AUGSBURG / Domkirche Mariä Heimsuchung / Epitaph

Domkirche Mariä Heimsuchung ( Frauentorstr. 1 )
Baugeschichte
Bei Grabungen 1979/80 kamen unter der Westkrypta Reste spätantiker und vorkarolingischer Gebäude zum Vorschein. Dort gefundene Flechtwerksteine dürften zum 807 geweihten karolingischen Dom Bischof Simperts gehört haben. Von den Domen des 8. bis 10. Jhs. ist im aufgehenden Mauerwerk nichts nachzuweisen. Dendrochronologische Untersuchungen 2007 ergaben, daß der Westchor, das Querhaus und das Mittelschiff im ersten Jahrzehnt des 11. Jhs. errichtet wurden; Weihe erst 1065. Die Krypta wohl Mitte des 12. Jhs. nach Osten erweitert. Turmobergeschosse zweite Hälfte 12. Jh., ihre Giebel um 1200.
Unter Kustos Konrad von Randeck Beginn der gotischen Erweiterung und Umgestaltung. 1326 Andreaskapelle, 1329 Hilariakapelle am südlichen Querschiff. Ab 1321 Neubau und Wölbung von Westchor und Langhaus, Verdoppelung der Seitenschiffe, 1343 nördliches Chorportal. 1356 Grundsteinlegung für den bestehenden Ostchor durch Bischof Markward von Randeck. Mehrfacher Planwechsel. 1382 Meister Hans der Palier zu Unser Frauen urkundlich erwähnt. 1396 stehen die inneren Pfeiler, 1410 wird die Wölbung begonnen, 1413 geschlossen, 1431 der Chor geweiht. 1444 Einbau der Chorsakristei auf der Nordseite, 1488/89 Erhöhung des Südturms unter Mitwirkung von Burkhard Engelberg, der 1501 die Schranken des Westchors vollendet. Um 1510 die nordwestliche Umgangskapelle des Ostchors für Sakristeizwecke umgebaut.
Nach den Zerstörungen des Bildersturms und der Schließung des Doms (1537–1547) allmähliche Neuausstattung im Zuge der Gegenreformation. 1564 Erhöhung des Nordturms, Anfang 17. Jh. Verstrebung des Südturms durch Elias Holl. 1655–1658 barocke Erneuerung des Innern und der Ausstattung. Von den Kapellenanbauten des späten 17. und frühen 18. Jhs. blieb nur die Marienkapelle am nördlichen Seitenschiff erhalten. 1808/09 Abbruch aller Bauten südlich des Doms und Anlage eines Parade- und Exerzierplatzes. 1852–1863 Purifizierung und Neueinrichtung im Sinne der Neugotik. 1934 Reduktion der neugotischen Ausstattung, Freilegung und Wiederherstellung der farbigen Fassung des gotischen Baus. Im Zweiten Weltkrieg Schäden an der Marienkapelle und im östlichen Teil des nördlichen Kreuzgangflügels. Im 19. und 20. Jh. laufende Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten, vor allem an den in Sandstein ausgeführten Teilen. Letzte umfassende Innenrestaurierung 1983/84.
Lage und Bedeutung
Der Dom liegt am Südrand der römischen Stadt, in der Mitte der mittelalterlichen Bischofsstadt, auf einer leichten Anhöhe nördlich der Bürgerstadt. Im Norden und bis 1808/09 im Süden von Kreuzgängen und Anbauten eingefaßt, stößt er im Osten energisch gegen die Reichsstraße vor, die ihm bogenförmig ausweichen muß.
Der Bau besteht aus zwei deutlich verschiedenen Hauptteilen: Dem hohen gotischen Chor im Osten und dem niedrigeren ottonischen Langhaus samt Westteil und gotischen Um- und Zubauten. Der in Bruchsteinmauerwerk unter starkem Tuffsteinanteil aufgeführte ottonische Dom war eine doppelchörige Basilika mit Querhaus und Krypta im Westen, dreischiffigem Langhaus zu neun Pfeilerarkaden, flachen Decken, östlichem Turmpaar und Haupteingängen zwischen Apsis und Türmen am Ostende der Schiffe. Der Hauptchor lag bis zum Bau des gotischen Ostchors im Westen. Die Mittelschiffenster ehem. kleiner und in anderer Achsenstellung. Die seitlich an das Ostjoch der Seitenschiffe angefügten Türme fluchten mit der Stirnwand der Querschiffe. Erhalten blieben die Fundamente der Westapsis, die Westkrypta und die Querschiffe, das Mittelschiff bis zur Dachhöhe, die Anlage der inneren Seitenschiffe, die Untergeschosse der Türme und der Ansatz der Ostapsis. Alle Einzelformen von großer Einfachheit und Schlichtheit, das Ganze von weiten räumlichen Verhältnissen. In seiner ausgewogenen Gruppierung und kubischen Strenge gehörte der ottonische Dom zu den hervorragenden Leistungen seiner Zeit in Süddeutschland.
Durch die Um- und Neubautätigkeit des 14. und 15. Jhs. wurde der Dom nicht nur beträchtlich erweitert, sondern neu orientiert und interpretiert. Die gotischen Teile aus Ziegelstein, die Schmuckglieder aus Sandstein. Ziel des Bauwerks ist jetzt der ausgreifende Kathedralchor im Osten mit dem Kranz polygonaler Kapellen. Seine beherrschende Stellung wird gesteigert durch den Gegensatz zum blockhaft vereinheitlichten, breit gelagerten Langhaus. Die Osttürme üben zusammen mit den fassadenartigen Prachtportalen die Funktion von akzentuierenden Zwischengelenken aus. Das Ergebnis ist eine stufenweise Belebung und Steigerung der Baumasse auf das Chorhaupt hin anstelle der statischen Ausgeglichenheit des ottonischen Doms.
Baubeschreibung
Äußeres
Der auf drei Seiten freistehende Ostchor beträchtlich höher und lebhafter gegliedert als der übrige Bau. In den unteren Teilen reiche Dekoration, die oberen vereinfacht. Im Osten auf halbkreisförmigem Gesamtsockel sieben radiale Chorkapellen mit dreiseitigen Schlüssen. Nach Westen folgt je eine doppeljochige Rechteckkapelle und ein Portalbau, am Übergang zum Kapellenkranz ein oktogonaler Treppenturm. Zwischen den Kapellen starke Strebepfeiler mit Zinnengiebel, zwischen den Polygonalwänden schwächere Strebepfeiler mit vorgeblendeter Fiale. Hohe, lanzettförmige Maßwerkfenster. An der Strebe zwischen der nördlichen und nordöstlichen Polygonalkapelle Figur eines Ritterheiligen in einer Wimpergarkade, wie die Figuren der Südseite Nachbildung um 1900. Auch das Blendmaßwerk der südlichen Rechteckkapelle damals erneuert. Über den seitlichen Polygonalkapellen und auf der Süd- und Nordseite wegen der hochgezogenen Dächer niedriger Obergaden mit kleinen Fenstern. Statt offener Strebebogen massive Stützmauern. Alle Wandflächen weiß verputzt, unterhalb der Dachtraufe gemalter Maßwerkfries, erneuert.
