BARMSTEDT / Ev. Heilig-Geist-Kirche / Kanzel
Ev.
Heilig-Geist-Kirche. Kirchspiel um 1140 genannt. Nachgewiesen
Fundamente einer einschiffigen Feldsteinkirche mit abgesetzem Chor und Apsis,
erhalten der runde Westturm, der 1841–43 innen und
außen mit Ziegeln ummantelt wurde. Sein achtseitiger, schlanker
Spitzhelm vielleicht noch gotisch. 1717/18 Neubau des Schiffes als schlichter,
außen durch flache Stützpfeiler gegliederter, dreiseitig
geschlossener Backsteinsaal mit flacher Holztonne von J. L. Nerger, Hamburg. Große
Korbbogenfenster. Portale in der Querachse und im Westen. –
Deckenmalerei
1754–56 von H. H. Morthorst, Himmel über
seitlichen Landschaftsstreifen mit einzelnen, auf den Neuen Bund
bezüglichen Szenen und thronendem Lamm Gottes im Osten, derb, jedoch
von guter Gesamtwirkung. – Einheitliche Ausstattung aus der
Erbauungszeit:
Altaraufsatz,
hölzerne Barockädikula mit vollplastischer Kreuzgruppe in
großer Flachnische, flankiert von Freifiguren Petri und Pauli, im
Rundbogengiebel Relief der Grablegung, als Bekrönung der Auferstandene
und Engel, ländliche Variante des ehem. Hochaltars der
Lübecker Marienkirche von Th.
Quellinus. –
Holztaufe in Gestalt eines von drei Putten
getragenen Wolkenkranzes mit geschweiftem Deckel aus Blech. –
Kanzel, polygonaler, von Moses
getragener Korb, auf dessen wulstigem Sockelgesims Christus und die Evangelisten
sitzen. Dazu Schalldeckel und Treppe. – Hufeisenförmige
West- und polygonal gebrochene Ostempore mit querrechteckigen
Emporenbildern, Darstellungen aus dem Leben
Christi, 1843/44 stark
restauriert. – Emporenartige Patronatsloge mit Rantzau-Wappen und
emblematischen Darstellungen in den Brüstungsfeldern. –
Stattliche
Orgel
1720 von J. H. Klapmeyer,
Glückstadt,
Rückpositiv
1960. – Zwei
Messingkronleuchter
1732.

