfeld. Darunter Metallplatte mit
Chronogramm
1719 und 1722. – An der Westwand
Gemälde mit den hll. Schutzengeln, 1714 von
Bergmüller, bez., ehem. in >>
St. Anna.
N. Dompfarrsakristei. Zweigeschossiges Gebäude mit
Walmdach am Südturm,
1766
durch Johann Bernhard Nigg erbaut. – Im
großen Sakristeiraum des Erdgeschosses stuckierte Decke mit Rocaillen und
Fresko: Christus am Kreuz mit Ecclesia und Hohepriester,
1766 von Gottfried Bernhard
Göz, stark restauriert. –
Wandbrunnen bez.
1766. – Altarmensa, Marmor, darüber
Tafelbild des Gekreuzigten, um 1670. –
Sakristeischränke aus der Bauzeit.
Kreuzgang
Der Südflügel des älteren Kreuzgangs in der
ersten
Hälfte des 14. Jhs. als äußeres nördliches Seitenschiff in
die Kirche einbezogen. Umbau der restlichen Flügel seit etwa
1470,
Hans von Hildesheim zugeschrieben
(Zugang über das >> Diözesanmuseum). Westflügel am vierten Schlußstein
von Norden bez.
1479;
Nordflügel ca.
1479–1488,
am zweiten Joch von Osten bez. 1486; Ostflügel etwa 1488 (bez. über dem
Eingang) bis 1510, unter Beteiligung von Burkhard
Engelberg. Die vier südlichen Joche des Westflügels
um
1720 als Vorraum zur Marienkapelle umgebaut. – Netz- und
Sterngewölbe auf Pyramidenkonsolen, im Ostflügel auf Maskenkonsolen. Zumeist
Wappenschlußsteine von verschiedenem Typus, mit Stifterinschrift und Datum.
Hervorzuheben: vierpaßförmiger
Schlußstein, Relief der
Muttergottes mit Stifter und Johannes Evangelist, bez. 1488, im
ersten Joch von Osten des Nordflügels; sternförmiger
Schlußstein mit Relief der Heimsuchung Mariä, bez.
1486, ebenda im siebten Joch. Über dem Südteil des
Westflügels gedrückte Tonne mit leichtem
Stuck, um
1720; die Pilaster an der Ostwand markieren den ehem. Zugang zur
Marienkapelle. In der Südwand des Westflügels zwei Rechtecknischen mit drei
romanischen Säulen und zwei palmettengeschmückten Kämpfern, zum ehem.
>> Kapitelsaal gehörig. – Über der Spitzbogentür zum Kreuzganggarten
im Ostflügel kleines Rundfenster mit
Palmettenbordüre,
um 1230. – Dreibahnige, spitzbogige Fenster, mit
Fischblasen, Kreissegmenten oder überkreuzten Stäben als Maßwerk, erneuert.
– Spitzbogiges Portal vom Westflügel zur Kirche,
Gewände
zweistufig, mit Palmettenfriesen, dazwischen Säulen mit Palmettenkapitellen
und Rundstabarchivolte, um 1230.
Grabdenkmäler: Hinsichtlich der Zahl der Monumente der reichste Kreuzgang
Deutschlands. Erhalten blieben 401 Epitaphien und Grabplatten; in vielen
Fällen ist der urspr. Zusammenhang von Epitaph und Grabplatte gewahrt. Die
Entwicklung des Epitaphs läßt sich von der Mitte des 14. Jhs. bis zum 18.
Jh. fast lückenlos verfolgen. Besonders aus der Augsburger Spätgotik und
Renaissance Werke der Hauptmeister, doch sind viele Zuschreibungen
ungesichert oder umstritten.
Ostflügel. Erstes Joch von Süden:
Epitaph
Jodokus Seitz, gest. 1471. Beweinung
Christi mit hl. Magdalena und Stifter, Hans
Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben. –
Epitaph
Dr. med. Johannes Diem, gest. 1471.