Das Nordportal von der Substanz her eine moderne Kopie. Die verwitterten Originale an verschiedenen Stellen des Dominnern und des Kreuzgangs untergebracht, das Tympanon auf der Rückseite des Portals. Schauwandartige Nische zwischen zwei Strebepfeilern, oben nachträglich mit einer Tonne geschlossen. Im unteren Teil reich profiliertes Spitzbogenportal mit Mittelpfeiler, Archivolten, Konsolen, Baldachinen, Figuren und dreistreifigem Tympanon. Auf der Konsole des Mittelpfeilers Bauinschrift, bez. 1343, und Muttergottesfigur. Im Tympanon Anbetung der Könige, Geburt Christi und Verkündigung, Tod und Krönung Mariä. Obere Hälfte der Wand in fünf tiefe Spitzbogenblenden aufgelöst. Das Skulpturenprogramm in der Nischenarchitektur und über dem Portalbogen stellt Maria als Thron Salomonis, umgeben von Propheten, Tugenden und Löwen, dar. – Portalfigurenund Tympanon lassen sich mit dem Datum 1343 verbinden. Sie sind späte Abkömmlinge der Bildwerke am Westbau des Straßburger Münsters und ihrer Nachfolge (Rottweil, Schwäbisch Gmünd). Die stilistisch späteren Skulpturen des Salomonischen Throns wohl Bildhauern zuzuweisen, die ab 1356am Südportal des Doms tätig waren. Der heutige Zustand läßt den künstlerischen Rang des Portals nicht mehr ahnen.
Das prächtige Südportal ist der Bürgerstadt zugewendet. Unter Einbeziehung der Strebepfeiler entstand eine fassadenähnliche Vorhalle, deren Stirnwand mit Maßwerkblenden, Friesen und Zinnen geschmückt ist. Die Figuren durch Verwitterung stark beschädigt, teilweise nach alten Vorlagen um 1900 neu geschaffen. Auf der Stirnseite des westlichen Strebepfeilers Schutzmantelmadonna und weibliche Heilige, auf dem östlichen Strebepfeiler Verkündigung (erneuert), darüber Bischofsfiguren und Jüngstes Gericht (erneuert). Die Archivolten der Quertonne über der Portalnische sind mit 24 Propheten und Patriarchen in drei Reihen besetzt. In den Gewänden stehen die Apostel, zu ihren Füßen Wappenschilde Augsburger Zünfte und Stifterfamilien. Am Sockel des hl. Andreas im östlichen Gewände Wappenzeichen der Parler. Majestätische Madonna am Mittelpfeiler, wohl unmittelbar von Frankreich angeregt. Dreireihiges Tympanon mit ausführlicher Darstellung des Marienlebens unter zierlichen Baldachinen. In den Archivolten 36 Sitzfiguren der Vorfahren Christi. An den Türflügeln zwei Löwenköpfe aus Bronze, wohl Ende 12. Jh. (Abgüsse). – Der Zahl der Skulpturen nach das größte Kirchenportal des 14. Jhs. in Süddeutschland, entstanden wohl zu Beginn des Chorneubaus 1356. Der Vergleich mit dem Nordportal von 1343 läßt den Wandel der deutschen Plastik um die Mitte des 14. Jhs. erkennen. Die ausgeglichenen Proportionen, die Individualisierung der Gesichter und die massigere Körperbildung ordnen die Figuren dem „parlerzeitlichen“ Stil der Chorskulpturen in Schwäbisch Gmünd zu. Auch die Stellung der aufwendigen Ostportale zwischen dem hallenartigen Langhaus und dem reichgestalteten Chor, flankiert von Türmen (in Schwäbisch Gmünd eingestürzt) verbindet die beiden Bauten.
Die viereckigen Türme im Untergeschoß aus Bruchsteinen gemauert und mit Lisenen und zwei Bogenfriesen gegliedert. Obergeschoß aus Ziegelstein, mit Lisenen und Bogenfries aus Haustein und je drei Klangarkaden auf Säulen. Hoher Dreiecksgiebel mit teilweise erneuerten Maßwerkfriesen. Steiler, achteckiger Helm. – Im Nordturm zwei Glocken (sog. Theophilus-Glocken) in Form eines Bienenkorbs, 11. Jh.
Das Langhaus erst seit der Freilegung des Doms von Süden her überschaubar. Durch die Verdoppelung der Seitenschiffe entstand ein breitgelagerter Baukörper, dessen äußeres Schiff auf der Nordseite durch Auflassung des südlichen Kreuzgangflügels gewonnen wurde. Über den Strebepfeilern des südlichen Seitenschiffs Zinnengiebel, hinter denen quergestellte Satteldächer mit verborgenen Strebebogen zum Mittelschiff führen. Hochschiffwand schmucklos, die urspr. Fenster vermauert. Im dritten Joch von Westen neugotisches Brautportal von 1863; mit Tympanon 1877 von Johann Nepomuk Hauttmann. Die um 1065 entstandenen, ottonischen Bronzetürflügel 1991 in das >> Diözesanmuseum verbracht und durch das Bronzeportal von Max Faller ersetzt.
An Querhaus und Westchor bezeichnet ebenfalls der Wechsel des Steinmaterials die Bauperioden. Sparsame Gliederung durch kräftige Strebepfeiler, Gesimse und Spitzbogenfriese. Südgiebel des Querschiffs im 19. Jh. erneuert, darunter siebenbahniges Fenster und erneuertes Portal.
Inneres
Der Ostchor weitet sich hinter der fensterlosen Zone zwischen den Türmen in fünf Schiffe, deren mittleres basilikal überhöht ist. Vier Joche, Umgang und Kapellenkranz bei kompliziertem Chorschluß: die östliche Stirnwand steigt unmittelbar über dem Scheidbogen der Achsenkapelle auf, so daß vom Umgang, unter Wegfall eines östlichen Jochs, nur zwei verzogene dreiteilige Gewölbe zwischen Hochchor und Kapellenkranz übrig bleiben. Stirnwand in ein großes Maßwerkfenster aufgelöst. – Im Hochchor Kreuzrippengewölbe, im Schluß auf Blattkonsolen, in den geraden Jochen auf dreifachen Diensten (urspr. Bündelpfeiler) über Blattkranzkapitellen. Schlußsteine mit Wappen und dekorativer Malerei. Die Rippengewölbe des Umgangs auf Diensten, zwischen den Polygonalkapellen Rundpfeiler mit Wandzungen. – Nördliche Rechteckkapelle und östlich anstoßende Polygonalkapelle auf halber Höhe als Sakristei abgemauert und mit Maßwerkbrüstung abgeschlossen. Auf der Südseite zweischiffige Staffelhalle. – Der innere, um wenige Stufen erhöhte Chorbereich ist durch (1960 teilweise erniedrigte) Schranken mit Portalen, Dreisitz, Sängertribüne, Weiheinschrift und Maßwerkbrüstungen von feiner, reicher Steinmetzarbeit ausgeschieden. Auf der Südseite neugotische Orgelempore um 1850, Prospekt auf der Nordseite 1904. – Das französische System des gotischen Kathedralchors wird in der Chorschlußbildung nicht nur reduziert, sondern originell abgewandelt. Das große Ostfenster erhält die Aufgabe eines Blickfangs mit bildmäßiger Wirkung, der durch verkürzten Polygonalschluß entstandene Scheinumgang vor der Achsenkapelle wird zur raumhaltigen Sockelzone.
