KIEL-WIK / Ev. Petrus-Kirche / Holzfigurengruppen
Ev.
Petrus-Kirche
(Konzertkirche),
Weimarer Str. 5 . Mitte und weithin
sichtbares Wahrzeichen des Marine-Stadtteils.
1905–07 von R. Curjel und K. Moser, Karlsruhe, als
Marine-Garnisonkirche errichtet. Erstes bedeutendes Beispiel der Umsetzung
süddeutscher Reformarchitektur in werkgerechten nordischen Ziegelbau
aus großformatigen Handstrichsteinen. Anklänge an den
mittelalterlichen Kirchenbau, romanischen Massenstil und Maßwerkgotik,
in umrissbetonter Jugendstilform.
Die aus
städtebaulichen Gründen genordete Kirche bildet mit Pastorat und Nebenhaus von 1909
(Marinebauamt) an weitem Empfangsplatz eine gewinkelte, malerische Baugruppe,
aus der der Kirchturm monumental emporragt: Breitrechteckig, nach Art eines
romanischen Westwerks, stämmig, seitlich ausschwingend, mit stumpfem,
kupfergedeckten Mansarddach, kleinem Dachreiter, großen,
maßwerkgefüllten Tudorbogen-Fenstern im Glockengeschoss;
vorgelagert eine dreibogige, gewölbte Eingangshalle, die sich seitlich
durch kleine, gedrungene Türme gegen Verbindungstrakte zu
zweigeschossigen Flügelbauten abgrenzt. – Das Schiff mit
hohem Satteldach über niedrigen Mauern, innen ein
stützenloser, weiträumiger Saal unter gewaltigem, offenem
Dachstuhl in massiver Bohlenkonstruktion nach Art mittelalterlicher
Sichtdachwerke Englands und Hollands. Zwischen Wandpfeilern, die die Gebinde
tragen, mehrteilige Maßwerkfenster als Lichtwände. Der
flachrechteckige Chor nach Bombenschaden 1944 erneuert, urspr. einen dunklen
Raumgrund für eine gemauerte Altarwand unter dem weiten Chorbogen
bildend, die 1939 durch
Holzfigurengruppen, Menschen unter dem
Kreuz, von O. Flath, Bad
Segeberg, ersetzt wurde. Die Orgel vor dunkler Bogennische auf breiter
Westempore; Holzbrüstung mit Jugendstilornamenten bemalt. Taufe und
Kanzel aus Backstein beiderseits am Choreingang. Originale Bänke und
Leuchtkörper. – Im Bogengang Gefallenendenkmal der Torpedowaffe,
stilisierter
Keramik-Löwe
1927 von der Kieler
Kunstkeramik A. G. (F. Theilmann).