Sitzende Muttergottes mit hl. Katharina und Stiftern, das Christuskind
greift nach dem Doktorhut Diems, Hans Beierlein
(Peurlin) d. Ä. zugeschrieben. – Viertes Joch:
Epitaph für Reichart Klieber, gest.
1491, und seine Frau Anna, gest.
1498. Hl. Anna selbdritt in Dreipaßnische, Gregor Erhart zugeschrieben.
–
Epitaph
Dorothea von Rammingen, gest. 1462.
Thronende Muttergottes zwischen Stifterehepaar, Hans
Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben. –
Epitaph für Heinrich Truchseß von
Höfingen, gest. 1494, und seine Frau, gest. 1468. Thronende
Muttergottes auf Säule, unten die beiden Stifter, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben, um
1468. – Fünftes Joch:
Epitaph für Konrad
von Minwitz, gest. 1442, und seine Frau.
Muttergottes, hl. Barbara und Stifter unter Doppelarkade, dem Meister der Schwangau-Tumba zugeschrieben. –
Sechstes Joch:
Epitaph
Dr. med. Adolph Occo, gest. 1503.
Brustbild des Arztes inmitten seiner Bücher in einer von Maßwerk gerahmten
Nische, Gregor Erhart zugeschrieben. „Ein
in der Auffassung, die man spezifisch humanistisch nennen darf,
alleinstehendes, auch künstlerisch bedeutendes Stück“ (Georg Dehio). –
Epitaph für Ludwig von Freyberg,
gest. 1487, und seine beiden Frauen, bez. 1485,
Hans Beierlein (Peurlin) d. J.
zugeschrieben. An der Rückwand einer tiefen Nische thronende Muttergottes
auf der Säule, hl. Petrus und die Stifter. Schmiedeeisernes
Gitter
Ende 17. Jh., darunter Inschriftplatte. – Siebtes Joch:
Epitaph für Martin von Waldeck,
gest. 1524, und seine Frau. Über der Inschriftplatte
zweiteiliges Relief: oben Ölberg, unten die Stifter, Loy Hering zugeschrieben. – Achtes Joch:
Epitaph
Andreas Zierenberger, gest. 1507. In
Renaissancerahmen Kreuzigung Christi mit Heiligen und dem Verstorbenen,
darüber Lünette mit Gottvater und der Taube, Gregor
Erhart, auch Loy Hering
zugeschrieben. –
Epitaph
Vitus Meler, gest. 1517. Beweinung Christi mit Heiligen
und Stifter, in der Lünette Schweißtuch Christi mit Putten, Gregor Erhart, auch Loy
Hering zugeschrieben; gleicher Typus und gleiche Hand wie das
vorhergehende, beide um 1510. –
Grabdenkmal des Vitus Meler, gest. 1517. Relieffigur
eines Pilgers zwischen Urnen mit Totenflammen in rundbogiger Nische.
Statuarische Körperauffassung im Sinne des Renaissance bei spätgotischer
Detailbildung. Rotmarmor mit Kalksteineinlagen, Hans
Beierlein (Peurlin) d. J., auch Loy
Hering sowie Gregor Erhart
zugeschrieben.
Nordflügel. Erstes Joch von Osten: In der Ostwand Rechtecknische mit
thronender Muttergottes, Engel und Stifter, um
1360, wohl von der Südportalhütte des Doms. –
Epitaph für Dr. Gregor Neidhart,
gest. 1530, mit Relief der Beweinung Christi und des davor
knienden Domherrn. Zweitausführung in der Antoniuskapelle von >>
Zusmarshausen. – An der Nordwand
Epitaph des
Generalvikars Jakob Heinrichmann, gest.
1561. Der Verstorbene vor dem Gekreuzigten, rechts wird er
ins Grab gelegt, die Erben holen sich rechts seine Habseligkeiten aus seinem
Haus, links übernimmt der Nachfolger mit Urkunde und Schlüssel das
Generalvikariat. Solnhofener Stein in Kalksteinrahmen, Christoph Murmann d. Ä. zugewiesen.