Das Erscheinungsbild des Langhauses wird durch den Gegensatz zwischen dem ottonischen Kastenraum und dem aufgelegten Wölbungsapparat der Gotik geprägt. Das wandbetonte Mittelschiff durch den Einzug der Gewölbe niedriger gemacht, stärker rhythmisiert und mit den doppelten Seitenschiffen zusammen dem zeitgemäßeren Typus des breitgelagerten Einheitsraums angenähert. Die Kreuzrippengewölbe unterhalb der einstigen Flachdecke gehen von fünfseitigen Vorlagen mit Diensten und Laubkranzkapitellen aus. Eine rote Quaderung auf gelblich getöntem Grund überzieht Wände und Gliederung und vereinheitlicht die Räume. Die gekehlten Rippen farbig gefaßt, die großen Schlußsteine mit weitausgreifendem Blattwerk und figürlicher Malerei umgeben. Im ersten bis vierten und siebten Schlußstein des Mittelschiffs von Osten Propheten, im fünften Joch einbeiniger Meermann, im sechsten Laubkranz, im achten Wappen Randeck, im Westjoch Johannes der Täufer. Das Programm ist auf den Westchor ausgerichtet. Unter den Fenstern und im nördlichen Seitenschiff ottonische gemalte Mäanderfriese freigelegt, im Mittelschiff durchsetzt mit Brustbildern in römischer Manier und Vögeln mit Blumendekorationen. – Die freien, lichten Seitenschiffhallen durch Rundpfeiler unterteilt. Die Kreuzrippengewölbe ruhen an den Mittelschiffarkaden auf Diensten mit Blattkapitellen, an den Außenwänden auf Blatt- und Maskenkonsolen. Schlußsteine und Gewölbemalereien symbolisieren den Sieg über das Böse.
Im Westbau greift der um mehrere Stufen erhöhte Chor in das westliche Mittelschiffjoch ein, durch reich profilierten Gurtbogen vom übrigen Langhaus getrennt. Die Kreuzrippen des Gewölbes gehen von phantasievoll gebildeten Konsolen mit figürlichen Motiven, Masken und Blattwerk aus. Auf den Schlußsteinen in den Querschiffen die Evangelisten, in der Vierung Christus, im Westchor die Muttergottes. Die Skulpturen des Westbaus besitzen hohen künstlerischen Rang. – Wände mit rot-weißer Quaderung, oben Reste des ottonischen Mäanderfrieses. Im Unterteil der polygonalen Apsis die urspr. Rundung des ottonischen Baus. An den Vorlagepfeilern des westlichen Langhauses und den Zwischenmauern gegen das Mittelschiff und das nördliche Querschiff lateinische Bauinschriften des Kustos Konrad von Randeck. – Chorschranken 1501 von Burkhard Engelberg. Gegen die Querschiffe zweigeschossig, unten Blendarkaden mit durchsteckten Profilen, darüber virtuose Füllung aus wellenförmig bewegten Fischblasen in strenger Ordnung, oben Maßwerkbrüstung. – Im Chorinnern Pforte zur Hilariakapelle mit eingemeißelter Inschrift in der Laibung, um 1230.
Die 1979–1981 wiederhergestellte Krypta als Grabstätte der Augsburger Bischöfe bestimmt. Im älteren Westteil vier schwere Säulen mit hohen Sockelringen und schmucklosen, trapezförmigen Kapitellen. Halbrunde Altarnische im Scheitel der Westapsis, zweite Apsis auf der Ostseite rekonstruiert. Auf der Süd- und Nordseite Reste von Apsidiolen, nach Osten gerichtet, und ehem. Zugänge aus den Querschiffen. – Gewände des südlichen Durchgangs zwischen beiden Krypten mit Palmetten und Flechtwerk, zweite Hälfte 12. Jh. – Ostteil wohl Mitte 12. Jh. Niedrige, vierschiffige Halle von sechs Jochen mit Kreuzgratgewölben. Kurze Säulen mit Würfel- und Kämpferkapitellen, Basen verschiedener Form und wohl auch Herkunft, einige mit einfachen Ecksporen. Östliche Zugänge modern.
Ausstattung
Vom Mittelalter wenige, jedoch bedeutende Stücke erhalten. Der im 16. Jh. erreichte Bestand durch den Bildersturm dezimiert oder in der Barockzeit ersetzt. Die Restauration des 19. Jhs. beseitigte die Barockausstattung, die Lücken mit Stücken aus anderen Kirchen Augsburgs und der Umgebung gefüllt, anderes aus dem Handel erworben.
Ostchor
Hochaltar, Bronze, 1962 von Joseph Henselmann, 1985 durch seitliche Figuren erweitert. – Glasgemälde des Achsenfensters im Obergaden 1954 von Joseph Oberberger. – Gestühl um 1430, im ganzen einfach gehalten. An den Wangen der vorderen Reihe allegorische Darstellungen, die Wangen der Rückwand im >> Diözesanmuseum. – Figuren: Hl. Ulrich, am Choreingang, Arme und Attribute ergänzt, wohl Mitte 14. Jh., aus dem Kunsthandel – Muttergottes mit auf Handorgel spielendem Engel, am südlichen Eingangspfeiler, schwäbisch, um 1480/90. – Ecce homo, an der Rückwand des Pfeilers, um 1630/31 von Georg Petel, aus der >> Dominikanerkirche, schon von Sandrart 1675 als eines der vornehmsten Werke des Künstlers erwähnt, ausdrucksgewaltig in seiner hochbarocken Körpersprache, in seiner originalen Fassung der Farbigkeit eines Rubens- Gemäldes vergleichbar. Dahinter Reste von Wandmalerei, vielleicht zu einem Thron Salomonis gehörig, um 1430/50. – Orgelgehäuse auf dem südlichen Sängerchor, neugotisch, Vorderprospekt 1903/04, Rückprospekt um 1860. – Darunter Inschrifttafel zum Andenken an den Besuch des Papstes Pius VI.1782, von Ignaz Ingerl, von goldgefaßten Papstinsignien gekrönt. – Ölberg an der Außenseite der südlichen Chorschranke, Gehäusearchitektur Burkhard Engelberg zugewiesen, um 1500. Tonfiguren 1591 von Veit Eschay. – Anbetung der Könige, in einer Nische an der südlichen Außenwand der Chorschranke, schwäbisch, um 1591, schmiedeeisernes Gitter Ende 17. Jh.
Chorkapellen
A.  Lukaskapelle. Offener Hallenraum. – An der Ostwand Freskenreste: Apostel(?), um 1400, Ornamente um 1600. – Stattlicher, dreigeschossiger Altar aus Tridentiner Rotmarmor, um 1595 errichtet durch Fürstbischof Johann Otto von Gemmingen. Im Mittelfeld Relief des Gnadenstuhls nach Altarbild in der Chorsakristei, daneben Petrus, Paulus und die Evangelistensymbole; darüber Christus in der Vorhölle, hl. Jakobus d. Ä., Kaiser Heinrich; als Bekrönung Maria mit Kind; in der Predella Opfer Abrahams und Eherne Schlange. Antependium: Verkündigung, Anfang 17. Jh. Im Boden Grabstein des 1598 gest. Stifters. – Schmiedeeisernes Gitter 1686. – In der Südwand links des Portals Grabmal des Bischofs Hartmann, Graf von Dillingen, gest. 1286, mit Kirchenmodell.
