BAD BRAMSTEDT / Ev. Kirche / Orgelempore

Ev. Kirche, ehem. St. Maria Magdalena. Erste Erwähnung 1315. Längsrechteckiger, flach gedeckter Backsteinsaalbau wohl des 14. Jh. über romanischen Granitfundamenten im westl. Teil mit zwei kämpferlosen, gestuften Spitzbogenportalen (vermauert) auf der Südseite. Ausbau mit neuem Dach 1513 (d). Fenster und Ostgiebel neugotisch 1878. – Westverlängerung mit zwei schmalen Rundbogenfenstern an jeder Seite im Zusammenhang mit dem Bau des quadratischen Westgiebelturmes 1635/36, der innen von zwei kräftigen, achteckigen Holzpfeilern abgestützt wird, Zwischendecke mit Bemalung der Erbauungszeit. Holzbalkendecke des Saals mit Bemalungsresten von 1732, sign. W. C. Wiel und J. B. Thien, marmorierte Balken, Fragmente von Tondi mit emblematischen Bildern, das Dekorationssystem 1845 unter der Orgelempore fortgeführt. – Neuerer Südanbau. – Schnitzaltar, E. 14. Jh., 1625 umgestaltet. Schrein und Flügel quergeteilt. In der oberen Zone Einzelfiguren unter Maßwerkbaldachinen, Christus und Maria thronend zwischen stehenden Heiligen, zum urspr. Bestand gehörig. In der unteren Zone acht gemalte Passionsszenen von 1625, gleichzeitig das Abendmahlsgemälde auf der Predella und der ausladende Spätrenaissanceaufsatz mit bekrönender Kartusche, in der die Dreieinigkeit dargestellt ist. – Frühgotische Bronzetaufe des 13. Jh. Kesselförmige Fünte auf drei männlichen Trägerfiguren. An der Wandung in flachem Relief mehrfach thronender Christus und kleine Medaillons mit Evangelistensymbolen, am oberen Rand umlaufende Unzialschrift. – Kanzel um 1625, 1879 Treppe und Schalldeckel erneuert. Polygonaler Korb durch Hermenpilaster gegliedert, in den schmalen Feldern Relieffiguren von Christus und Evangelisten. – Holzempore, im Osten U-förmig zusammen mit den beiden darunter liegenden Logen 2. H. 17. Jh. Bildfelder zwischen marmorierten Pilastern mit Szenen aus dem Leben Christi und Johannis Ev. Verlängerung an der Südwand mit emblematischen Darstellungen in Blaumalerei ähnlich den Deckentondi, 18. Jh., bis an den älteren Singechor mit Szenen aus dem Leben Christi im Stil der Chorempore. Anschließende Orgelempore im Westen, zusammen mit der Orgel von 1845. – Lebensgroße Kreuzgruppe E. 15. Jh. – Ausdrucksvolle Schnitzfigur einer stehenden Maria Magdalena, A. 16. Jh. – Sandsteinepitaph Steding1586, gediegenes Werk des Floris-Stils. Zwischen Pilasterädikula und Inschrifttafel mit ornamentalem Unterhang kräftig ausgebildeter Kenotaph, darauf die Liegefigur der Verstorbenen. – Zwei große Messingkronleuchter 1700 und 1752. – Unter den Grabsteinen auf dem Kirchhof mehrere spätklassizistische Sandsteinstelen. Links vor der Kirche gusseisernes Freimaurer- Grabmal für Prof. F. L. W. Meyer († 1840). Dreiseitiger Obelisk auf klassizistischem Sockel, umfriedet von Ketten zwischen schönen Balusterpfosten.

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