GRIETH / Kath. Pfarrkirche SS. Peter und Paul / Kronleuchter

Kath. Pfarrkirche SS. Peter und Paul ( Griether Markt ): Urspr. dem hl. Petrus geweihte Filiale von >> Wissel, 1445 zur Pfarrkirche erhoben. – Dreischiffige, kreuzrippengewölbte Backsteinbasilika des 14. und 15. Jh. mit zwei Chören und zwischen den schmalen Seitenschiffen zur Hälfte eingefasstem Westturm. Nach starker Kriegszerstörung in den alten Formen wiederhergestellt, dabei sämtliche Dächer und Gewölbe sowie der Turmhelm erneuert. Aus dem 14. Jh. der durch große Spitzbogenblenden gegliederte dreigeschossige Westturm und der aus einem Joch und gedrücktem 5/8-Schluss bestehende Hauptchor. Das basilikale Langhaus aus dem 15. Jh. deutlich höher als der Chor. Für die dreiteiligen Fenster der Seitenschiffe vgl. die >> Klever Stiftskirche, die niedrigen, zweibahnigen Obergadenfenster mit Vierpässen. Im späten 15. Jh. der über die Flucht des Seitenschiffs vorspringende nördl. Nebenchor aus einem Joch und 5/8-Schluss errichtet und mit dem Hauptchor durch zwei spitzbogige Arkaden verbunden. An den Hauptchor auf der Südseite 1959 eine Sakristei angebaut.
Das Passionsretabel auf dem Hochaltar gehörte urspr. zum nördl. Seitenaltar. In der ausgezogenen Mitte des Schreins ein volkreicher Kalvarienberg als geschnitztes Relief, rechts und links davon unter hohen Baldachinen durch die rahmende Architektur paarweise zusammengefasst Figuren der Apostel; niederrheinisch unter brabantischem Einfluss, um 1460/70; Fassung verloren. Die Predella 1875 durch R. Moest nach einem Entwurf von V. Statz. 1894 rest. durch F. Langenberg, dabei der Engel in der Baldachinzone des Schreins ergänzt und Flügel mit von A. Kreusch in der Werkstatt von F. Stummel bemalten Außenseiten hinzugefügt. – Maßwerkverzierter, achtseitiger Taufstein aus Sandstein, E. 15. Jh. – Sechseckiger Kanzelkorb als Fragment einer geschnitzten Kanzel von 1664 mit bäuerlichen Reliefs der vier Evangelisten. – Magistratsbank von 1774 mit Wappen der Stadt Grieth im Aufsatz. – Zwei ehem. Chorbänke von 1664. – Holzskulpturen: Vesperbild, niederrheinisch, um 1490/1500; neugotische Fassung. – Hl. Viktor, niederrheinisch, um 1490/1510; neuere Fassung. – Hl. Katharina, um 1500/1510, L. Jupan zugeschrieben; umfangreiche Reste der alten Fassung freigelegt. – Hl. Jakobus major, um 1520/30, H. Douwerman zugeschrieben; neuere monochrome Fassung. – Kronleuchter aus Messing mit bekrönender Bronzestatuette der Gottesmutter, 2. H. 15. Jh.

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