B.  Antoniuskapelle. An der Westwand Proben der früheren Wandtünchungen. – Altar mit spätgotischen Teilen und neugotischem Aufbau. Tafelbild: Muttergottes zwischen zwei Päpsten, auf den Flügeln innen hl. Ulrich und hl. Wolfgang, außen kleinere Heiligenbilder, schwäbisch, um 1500 ( Gumpolt Giltlinger ?). Predella: Holzrelief mit Auferstehung Christi, schwäbisch, um 1490. – Gemälde: Kreuzigung Christi, um 1660 von Johann Heinrich Schönfeld, bez. – Grabmal des Fürstbischofs Alexander Sigmund von Pfalz-Neuburg, gest. 1737, am Sockel bez. Joh. Jos. Gisshaimer. – Schmiedeeisernes Gitter 1709.
C.  Annakapelle. Im neugotischen Altaraufbau Figur der hl. Anna selbdritt, fränkisch, um 1500. Auf den Flügeln Heilige in Flachrelief, um 1500: innen Sebastian und Katharina, außen Hieronymus und Augustinus. Tafelbild: Anbetung der Könige, fränkisch, um 1510/20. – Schmiedeeisernes Gitter 1681.
D.  Konradkapelle. Gewölbemalerei: Marienkrönung, um 1420. – Im neugotischen Altar bedeutendes Tafelbild aus Freising: Mariä Heimsuchung, in raumtiefer Landschaft, von dem danach benannten Meister der Freisinger Heimsuchung, um 1475. Darüber Holzrelief Geburt Christi, schwäbisch-fränkisch, um 1500. – Grabplatte des Bischofs Wolfhard von Roth, gest. 1302. Ausgezeichneter Bronzeguß, am Fuß Inschrift: Otto me cera fecit, Cunratque per era, wonach Meister Otto das Werk in Wachs modellierte und Meister Konrad in Erz gegossen hat. Dem Stilempfinden der Gotik entsprechend wird die Hinfälligkeit des Leibes und der Gesichtsausdruck des Toten in streng vergeistigte Form übertragen. – Grabmal des Fürstbischofs Johann Egolf von Knöringen, gest. 1575, von Paul Mair1576. – Epitaph für Christoph und Ursula vom Berg, bez. mit Monogramm MS, um 1579. – Schmiedeeisernes Gitter 1691.
E.  Gertrudkapelle. An ihrer Stelle stand vor dem Chorneubau die Stiftskirche St. Gertrud. – Glasmalerei im Mittelfenster gegen 1415, dem Meister des Astaler-Fensters in der Münchener Frauenkirche zugeschrieben. In Medaillons Dornenkrönung, Geißelung und Kreuztragung Christi, im Maßwerk die Auferstehung mit zwei Marien. Die seitlichen Fenster 1962 von Joseph Oberberger. – Im zweigeschossigen Altarschrein feingliedrige Schnitzgruppe: Marientod, dem Meister des Mörlin-Epitaphs nahestehend, um 1510, aus >> kath. Hl. Kreuz, auf den Flügeltafeln die 10 000 Märtyrer und die 14 Nothelfer, außen Gregorsmesse und hl. Hieronymus, von einem unbekannten Augsburger Maler dieser Zeit. Darüber Schnitzgruppe: Marienkrönung, aus Unterzeismering am Starnberger See, auf den (nicht zugehörigen?) Flügeln Allerheiligen, außen stehende Heilige, Leonhard Beck zugeschrieben, um 1520. – Rotmarmorepitaphien von Hans Beierlein (Peurlin) d. J., die traditionelle Kompositionstypen in bildmäßige Reliefs verwandeln: links für Bischof Friedrich von Hohenzollern, gest. 1505, restauriert 1583, mit Kreuzigungsgruppe, hl. Andreas und Stifter im Kircheninnern, bez. M. Hans Beirlin. B. V. A, außen hl. Ulrich und hl. Afra; rechts für Bischof Heinrich von Lichtenau, gest. 1517, mit Christus am Ölberg, hl. Andreas und dem Bischof, ausgeführt um 1507. Darüber Fragmente dekorativer Architekturmalerei, bez. 1558. – Schmiedeeisernes Gitter 1692.
F.  Augustinuskapelle . Im Altar Tafeln aus der Gegend von Steingaden mit Szenen aus dem Marienleben, teilweise nach Holzschnitten von Albrecht Dürer, auf den Flügeln außen Hl. Sippe, schwäbisch-fränkisch, um 1520. – Links Grabmal des Bischofs Peter von Schaumberg, gest. 1469. Auf der Tumba Sandsteinplatte mit Darstellung des verwesenden Leichnams, davor die eigentliche Grabplatte mit Bronzeinschrift. Zwei weitere Gedenktafeln an und über der Tumba. Grabplatte und obere Gedenktafel schon 1467 fertiggestellt, die anderen Teile um 1469, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben. – Rechts Grabmal für Bischof Johannes Graf von Werdenberg, gest. 1486, wohl von Hans Beierlein (Peurlin) d. J. mit Darstellung des Verstorbenen; an der Tumba Wappenreihe. – Schmiedeeisernes Gitter 1692.
G.  Wolfgangskapelle. Im neugotischen Altaraufbau prächtiges Tafelgemälde von Christoph Amberger, 1554: Thronende Muttergottes zwischen den Bistumspatronen Ulrich und Afra, unten sieben Begleitfiguren aus der Afralegende, auf das von Hans Holbein d. Ä. 1508/09 gemalte Tafelbild des Choraltars zurückgehend, das im Bildersturm zerstört wurde; urspr. auf dem Bronzealtar im Ostchor. Seltenes Beispiel für die Verbindung altdeutscher Bildtradition mit dem Figuren- und Farbideal der italienischen Renaissance. – Marmorgrabdenkmal in italienisierendem Barock für Fürstbischof Johann Christoph von Freyberg, gest. 1690, unter Johann Jakob Herkommer1713 in Füssen geschaffen. – Unter dem Mittelfenster Epitaph für Weihbischof Sebastian Breuning, 1605 von Christoph Murmann d. J. – Schmiedeeisernes Gitter 1696 von Georg Schaferler.
H.  Chorsakristei. Außen Grabmal für Fürstbischof Joseph, Landgraf von Hessen-Darmstadt, gest. 1768, von Paul Sebastian Ingerl. – Innen Altar mit Gemälde: Gnadenstuhl, in der Predella Madonna, Umkreis von Peter Candidum 1590. – Gemälde: Synode im Augsburger Dom 1610, von Thomas Maurer, 1616. Hl. Johann Nepomuk, 1729 von Johann Georg Bergmüller. – Fassaden der Paramentenschränke 17. Jh., der westliche Schrank 1581. Die Kunstgegenstände teilweise im >> Diözesanmuseum.