Zweitausführung in der Antoniuskapelle von >> Zusmarshausen. – Zweites
Joch:
Epitaph
Ambrosius von Gumppenberg, gest. 1574.
Kreuzigungsgruppe in weiter Landschaft mit Auferstehung Christi, davor der
Stifter. Anspruchsvoller antikisierender Rahmen auf Volutenkonsolen mit
Sockel, Säulen, Gebälk und Giebel. – Fünftes Joch:
Epitaph
Konrad Rot, gest. 1458. Der Stifter von
Heiligem mit Doppelkreuz (Antonius Eremita?) der Muttergottes empfohlen, dem
Meister der Schwangau-Tumba
zugeschrieben. – Sechstes Joch:
Epitaph
Ulrich von Frundsberg (1487–1493 Bischof
von Trient). Zwei hl. Bischöfe (Ulrich und Vigilius) präsentieren den
Stifter der Muttergottes. –
Epitaph
Heinrich der Bursner, gest. 1348.
Thronende Muttergottes in rosettenbesetzter Rechtecknische, hl. Servatius
und Johannes der Täufer, der den Stifter empfiehlt. Fast freiplastisches
Relief, den Skulpturen des Nordportals nahestehend. – Siebtes Joch:
Epitaph
Johannes von Wolfstein, gest. 1519. In
schlichten Renaissanceformen gerahmtes Relief: Anbetung der Könige mit
Stifter, in Räumlichkeit und Figurenbildung reiche Komposition, Gregor Erhart zugeschrieben, doch wohl von
Loy Hering. – Achtes Joch:
Epitaph der Domvikare, die zugleich Kanoniker bei St.
Peter am Perlach waren, um 1522. Petrus in Kathedra,
Rundbogennische mit architektonischem Rahmen aus Pilastern und Gebälk,
Gregor Erhart zugewiesen, Kopf und
Hände 1944 verloren. –
Neuntes
Joch:
Epitaph
Konrad Adelmann von Adelmannsfelden, gest. 1547.
Muttergottes in der Glorie, hl. Bartholomäus mit Stifter, hl. Hieronymus und
hl. Paulus. Replik des 1537 nach >> Holzheim geretteten, 1520/23 von
Hans Daucher geschaffenen Epitaphs,
um 1547. Außen freskierter Rahmen, bez. IB 1549 ( Jörg Breu d. J.
?). – Zehntes Joch:
Epitaph für den
Priester Heinrich, gest. 1350. Tiefes
Nischenrelief mit Schmerzensmann und Stifter, wohl der Gruppe der frühen
Epitaphien im Kreuzgang zuzurechnen. – Westwand:
Epitaph
Eberhard Kadmer, gest. 1507.
Vesperbild mit Andreas, Petrus, Barbara, Leidensengeln
und kniendem Stifter, durch Bogenmaßwerk gerahmt, dem Kreis Gregor Erharts, auch dem Meister des Mörlin-Epitaphs zugeschrieben. –
Epitaph
Ulrich Burggraf, um 1350. Kastenrelief,
der Verstorbene kniet vor der Muttergottes. –
Epitaph
für Burkhard von Isenburg, gest. 1438, und
Heinrich von Ellerbach, gest. 1408.
Unter Baldachin mit drei Eselsbogen präsentieren zwei ritterliche Heilige
die Verstorbenen der Muttergottes im Strahlenkranz, dem Meister der Schwangau-Tumba
zugeschrieben. –
Epitaph
Christoph von Bollstadt, gest. 1607.
Flachrelief, Solnhofener Stein. Verkündigung mit Stifter, stürmische
Komposition nach Federico Barocci,
Christoph Murmann d. J. zugewiesen .
Westflügel. Erstes Joch von Norden: Namenloses
Epitaph
um 1350, symmetrisch aufgebautes Kastenrelief. Zwei Priester
werden durch die hll. Magdalena und Katharina der Muttergottes vorgestellt.
