BEUTNITZ / Ev. Pfarrkirche / Ausstattung

Ev. Pfarrkirche. Stattliche gotische Chorturmkirche, in deren Nähe 1402–44 die Einsiedlerin Elisabeth lebte. Die posthume Verehrung der Einsiedlerin veranlaßte möglicherweise den Bau eines neuen, vergleichsweise aufwendigen Kirchenschiffs in der 2. H. 15. Jh. Nach anderer Überlieferung soll der Bau bereits bis 1437 erweitert worden sein. Das Innere 1696 umgestaltet und mehrfach, zuletzt 1994/95 renoviert. – Äußeres. Der Chorturm wohl noch aus dem 13. oder 14. Jh. An seiner Ost- und Südseite schmale Fenster mit (erneuerten?) sphärischen Spitzbögen, im Osten als gestaffelte Dreifenstergruppe. Die Turmobergeschosse urspr. wohl nur über eine hochgelegene Rundbogentür an der Ostseite erschlossen, die vermutlich durch eine kleine Zugbrücke gesichert war. Darauf deuten die rechteckige Eintiefung um die Türöffnung und eine im Mauerwerk verankerte hölzerne Seilrolle hin. – Das im Verhältnis zur Länge ungewöhnlich breite Schiff im Norden mit dem Chorturm fluchtend, im Süden weit hervortretend. Umlaufendes Sockelprofil und Fensterbankgesims sowie große Spitz- und Kielbogenfenster, heute ohne Maßwerk. Die ehem. im Winkel zwischen Chor und Schiff gelegene mittelalterliche Sakristei durch einen kleinen neuzeitlichen Anbau ersetzt. An der Südseite eine Vorhalle, bez. 1578, darin das spätgotische Hauptportal mit feingliedrigem Gewände und zwei Lichtnischen. Türblatt mit kunstvollen spätgotischen Beschlägen. – Die wegen der versetzten Lage zum Chor und der unverhältnismäßigen Breite angenommene Zweischiffigkeit des Inneren bislang nicht erwiesen. Eine Einwölbung des Schiffes zumindest geplant, wie abgearbeitete Gewölbe-Anfänger in den Ecken bezeugen. Heute nur im Chor Kreuzgratgewölbe. Im Schiff dreiseitige, zweigeschossige Empore und Holztonne, wohl von 1696. Südl. des (veränderten) gotischen Triumphbogens eine der seltenen steinernen Kanzeln, bez. 1613. Polygonaler Korb auf toskanischer Säule, beide aus einem rötlichen, marmorähnlichen Gestein. Im Westen des Schiffes eine ummantelte Wendeltreppe der Erbauungszeit. Treppenportale in Erd- und Obergeschoß mit leicht gekrümmtem Kragsturz bzw. genastem Kielbogen. – Von der mittelalterlichen Ausstattung erhalten sind zwei Altarmensen, eine auf dem heutigen Altarblock, die andere dahinter als Stufe verlegt, sowie ein geschnitztes Kruzifix des 15. Jh. mit vierpaßförmigen Kreuzenden, darauf gemalt die Evangelistensymbole, und ein achteckiger Taufstein. An der Westseite zwei derbe figürliche Grabplatten für die Patronatsherrn Karl und Berthold von Techwitz, †1505 bzw. 1506. – Orgel mit gestaffeltem, reich geschnitztem Prospekt, wohl 2. H. 18. Jh.; das Werk später verändert.

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