Langhaus
Wandmalereien: Die drei Frauen am Grab, an der Südseite des östlichen Westchorpfeilers, um 1430, dazwischen Fragment eines Erbärmdechristus, um 1360. – Glasgemälde: In fünf Fenstern der südlichen Mittelschiffhochwand frontal stehende Propheten: Jonas, Daniel, Hosea, David, Moses (um 1550 weitgehend erneuert); Rest einer größeren Reihe, nach 1132. Der feierlich ernste Linienstil und die großflächige Farbigkeit entsprechen am nächsten Zwiefaltener Buchmalereien des frühen 12. Jhs. Als der älteste erhaltene Zyklus großen Formats lassen sie den hohen Stand der süddeutschen Glasmalerei der Hochromanik erkennen. – Im mittleren Fenster des nördlichen Seitenschiffs: Verkündigung, Geburt Christi und Marienkrönung, Peter Hemmel von Andlau zugewiesen, nach 1493. – Im südlichen Seitenschiff fünf Scheiben, urspr. in >> St. Ulrich und Afra, nach Hans Holbein d. Ä., um 1500: hl. Ursula mit kniender Nonne, thronende Muttergottes (Gesicht neu) mit hl. Joseph und anbetenden Königen.
Altäre: Herz-Jesu- und Sakramentsaltar an der Ostwand des südlichen Seitenschiffs 1991. Sandsteinantependium mit Blendmaßwerk, ehem. Rückwand des Ostchoraltars-Stipes, 1497. – Kreuzaltar an der Ostwand des nördlichen Seitenschiffs. Großer Kruzifix, fränkisch, um 1520. Die schwebenden Engel stark überarbeitet, Ende 15. Jh. Predellarelief: Beweinung Christi, bayerisch, um 1520. – Nebenaltäre an den vier östlichen Langhauspfeilern mit vier Tafelbildern: Opfer Joachims, Geburt Mariä, Tempelgang Mariä, Beschneidung Christi (bez.), 1493 von Hans Holbein d. Ä. Flügelbilder eines wohl für das Kloster Weingarten in Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Michel Erhart in Ulm geschaffenen Altars. „In der feinfühligen Auffassung weiblicher Anmut und der milden Schönheit der Farbe zeigt sich Holbeins Individualität schon völlig entwickelt.“ (Georg Dehio) In den Predellen je zwei nicht zugehörige Passionstäfelchen. – Auf den Nebenaltären an den vier westlichen Langhauspfeilern vier Tafelbilder: Geburt Christi, Anbetung der Könige, Marientod, Marienkrönung, Jörg Stocker aus Ulm zugeschrieben, vom Hochaltar der Pfarrkirche in >> Unterknöringen, geweiht 1484. – Petrus-Canisius-Altar gegenüber der Kanzel, Schnitzwerk 1894 von Georg Busch.
Kanzel, Rotmarmor, 1946 von Karl Killer. – Laiengestühl, Eichenholz, 1732–1737. An den Wangen sowie an den Stirn- und Rückwänden Akanthus- und Bandelwerk. – Figuren: 19 Steinfiguren an den Wänden der Turmuntergeschosse und der Chorsakristei, 1343, urspr. am Nordportal, hervorzuheben Muttergottes und Kaiserin Adelheid mit Kirchenmodell. Tympanon mit Marienleben an der Innenwand des Nordportals urspr. außen. – Gedenktafel am Pfeiler zum nördlichen Querhaus zu Ehren Kaiser Ottos III., 1513 gestiftet von Kurfürst Friedrich von Sachsen, Hans Daucher zugeschrieben. In schlichtem Rahmen mit Wappen, verschiedener deutscher Marmor. Die imperiale Würde wird allein durch die monumental-antikisierende Kapitalis verliehen.
Querhaus und Westchor
Wandmalereien: Im südlichen Querschiff Reste des ottonischen Mäanderfrieses und Fragmente figürlicher Malerei. – Riesenfigur des hl. Christophorus an der Westwand, bez. 1491, Ulrich Apt zugeschrieben. – In der Südwand monumentales Glasgemälde: Maria als Thron Salomonis, um 1330/40, 1837/38 stellenweise erneuert. In fünftürmiger, goldstrahlender Architektur vor grün und rot gemustertem Grund unten Verkündigung, Anbetung der Könige, Madonna mit Stifter, darüber König Salomo zwischen David und Josias, oben thronende Muttergottes zwischen Tugenden und Propheten, darüber Engel. Typus und Ikonographie verweisen auf Schwaben und den Oberrhein.
Altäre: Im Westchor Bronzeretabel über Sandsteinmensa, ehem. Hochaltar des Ostchors, 1447. Rahmenwerk in architektonischen Formen, aus drei zur Mitte ansteigenden Kielbogen, an den Seiten halbe Kielbogen, über den Fialen Kreuzigungsgruppe. – Fragment eines Säulenbaldachins mit Flechtbandreliefs an der Chorsüdwand, vielleicht von einem Altarziborium oder einem eucharistischen Wandschrank, wohl erste Hälfte 12. Jh. Darunter silbernes Kreuzreliquiar, um 1540 und um 1600, Sockel um 1700 von Johann Joachim Lutz. – Thekla- Altar im nördlichen Querschiff. Neugotischer Aufbau, im Gesprenge hl. Katharina und hl. Barbara, schwäbisch, um 1500, im Schrein Kreuzigung Christi, fränkisch um 1500, in der Predella wohl zugehörige Beweinung. – Altar im südlichen Querschiff neugotisch, mit Kopie einer Beweinungsgruppe, Ulm, nach 1500, Original in >>  Höselhurst.
Taufstein vor dem Choraltar erste Hälfte 17. Jh. – Bischofsthron im Chorscheitel, Stein, über profiliertem Sockel der halbrunde Sitz auf zwei kauernden Löwen, wohl erste Hälfte 12. Jh. – Westchorgestühl, bez. 1495, mit vorzüglichen Schnitzereien, Ulrich Glurer zugeschrieben, an den Wangen der hinteren Reihe Heiligenfiguren, auf denen der vorderen Reihe alttestamentarische Gruppen. – Gemälde: 78 Bildnisse der Augsburger Bischöfe im nördlichen Querschiff, begonnen 1488, erneuert 1591, bis zur Gegenwart fortgesetzt. – Figuren: Kerkerchristus, in einer Bogennische des nördlichen Querschiffs, 1769. – Missionskreuz, lebensgroß, im südlichen Querschiff, Mitte 18. Jh. – Grabdenkmäler: Grabplatte für Bischof Friedrich Spät von Faimingen, gest. 1331, an der Ostwand des nördlichen Querschiffs. – Grabplatte für Bischof Walter von Hochschlitz, gest. 1369, an der Nordwand. – Hochgrab für Konrad und Afra Hirn in der Mitte des nördlichen Querschiffs, ehem. in der Goldschmiedekapelle bei >> St. Anna, Ulrich Wolfhartshauser zugeschrieben, 1425. Auf den Seiten der Sandsteintumba Auferstehung mit den drei Marien, Propheten, Inschrift. Auf der Rotmarmorplatte hl. Helena und hl. Jakobus, Umschrift. – Epitaph des Domherrn Franz Xaver Nikolaus Graf Schenk von Castell, gest. 1761, unterhalb der Chorschranken, von Ignaz Wilhelm Verhelst. Über einem Sockel Sarkophag mit trauernder Frauenfigur. – Metallarbeiten: Kronleuchter im Westchor, Gelbguß, um 1430. Reich durchbrochener, sechseckiger Turm, daran in zwei Geschossen die Leuchterarme, an den unteren jeweils eine kleine Figur. – Schmiedeeisernes Westchorgitter 1656.
