BRUNSBÜTTEL / Ev. Kirche / Gemeindegestühl

Ev. Kirche, ehem. St. Jakobus d. Ä.1677/78 von D. Sommer, Stade, in Anlehnung an die Kirche in Oberndorf, Kr. Cuxhaven, errichtet, 1719 durch Blitzschlag ausgebrannt, 1723–26 von Zimmermeister H. P. Töpfer, Itzehoe, wiederhergestellt. – Einschiffiger, gedrungener Backsteinsaalbau mit fünfseitigem Ostschluss und hölzernem Tonnengewölbe, Stützpfeilern, großen, rundbogigen Fenstern, Norder- und Süderportal in westl. Achse, Brautpforte im östl. Teil der Südseite. Satteldach über ausladendem Holzgesims und reich gegliederter Westgiebelturm von 1723/26, vierseitig, mit achtseitiger Laterne und Spitzhelm. Westgiebel 1766 und 1889 (neugotisch) erneuert. – Ausmalung des Deckengewölbes (1998/99 freigelegt) von J. Rost: Graugrüner Himmel mit vier duftig gemalten schwebenden Engelfiguren. – Hölzerner Altaraufsatz des mittleren 17. Jh. aus der ehem. Schlosskapelle zu Glückstadt (1725 angekauft). Eigenartiges Werk des ornamentalisierenden nordischen Knorpelbarock, vielleicht nordschleswiger Herkunft (nahe verwandt die Holzepitaphien H. Jebsen 1650 und J. Brandt 1654 in der Kirche zu Sonderburg). Zwölf Reliefmedaillons, Illustrationen zum Credo, ergänzt durch die entsprechenden lateinischen Textstellen, eingebettet in groteskes Knorpelornament auf flachem Grund. Komposition und bewegter Umriss gehen vom geläufigen Schema des Altarretabels aus (Predella, Hauptgeschoss mit Anschwüngen, Aufsatz), doch sind architektonische Gliederungen eliminiert. Von den kleinen Freifiguren Salvator und drei Evangelisten 1725 durch H. Eckermann, Hamburg, ergänzt. – Sandsteintaufe gegen 1700, farbig gefasst. Muschelbecken mit Knorpelkartuschen und Blütenwerk von drei derben Putten getragen. Zugehöriger hölzerner Deckel mit Halbfiguren der Evangelisten zwischen Delphinen, bekrönend Johannes d. T. – Hölzerne Hängekanzel 1725 von H. Eckermann und H. Reyer, Hamburg. Polygonaler Korb und steile Treppe mit Portal durch Säulen streng gegliedert. Vor Rundbogenfeldern der Brüstungen derbe Apostelfigürchen. Auf dem Schalldeckel Putten mit Leidenswerkzeugen und triumphierender Christus. – Am neuen Gemeindegestühl schön vertäfelte Türen und einige Wangen mit Daten zwischen 1724 und 1754 wiederverwendet. – Königsloge im südl. Teil der schlichten, an West- und Nordseite entlanglaufenden Empore, 1725/26 von den Kanzelmeistern. Logenbrüstung und segmentbogiger Giebel mit flach geschnitztem Akanthusdekor, Königsmonogramm und -wappen Friedrichs IV. Zugang über eine Wendeltreppe. – Reformatorenbildnisse, Luther und Melanchthon, Cranach-Kopien des frühen 18. Jh. – Holzepitaph Boie, E. 16. Jh. Tafel mit plattdeutscher Inschrift in Pilasterrahmen. Bekrönung und Anschwünge 1725. – Zwei Sandsteintafeln mit Bauinschrift und Relief des hl. Jakobus 1684, außen das Ostfenster der Kirche verschließend.
Unter den Grabsteinen des Friedhofs zu nennen: Paulsen, 2. V. 17. Jh. Rückseite mit architektonischer Spätrenaissancegliederung und Auferstehungsrelief. Boie, um 1650. Reiche Gliederung mit Reliefs der Kreuzigung und Grablegung, Wappen und Inschrift. Beide Steine wohl Bremer Import und vom 1654 aufgegebenen alten Friedhof, später neu verwendet.

Ihre Nachricht zum Objekt

Sie haben Informationen oder Fragen zu diesem Objekt?