HOLLERN / Ev. Kirche St. Mauritius / Mauritius
Ev. Kirche St. Mauritius. Saalkirche aus Backstein mit eingezogenem polygonalem Chor. Ältester Teil das Mauerwerk des runden
Westturmes als Rest eines romanischen Baues, im unteren Teil urspr. aus Granit, darüber Backstein, 1983/84 vollständig neu ummantelt; Schiff und Chor E. 18.Jh. und 1901 auf
gotischen Grundmauern erneuert.
Im
Inneren hölzerne Tonnendecke.—
Altarretabel, aus 2 Teilen zusammengesetzt. Ältester Teil ist ein mit Szenen der Passion bemalter Flügelaltar von
1572; ungewöhnlich beim großen zentralen Abendmahlsbild die muldenförmig vertieften und vergoldeten Flammen der Kerzen. Predella und oberer Aufbau sehr viel plastischer mit
Zahnschnitt, Karyatiden und seitlichen Hermen, wohl M. 17.JI1. hinzuge- fügt. Im Aufsatz Auferstehungsgemälde, daneben qualitätvolle Figuren der Apostel Petrus und Paulus,
darüber 2 Putten, als Abschluß eine Kreuzigung. - Einfache Kanzel, um 1670, am Korb gemalte Evangelisten.-
Bronzetaufbecken auf 3 jugendlichen Männern in langen
Gewändern, M. 14. Jh., urspr. mit Bodenring, jetzt mit Backsteinsok- kel; an der Wandung des Kessels spiegelbildliche Inschrift und Medaillons mit neutestamentlichen Szenen und
Heiligen. - Hölzerner Taufdeckel mit Laterne aus 5 korinthischen Säulen, um 1660/62, als Bekrönung eine Figurengruppe mit der Taufe Christi; die mit Balustern geschmückte
Taufschranke wohl 18. Jh. Zugehörig der unter dem Kirchengewölbe angebrachte Taufengel, iy.Jh.- Nordempore um 1600 und 1756. Westempore um 1690, vermutlich von A.
Henne, Stade, darüber die Orgel, 1688-90 von Arp Schnitger, 1961 frei rekonstruiert.— Standbild des hl.
Mauritius, frühes 14.
Jh., entstellend übermalt.— Prachtvoller Kelch, um 1610 von Meister J.v. Greven, Stade.
Auf dem Friedhof mehrere alte
Grabplatten, darunter die eines Ehepaares E. 16.Jh., mit ganzfiguriger Darstellung der Verstorbenen in zeitgenössischer Tracht.