Krypta
Wandmalereien: Im vorderen Teil Reste des 14.–16. Jhs., im östlichen Abschnitt Kreuzigungsgruppe mit Maria, Johannes und Evangelistensymbolen am östlichen Eingangspfeiler, nördlich davon Schmerzensmann, alle um Mitte des 14. Jhs. – Antependium des Altars in der Westapsis, um 800, mit Kreuz und pflanzlichen Motiven in Flechtbandornamentik, aus dem karolingischen Dom. – Holzfigur, hl. Petrus, alpenländisch, 15. Jh., aus dem Kunsthandel.
Kapellenanbauten
K.  Doppelkapelle an der Westseite des südlichen Querschiffs. Die Unterkapelle 1326 St. Andreas geweiht, die Oberkapelle 1329 St. Hilaria. Außen einheitlicher Baukörper mit Strebepfeilern und Pultdach. Innen vier Joche mit Kreuzrippengewölben auf Pyramidenkonsolen. – In der Andreaskapelle lebensgroßer Kruzifix, Ehrgott Bernhard Bendl zugeschrieben, Anfang 18. Jh. – Altar in der Hilariakapelle um 1765 von Franz Karl Schwertle, aus dem Dominikanerinnenkloster St. Ulrich in >> Dillingen a. d. Donau. – Altarbild: Darstellung im Tempel, Umkreis von Konrad Huber, um 1800.
L. Ulrichskapelle ( Blasiuskapelle ) an der Nordseite des nördlichen Querschiffs. Das Portal an der Westseite zur Kornhausgasse bez. 1484. Im spitzbogigen Tympanon (Kopie, Original im Westflügel des Kreuzgangs) thronende Muttergottes mit hl. Ulrich und hl. Afra und zwei Wappenschilden. Zweiteiliger Raum, im Osten hohes Tonnengewölbe mit Stichkappen und Rippen, im Westteil Netzgewölbe, östlich auf romanischer Säule mit Eckzehenbasis und Würfelkapitell, erste Hälfte 12. Jh., westlich auf spätgotischem Rundpfeiler ohne Kapitell. – Im Boden zwei „Archäologische Fenster“ über Bauresten des 2.–10. Jhs. – Im Nebenraum Freskofragment: Kreuzigung Christi, Anfang 14. Jh.
M.  Marienkapelle am nördlichen Seitenschiff, 1720/22 nach Plänen von Gabriel de Gabrieli errichtet. Reich ausgestatteter Zentralraum mit nischenartigen Kreuzarmen, Westempore, Kuppel und Laterne. – In der Kuppel zarter Bandelwerkstuck. – Die 1944 beschädigten Fresken des Marienlebens zugleich Allegorien der Jahreszeiten, 1721 von Johann Georg Bergmüller, 1987/88 großenteils neu gemalt. – Altar aus der Erbauungszeit der Kapelle. Aufbau mit Säulen, Pilastern und geschwungenem Gebälk aus marmoriertem Holz, oben Stifterwappen Pollheim/Gymnich. Figuren: links Joseph, rechts Joachim, am Sockel links König David(?), rechts Zacharias, außen Elisabeth und Anna, alle von Ehrgott Bernhard Bendl. In der Mittelnische Sandsteinfigur der stehenden Maria, vom >> Enzberg-Epitaph im Kreuzgang, neu gefaßt, Augsburger Arbeit um 1340, verwandt den Madonnenfiguren in der Kreuzgangkapelle der Stiftskirche Ellwangen und in der Vorhalle der Klosterkirche Fürstenfeld. Darunter Metallplatte mit Chronogramm 1719 und 1722. – An der Westwand Gemälde mit den hll. Schutzengeln, 1714 von Bergmüller, bez., ehem. in >> St. Anna.
N.  Dompfarrsakristei. Zweigeschossiges Gebäude mit Walmdach am Südturm, 1766 durch Johann Bernhard Nigg erbaut. – Im großen Sakristeiraum des Erdgeschosses stuckierte Decke mit Rocaillen und Fresko: Christus am Kreuz mit Ecclesia und Hohepriester, 1766 von Gottfried Bernhard Göz, stark restauriert. – Wandbrunnen bez. 1766. – Altarmensa, Marmor, darüber Tafelbild des Gekreuzigten, um 1670. – Sakristeischränke aus der Bauzeit.
Kreuzgang
Der Südflügel des älteren Kreuzgangs in der ersten Hälfte des 14. Jhs. als äußeres nördliches Seitenschiff in die Kirche einbezogen. Umbau der restlichen Flügel seit etwa 1470, Hans von Hildesheim zugeschrieben (Zugang über das >> Diözesanmuseum). Westflügel am vierten Schlußstein von Norden bez. 1479; Nordflügel ca. 1479–1488, am zweiten Joch von Osten bez. 1486; Ostflügel etwa 1488 (bez. über dem Eingang) bis 1510, unter Beteiligung von Burkhard Engelberg. Die vier südlichen Joche des Westflügels um 1720 als Vorraum zur Marienkapelle umgebaut. – Netz- und Sterngewölbe auf Pyramidenkonsolen, im Ostflügel auf Maskenkonsolen. Zumeist Wappenschlußsteine von verschiedenem Typus, mit Stifterinschrift und Datum. Hervorzuheben: vierpaßförmiger Schlußstein, Relief der Muttergottes mit Stifter und Johannes Evangelist, bez. 1488, im ersten Joch von Osten des Nordflügels; sternförmiger Schlußstein mit Relief der Heimsuchung Mariä, bez. 1486, ebenda im siebten Joch. Über dem Südteil des Westflügels gedrückte Tonne mit leichtem Stuck, um 1720; die Pilaster an der Ostwand markieren den ehem. Zugang zur Marienkapelle. In der Südwand des Westflügels zwei Rechtecknischen mit drei romanischen Säulen und zwei palmettengeschmückten Kämpfern, zum ehem. >> Kapitelsaal gehörig. – Über der Spitzbogentür zum Kreuzganggarten im Ostflügel kleines Rundfenster mit Palmettenbordüre, um 1230. – Dreibahnige, spitzbogige Fenster, mit Fischblasen, Kreissegmenten oder überkreuzten Stäben als Maßwerk, erneuert. – Spitzbogiges Portal vom Westflügel zur Kirche, Gewände zweistufig, mit Palmettenfriesen, dazwischen Säulen mit Palmettenkapitellen und Rundstabarchivolte, um 1230.
Grabdenkmäler: Hinsichtlich der Zahl der Monumente der reichste Kreuzgang Deutschlands. Erhalten blieben 401 Epitaphien und Grabplatten; in vielen Fällen ist der urspr. Zusammenhang von Epitaph und Grabplatte gewahrt. Die Entwicklung des Epitaphs läßt sich von der Mitte des 14. Jhs. bis zum 18. Jh. fast lückenlos verfolgen. Besonders aus der Augsburger Spätgotik und Renaissance Werke der Hauptmeister, doch sind viele Zuschreibungen ungesichert oder umstritten.
