JÜTERBOG-NEUMARKT / Ev. Kirche St. Jakobi / Glocken

Ev. Kirche St. Jakobi. Stattlicher Feldsteinsaal mit höherem eingezogenen Chor und Apsis 1. H. 13. Jh. Wohl in zwei Bauabschnitten entstanden; die Ostteile sorgfältiger gequadert. Die kreuzrippengewölbte Sakristei an Chorsüdseite 4. V. 15. Jh. Im Westteil des Schiffs Fachwerkturm, 1724, mit achteckigem Aufsatz und Laterne, seine Westwand im 19. Jh. massiv verblendet; 1999 stark erneuert. Die urspr. Öffnungen gedrückt spitzbogig: an Nordseite und Apsis mehrere kleine Fenster (die übrigen 18./19. Jh.), an West- und Südseite des Schiffs Rücksprungportale mit Begleitschicht aus Flachsteinen. – Spitzbogig auch innen der Triumphbogen und die Apsiskalotte. Im Schiff wohl von vornherein Holztonne; die jetzige, ebenso wie im Chor, barock; 1709 von Schorn aus Berlin bemalt, gestört durch den Turmeinbau: in der Mitte Verklärung Christi, seitlich Tondi mit typologischen Szenen in Grisaille: Arche Noah und Eherne Schlange, Taufe und Kreuzigung; die Ornamente zwischen den Bildfeldern und die gemalte Kassettierung der Chortonne von der Rest. des Innenraums 1902, dabei die Wandmalereien an den Chorwänden, 2. H. 15. Jh., freigelegt und z. T. übermalt; an Nord- und Südseite unten je fünf Szenen: Passion, Auferstehung und Himmelfahrt Christi; zwischen den Fenstern einzelne Heilige. An der Nordwand des Schiffs, unterhalb der Empore, Malereien in zwei Schichten übereinander, die jüngere mit Landschaftsbild; Deutung unklar. An der Ostseite, links vom Triumphbogen, Rest einer Strahlenkranzmadonna 2. H. 15. Jh., wohl zu einem Altar gehörig.
Ausstattung. Aufwendiger Altaraufsatz aus Sandstein, 1736 von J. Angermann; Säulenaufbau mit seitlichen Statuen von Moses und Christus; über dem Gebälk Gottesauge in Strahlengloriole; in der Predella Abendmahlsgemälde von J. J. Heringer aus Zinna. Der bauchige barocke Kanzelkorb mit Spruchkartusche 1823 anstelle des Altarbildes; auch die zugehörige Treppe mit steinerner Brüstung wiederverwendet; 1999 rest. Schlichter spätgotischer Taufstein; achtseitige Kuppa auf ergänztem Sockel. Im Schiff an drei Seiten hölzerne Emporen; die nördl. dat. 1604; die zweigeschossige Westempore 1724 und 1784, ihre untere Ebene vorschwingend; im 1. V. 20. Jh. vereinheitlichend bemalt. Chorgestühl in schlichten Spätrenaissanceformen M. 17. Jh., Bemalung modern. Beichtstuhl (Pfarrersitz) mit gesägtem Akanthusgitter 1721. Orgelprospekt 1784; bekrönt durch Vasen und Gottesauge, Wangen und Schleierwerk gitterartig. Triumphkreuz 2. H. 15. Jh. Großes Tafelbild des hl. Laurentius 1. Dr. 16. Jh., ehem. wohl Altarflügel. Einbaumtruhe, ehem. Opferkasten. Zwei Glocken, ca. 13. Jh. und 1538. – In der Friedhofsmauer zwei kleine Portale, 1. H. 18. Jh.; Flachbögen und monolithische Giebel aus Sandstein, mit verwitterten Inschriften.

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