Der Werkstatt des Südportals nahestehend. –
Grabplatte
Konrad Harscher, gest. 1493, Rotmarmor,
Relieffigur des Verstorbenen von verhaltener Individualität bei sensibler
Liniensprache, Hans Beierlein (Peurlin) d.
J. nahestehend. –
Doppelepitaph
Eberhard Sturmfeder, gest. 1602, und
Heinrich Nagel, gest. 1601, bez.
HR (= Hans
Reichle ). Figurenreiche Terrakottareliefs in schwarzer,
architektonischer Rahmung, links Steinigung des hl. Stephanus, rechts
Auferstehung Christi, beschädigt. –
Epitaph
Wilhelm Peuscher, gest. 1500.
Sandsteinrelief, stehende Muttergottes von Engeln bekrönt, hl. Georg und hl.
Ulrich mit dem Verstorbenen. Darunter seine
Grabplatte,
Rotmarmor, Relieffigur des Verstorbenen, stilistisch der >> Grabplatte
für Konrad Harscher nahestehend. – Zweites Joch:
Epitaph
Konrad von Welden, gest. 1441.
Wolkenbandgerahmte Nische mit thronender Muttergottes und Verstorbenem, dem
Meister der Schwangau-Tumba
zugeschrieben. –
Epitaph
Bartholomäus von Welden, gest. 1494.
Vesperbild mit hl. Katharina, Stifter und hl. Barbara, teilweise ergänzt.
Davor
Gitter, 1768. – Darüber
Epitaph
Leonhard Gässel, gest. 1465. Der Stifter
zwischen hl. Sebastian und hl. Barbara, darüber Halbfigur der Muttergottes,
von Engeln getragen, Hans Beierlein (Peurlin) d.
Ä. zugeschrieben.
– Drittes
Joch:
Grabplatte für drei Kanoniker des Namens
Freyberg, der letzte,
Burkhard, gest. 1502, Rotmarmor. Drei
Reliefbildnisse in Medaillons, Hans Beierlein
(Peurlin) d. J. zugeschrieben. –
Epitaph
Christoph von Tannberg, gest. 1519, bez.
JM ( Jakob
Murmann d. Ä. ). In flacher, von Muschel bekrönter Nische
Verkündigung mit hl. Christoph, hl. Andreas und Stifter, Solnhofener Stein.
–
Epitaph
Konrad von Hürnheim, gest. 1517. Deesis
mit drei Heiligen und zwei Stiftern, Flachrelief aus Solnhofener Stein in
Kalksteinrahmen. –
Gegenüber
ehem.
Tympanon der >> Blasiuskapelle 1484,
Hans Beierlein (Peurlin) d. J.
zugeschrieben. –
Epitaph
Rudolph von Westerstetten, gest. 1447.
Schmerzensmann, von Engel gestützt, und Stifter, Ulrich Wolfhartshauser zugeschrieben. – Viertes Joch
Ostwand:
Epitaph
Konrad Schenk von Schenkenstein, gest.
1475, Rotmarmor. Unter Maßwerkbaldachinen der
Schmerzensmann, flankiert von hl. Barbara und Stifter als Halbfiguren auf
Konsolen. – Fünftes Joch Ostwand:
Epitaph
Bernhard von Waldkirch, gest. 1523. In
architektonischem Rahmen Verklärung Christi und Stifter, Loy Hering zugeschrieben. – Am Pfeiler zum
barocken Teil des Kreuzgangs
Epitaph
Otto von Schaumberg, gest. 1478, und Heinrich
Groß von Trockau, gest. 1501. Die hll. Georg und Petrus
empfehlen die Verstorbenen der von Engeln gekrönten Muttergottes, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben,
um 1478. –
Epitaph
Johannes von Rammingen, gest. 1491. Der
Verstorbene zwischen der Muttergottes und Johannes dem Täufer, oben
Weltenrichter, Werkstatt Hans Beierlein (Peurlin) d.