Ostflügel. Erstes Joch von Süden: Epitaph Jodokus Seitz, gest. 1471. Beweinung Christi mit hl. Magdalena und Stifter, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben. – Epitaph Dr. med. Johannes Diem, gest. 1471. Sitzende Muttergottes mit hl. Katharina und Stiftern, das Christuskind greift nach dem Doktorhut Diems, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben. – Viertes Joch: Epitaph für Reichart Klieber, gest. 1491, und seine Frau Anna, gest. 1498. Hl. Anna selbdritt in Dreipaßnische, Gregor Erhart zugeschrieben. – Epitaph Dorothea von Rammingen, gest. 1462. Thronende Muttergottes zwischen Stifterehepaar, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben. – Epitaph für Heinrich Truchseß von Höfingen, gest. 1494, und seine Frau, gest. 1468. Thronende Muttergottes auf Säule, unten die beiden Stifter, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben, um 1468. – Fünftes Joch: Epitaph für Konrad von Minwitz, gest. 1442, und seine Frau. Muttergottes, hl. Barbara und Stifter unter Doppelarkade, dem Meister der Schwangau-Tumba zugeschrieben. – Sechstes Joch: Epitaph Dr. med. Adolph Occo, gest. 1503. Brustbild des Arztes inmitten seiner Bücher in einer von Maßwerk gerahmten Nische, Gregor Erhart zugeschrieben. „Ein in der Auffassung, die man spezifisch humanistisch nennen darf, alleinstehendes, auch künstlerisch bedeutendes Stück“ (Georg Dehio). – Epitaph für Ludwig von Freyberg, gest. 1487, und seine beiden Frauen, bez. 1485, Hans Beierlein (Peurlin) d. J. zugeschrieben. An der Rückwand einer tiefen Nische thronende Muttergottes auf der Säule, hl. Petrus und die Stifter. Schmiedeeisernes Gitter Ende 17. Jh., darunter Inschriftplatte. – Siebtes Joch: Epitaph für Martin von Waldeck, gest. 1524, und seine Frau. Über der Inschriftplatte zweiteiliges Relief: oben Ölberg, unten die Stifter, Loy Hering zugeschrieben. – Achtes Joch: Epitaph Andreas Zierenberger, gest. 1507. In Renaissancerahmen Kreuzigung Christi mit Heiligen und dem Verstorbenen, darüber Lünette mit Gottvater und der Taube, Gregor Erhart, auch Loy Hering zugeschrieben. – Epitaph Vitus Meler, gest. 1517. Beweinung Christi mit Heiligen und Stifter, in der Lünette Schweißtuch Christi mit Putten, Gregor Erhart, auch Loy Hering zugeschrieben; gleicher Typus und gleiche Hand wie das vorhergehende, beide um 1510. – Grabdenkmal des Vitus Meler, gest. 1517. Relieffigur eines Pilgers zwischen Urnen mit Totenflammen in rundbogiger Nische. Statuarische Körperauffassung im Sinne des Renaissance bei spätgotischer Detailbildung. Rotmarmor mit Kalksteineinlagen, Hans Beierlein (Peurlin) d. J., auch Loy Hering sowie Gregor Erhart zugeschrieben.
Nordflügel. Erstes Joch von Osten: In der Ostwand Rechtecknische mit thronender Muttergottes, Engel und Stifter, um 1360, wohl von der Südportalhütte des Doms. – Epitaph für Dr. Gregor Neidhart, gest. 1530, mit Relief der Beweinung Christi und des davor knienden Domherrn. Zweitausführung in der Antoniuskapelle von >> Zusmarshausen. – An der Nordwand Epitaph des Generalvikars Jakob Heinrichmann, gest. 1561. Der Verstorbene vor dem Gekreuzigten, rechts wird er ins Grab gelegt, die Erben holen sich rechts seine Habseligkeiten aus seinem Haus, links übernimmt der Nachfolger mit Urkunde und Schlüssel das Generalvikariat. Solnhofener Stein in Kalksteinrahmen, Christoph Murmann d. Ä. zugewiesen. Zweitausführung in der Antoniuskapelle von >> Zusmarshausen. – Zweites Joch: Epitaph Ambrosius von Gumppenberg, gest. 1574. Kreuzigungsgruppe in weiter Landschaft mit Auferstehung Christi, davor der Stifter. Anspruchsvoller antikisierender Rahmen auf Volutenkonsolen mit Sockel, Säulen, Gebälk und Giebel. – Fünftes Joch: Epitaph Konrad Rot, gest. 1458. Der Stifter von Heiligem mit Doppelkreuz (Antonius Eremita?) der Muttergottes empfohlen, dem Meister der Schwangau-Tumba zugeschrieben. – Sechstes Joch: Epitaph Ulrich von Frundsberg (1487–1493 Bischof von Trient). Zwei hl. Bischöfe (Ulrich und Vigilius) präsentieren den Stifter der Muttergottes. – Epitaph Heinrich der Bursner, gest. 1348. Thronende Muttergottes in rosettenbesetzter Rechtecknische, hl. Servatius und Johannes der Täufer, der den Stifter empfiehlt. Fast freiplastisches Relief, den Skulpturen des Nordportals nahestehend. – Siebtes Joch: Epitaph Johannes von Wolfstein, gest. 1519. In schlichten Renaissanceformen gerahmtes Relief: Anbetung der Könige mit Stifter, in Räumlichkeit und Figurenbildung reiche Komposition, Gregor Erhart zugeschrieben, doch wohl von Loy Hering. – Achtes Joch: Epitaph der Domvikare, die zugleich Kanoniker bei St. Peter am Perlach waren, um 1522. Petrus in Kathedra, Rundbogennische mit architektonischem Rahmen aus Pilastern und Gebälk, Gregor Erhart zugewiesen, Kopf und Hände 1944 verloren. – Neuntes Joch: Epitaph Konrad Adelmann von Adelmannsfelden, gest. 1547. Muttergottes in der Glorie, hl. Bartholomäus mit Stifter, hl. Hieronymus und hl. Paulus. Replik des 1537 nach >> Holzheim geretteten, 1520/23 von Hans Daucher geschaffenen Epitaphs, um 1547. Außen freskierter Rahmen, bez. IB 1549 ( Jörg Breu d. J. ?). – Zehntes Joch: Epitaph für den Priester Heinrich, gest. 1350. Tiefes Nischenrelief mit Schmerzensmann und Stifter, wohl der Gruppe der frühen Epitaphien im Kreuzgang zuzurechnen. – Westwand: Epitaph Eberhard Kadmer, gest. 1507. Vesperbild mit Andreas, Petrus, Barbara, Leidensengeln und kniendem Stifter, durch Bogenmaßwerk gerahmt, dem Kreis Gregor Erharts, auch dem Meister des Mörlin-Epitaphs zugeschrieben. – Epitaph Ulrich Burggraf, um 1350. Kastenrelief, der Verstorbene kniet vor der Muttergottes. – Epitaph für Burkhard von Isenburg, gest. 1438, und Heinrich von Ellerbach, gest. 1408. Unter Baldachin mit drei Eselsbogen präsentieren zwei ritterliche Heilige die Verstorbenen der Muttergottes im Strahlenkranz, dem Meister der Schwangau-Tumba zugeschrieben. – Epitaph Christoph von Bollstadt, gest. 1607. Flachrelief, Solnhofener Stein. Verkündigung mit Stifter, stürmische Komposition nach Federico Barocci, Christoph Murmann d. J. zugewiesen .
