EDDELAK / Ev. Kirche / Kanzel

Ev. Kirche, ehem. St. Maria. 1281 erwähnt, doch wohl bereits gegen 1200 gegr. Neubau 1740 durch J. G. Schott, Heide. Geräumiger, längsrechteckiger Backsteinsaal schlichter Art mit Brettertonne über breitem Randgesims, großen Stichbogenfenstern, Norder- und Süderportal in westl. Achse hinter Windfangvorbauten, die auch Treppen zu den abgebrochenen Nord- und Südemporen enthielten; im Osten abgewalmtes Satteldach. – Vierkantiger, hölzerner Westturm mit hohem, achtseitigem Spitzhelm, vom Vorgängerbau übernommen. – Ausstattung der Erbauungszeit, die Architektur wesentlich ergänzend: Hölzerner Kanzelaltar von A. H. Burmeister, Wesselburen. Stattlicher Aufbau mit Kolossalsäulen, formal und ikonographisch dem Altar in Wesselburen folgend. Statt der Mittelnische Kanzel. Auf dem Schalldeckel, um den sich das Abschlussgesims verkröpft Salvator, Putten mit Leidenswerkzeugen. Zugehörige Abendmahlsbänke. – Beiderseits an den Altar anschließend schlichte Emporenlogen, die auf die Seitenwände übergreifen. Darunter zwei geschlossene Pastorenstühle. – Ähnliche Westempore. – Im Orgelprospekt von 1842 Bestandteile des vorhergehenden von 1753 verwendet. – Ältere Ausstattungsstücke: Bronzetaufe um 1200, bildlose Kesselfünte auf drei hohen Tatzenfüßen (ähnliche in Tellingstedt und Hamburg-Nienstedten). Triumphkreuz um 1515/20 von einem in Oberdeutschland geschulten Meister (vgl. Beweinungsaltar Heide). Lebensgroßes Corpus straff gestaltet. Hoheitsvolle Todesstarre und wirbelndes Lendentuch in dramatischem Kontrast. – Steinepitaph Drape1619. Stilistisch verwandt mit Epitaphien des G. (J.) Baumann, Hamburg. Aufbau nach Triumphbogenschema über schwerem Kenotaphsockel mit Unterhang und Aufsatzädikula unvollständig. In den Mittelfeldern Alabasterreliefs der Kreuzigung (am Kreuzesstamm Ligatur HB) und Auferstehung. Marmorsäulen. – Kelch, Silber, teilvergoldet, 1640, mit reichem Knorpelwerkdekor und Frauenmasken am Nodus.

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