J. – Im barocken Teil des Westflügels an der Westwand:
Epitaph
für Heinrich, gest. 1460, und
Christian von Freyberg, gest.
1474. Stehende Muttergottes, von Engeln
gekrönt, zwischen den hll. Laurentius und Sebastian mit den Verstorbenen,
Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä.
zugeschrieben. –
Grabplatte
für Heinrich, gest. 1460, und Christian von
Freyberg, gest. 1474, und
Ludwig
von Zillenhart, gest. 1519. Rotmarmor, drei Medaillons mit
Halbfiguren von Geistlichen, Wappen und Ranken, Hans
Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben, um
1475. –
Epitaph für Ulrich
von Rechberg und seine Familie, errichtet 1501.
Die hll. Ulrich und Katharina stellen der thronenden Muttergottes drei
Mitglieder der Familie vor, Gregor Erhart
zugeschrieben. –
Epitaph
Albert vom Stain, gest. 1461. Der Kanoniker kniet vor
der thronenden Muttergottes in Rundbogennische mit Wolkenband, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben,
um 1455. –
Epitaph
Johannes Wilsgefert, gest. 1470. Der
Verstorbene mit der hl. Maria Magdalena vor dem Auferstandenen, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben. –
Grabplatte
Otto von Schaumberg, gest. 1478, und Heinrich
Groß von Trockau, gest. 1501,
Rotmarmor.
Flachrelief mit totem Kleriker, Hans Beierlein
(Peurlin) d. Ä. zugeschrieben, um
1478. –
Epitaph
Dietrich von Hauenstein, gest. 1308,
Engelhard, gest. 1362, und Gerold von
Enzberg, gest. 1374. Über der
Inschriftplatte Doppelkonsole mit betenden Stiftern, darüber
Miniatursarkophag mit liegender Stifterfigur, darüber urspr. Madonnenstatue,
jetzt in der >> Marienkapelle. –
Epitaph
Johann Baptist Freiherr von Kagenegg, gest.
1764.
Inschriftplatte mit Pilasterrahmen
hinter einem Sarkophag, darauf modisch gekleidete männliche Figur, oben
Allegorie der Göttlichen Vorsehung, von Paul
Sebastian Ingerl. Davor schmiedeeisernes Gitter. –
Epitaph
Christoph von Knöringen, gest. 1514.
Beweinung Christi mit dem hl. Andreas, dem hl. Christophorus und dem
Verstorbenen in Maßwerknische, dem Meister des
Mörlin-Epitaphs und der Werkstatt Gregor Erharts zugewiesen. –
Epitaph
Christoph von Knöringen, gest. 1501.
Thronende Muttergottes mit hl. Christophorus und Verstorbenem, dem Meister des Mörlin-Epitaphs und Gregor Erhart zugeschrieben. – An der Ostwand
Grabplatte
Heinrich Truchseß von Höfingen, gest.
1468. Relieffigur des Verstorbenen, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben.
O. Katharinenkapelle am Westflügel des Kreuzgangs.
Gegründet
1300,
erneuert
1564,
Portalgitter
um 1700. – Einjochig mit Kreuzrippengewölbe, im dreiseitig
geschlossenen Chor Schlußstein mit Hand Gottes. – In der Ostwand fünf
Reliefs des Marienlebens, vom ehem.
Altarretabel, Solnhofener
Stein, um 1564. – An der Nordwand
Epitaph
Albert von Rechberg, gest. 1471. Thronende
Muttergottes mit Stifter und Spruchbändern, Hans
Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben.
P. Alter Kapitelsaal am Westflügel des Kreuzgangs,
erste
Hälfte 12. Jh. Halle aus dreimal drei Kreuzgratgewölben
auf vier Freisäulen mit Schildkapitellen. An den Wänden freistehende
Säulchen, wohl erste Hälfte 13. Jh.,
teilweise durch neuere Wandpfeiler ersetzt. Nach dem Kreuzgang ehem. in drei
Arkaden auf Säulen und Wandpfeilern geöffnet.