Westflügel. Erstes Joch von Norden: Namenloses Epitaph um 1350, symmetrisch aufgebautes Kastenrelief. Zwei Priester werden durch die hll. Magdalena und Katharina der Muttergottes vorgestellt. Der Werkstatt des Südportals nahestehend. – Grabplatte Konrad Harscher, gest. 1493, Rotmarmor, Relieffigur des Verstorbenen von verhaltener Individualität bei sensibler Liniensprache, Hans Beierlein (Peurlin) d. J. nahestehend. – Doppelepitaph Eberhard Sturmfeder, gest. 1602, und Heinrich Nagel, gest. 1601, bez. HR (= Hans Reichle ). Figurenreiche Terrakottareliefs in schwarzer, architektonischer Rahmung, links Steinigung des hl. Stephanus, rechts Auferstehung Christi, beschädigt. – Epitaph Wilhelm Peuscher, gest. 1500. Sandsteinrelief, stehende Muttergottes von Engeln bekrönt, hl. Georg und hl. Ulrich mit dem Verstorbenen. Darunter seine Grabplatte, Rotmarmor, Relieffigur des Verstorbenen, stilistisch der >> Grabplatte für Konrad Harscher nahestehend. – Zweites Joch: Epitaph Konrad von Welden, gest. 1441. Wolkenbandgerahmte Nische mit thronender Muttergottes und Verstorbenem, dem Meister der Schwangau-Tumba zugeschrieben. – Epitaph Bartholomäus von Welden, gest. 1494. Vesperbild mit hl. Katharina, Stifter und hl. Barbara, teilweise ergänzt. Davor Gitter, 1768. – Darüber Epitaph Leonhard Gässel, gest. 1465. Der Stifter zwischen hl. Sebastian und hl. Barbara, darüber Halbfigur der Muttergottes, von Engeln getragen, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben. – Drittes Joch: Grabplatte für drei Kanoniker des Namens Freyberg, der letzte, Burkhard, gest. 1502, Rotmarmor. Drei Reliefbildnisse in Medaillons, Hans Beierlein (Peurlin) d. J. zugeschrieben. – Epitaph Christoph von Tannberg, gest. 1519, bez. JM ( Jakob Murmann d. Ä. ). In flacher, von Muschel bekrönter Nische Verkündigung mit hl. Christoph, hl. Andreas und Stifter, Solnhofener Stein. – Epitaph Konrad von Hürnheim, gest. 1517. Deesis mit drei Heiligen und zwei Stiftern, Flachrelief aus Solnhofener Stein in Kalksteinrahmen. – Gegenüber ehem. Tympanon der >> Blasiuskapelle 1484, Hans Beierlein (Peurlin) d. J. zugeschrieben. – Epitaph Rudolph von Westerstetten, gest. 1447. Schmerzensmann, von Engel gestützt, und Stifter, Ulrich Wolfhartshauser zugeschrieben. – Viertes Joch Ostwand: Epitaph Konrad Schenk von Schenkenstein, gest. 1475, Rotmarmor. Unter Maßwerkbaldachinen der Schmerzensmann, flankiert von hl. Barbara und Stifter als Halbfiguren auf Konsolen. – Fünftes Joch Ostwand: Epitaph Bernhard von Waldkirch, gest. 1523. In architektonischem Rahmen Verklärung Christi und Stifter, Loy Hering zugeschrieben. – Am Pfeiler zum barocken Teil des Kreuzgangs Epitaph Otto von Schaumberg, gest. 1478, und Heinrich Groß von Trockau, gest. 1501. Die hll. Georg und Petrus empfehlen die Verstorbenen der von Engeln gekrönten Muttergottes, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben, um 1478. – Epitaph Johannes von Rammingen, gest. 1491. Der Verstorbene zwischen der Muttergottes und Johannes dem Täufer, oben Weltenrichter, Werkstatt Hans Beierlein (Peurlin) d. J. – Im barocken Teil des Westflügels an der Westwand: Epitaph für Heinrich, gest. 1460, und Christian von Freyberg, gest. 1474. Stehende Muttergottes, von Engeln gekrönt, zwischen den hll. Laurentius und Sebastian mit den Verstorbenen, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben. – Grabplatte für Heinrich, gest. 1460, und Christian von Freyberg, gest. 1474, und Ludwig von Zillenhart, gest. 1519. Rotmarmor, drei Medaillons mit Halbfiguren von Geistlichen, Wappen und Ranken, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben, um 1475. – Epitaph für Ulrich von Rechberg und seine Familie, errichtet 1501. Die hll. Ulrich und Katharina stellen der thronenden Muttergottes drei Mitglieder der Familie vor, Gregor Erhart zugeschrieben. – Epitaph Albert vom Stain, gest. 1461. Der Kanoniker kniet vor der thronenden Muttergottes in Rundbogennische mit Wolkenband, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben, um 1455. – Epitaph Johannes Wilsgefert, gest. 1470. Der Verstorbene mit der hl. Maria Magdalena vor dem Auferstandenen, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben. – Grabplatte Otto von Schaumberg, gest. 1478, und Heinrich Groß von Trockau, gest. 1501, Rotmarmor. Flachrelief mit totem Kleriker, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben, um 1478. – Epitaph Dietrich von Hauenstein, gest. 1308, Engelhard, gest. 1362, und Gerold von Enzberg, gest. 1374. Über der Inschriftplatte Doppelkonsole mit betenden Stiftern, darüber Miniatursarkophag mit liegender Stifterfigur, darüber urspr. Madonnenstatue, jetzt in der >> Marienkapelle. – Epitaph Johann Baptist Freiherr von Kagenegg, gest. 1764. Inschriftplatte mit Pilasterrahmen hinter einem Sarkophag, darauf modisch gekleidete männliche Figur, oben Allegorie der Göttlichen Vorsehung, von Paul Sebastian Ingerl. Davor schmiedeeisernes Gitter. – Epitaph Christoph von Knöringen, gest. 1514. Beweinung Christi mit dem hl. Andreas, dem hl. Christophorus und dem Verstorbenen in Maßwerknische, dem Meister des Mörlin-Epitaphs und der Werkstatt Gregor Erharts zugewiesen. – Epitaph Christoph von Knöringen, gest. 1501. Thronende Muttergottes mit hl. Christophorus und Verstorbenem, dem Meister des Mörlin-Epitaphs und Gregor Erhart zugeschrieben. – An der Ostwand Grabplatte Heinrich Truchseß von Höfingen, gest. 1468. Relieffigur des Verstorbenen, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben.
O.  Katharinenkapelle am Westflügel des Kreuzgangs. Gegründet 1300, erneuert 1564, Portalgitter um 1700. – Einjochig mit Kreuzrippengewölbe, im dreiseitig geschlossenen Chor Schlußstein mit Hand Gottes. – In der Ostwand fünf Reliefs des Marienlebens, vom ehem. Altarretabel, Solnhofener Stein, um 1564. – An der Nordwand Epitaph Albert von Rechberg, gest. 1471. Thronende Muttergottes mit Stifter und Spruchbändern, Hans Beierlein (Peurlin) d. Ä. zugeschrieben.
P.  Alter Kapitelsaal am Westflügel des Kreuzgangs, erste Hälfte 12. Jh. Halle aus dreimal drei Kreuzgratgewölben auf vier Freisäulen mit Schildkapitellen. An den Wänden freistehende Säulchen, wohl erste Hälfte 13. Jh., teilweise durch neuere Wandpfeiler ersetzt. Nach dem Kreuzgang ehem. in drei Arkaden auf Säulen und Wandpfeilern geöffnet.

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