BERWARTSTEIN / Burg Berwartstein / Rittersaal

Burg Berwartstein. Auf mäßig hohem, bewaldetem Bergrücken am Schnittpunkt mehrerer Täler gelegen. Eine der für den Wasgau charakteristischen Felsburgen (vgl. Altdahn, Drachenfels). 1152 von Kaiser Friedrich I. dem Speyrer Bischof Günther geschenkt. Im 13. Jh. im Besitz eines Ministerialengeschlechts, das sich nach der Burg benannte. 1314 durch die verbündeten Städte Hagenau und Straßburg als Raubnest erobert und zerstört, anschließend wiederaufgebaut. 1347–1472 der Abtei Weißenburg im Elsaß gehörig, von da an in Händen des pfälzischen Kurfürsten, der 1480 die Burg an seinen Marschall, den Thüringer Ritter Hans Drott († 1503) verleiht. Dieser verstärkt die Befestigungen und macht die Burg zum Stützpunkt seiner zahlreichen, vor allem gegen Weißenburg gerichteten Kriegs- und Raubzüge. 1591 Brand, seitdem Ruine. Im 19. Jh. Privatbesitz, 1893–95 zu Wohnzwecken ausgebaut. Im Zweiten Weltkrieg beschädigt.
Die Oberburg liegt auf einem länglichen, steil abfallenden Sandsteinfelsen. Ein Teil der Räume und Gänge und der 104 m tiefe Brunnen sind aus dem Felsen gehauen. Das außen mit Buckelquadern verkleidete Mauerwerk ist etwa zwei Geschosse hoch staufisch, das dritte Geschoß mit Türmen und Altanen stammt vom Ausbau Ende 19. Jh. Den Kern der auf einer niedrigeren Felsstufe errichteten Unterburg bildet der mittelalterliche, im 19. Jh. neu gewölbte sog. Rittersaal mit Aufzugschacht zur darüberliegenden Küche. Die Ringmauer ist zum größten Teil eingestürzt; von ehem. vier runden Flankierungstürmen ist einer erhalten.
An der nordöstlichen Langseite des Felsens die Vorburg aus dem Ende 15. Jh., bestehend aus zwei vorspringenden Geschützbastionen (eine davon jetzt Kapelle) und zwei aus dem Fels gehauenen, höhlenartigen Aufenthaltsräumen für die Mannschaft, deren Decke auf einer Mittelstütze ruht (vgl. Burg Altdahn); sie sind durch gewundene Felsgänge miteinander verbunden, der nördliche hat in der Decke ein Einstiegloch mit Treppe zur Unterburg (nicht besteigbar). In der Südostwand des Burgfelsens ein natürlicher, bis zur Plattform der Oberburg reichender kaminartiger Schacht, der, mit Holztreppen oder Strickleitern versehen, ursprünglich wahrscheinlich den einzigen Zugang bildete und die Burg praktisch uneinnehmbar machte (sie fiel nur einmal durch Verrat).

Ihre Nachricht zum Objekt

Sie haben Informationen oder Fragen zu diesem Objekt?