KIEL-WIK / Ev. Petrus-Kirche / Holzfigurengruppen

KIEL-WIK / Ev. Petrus-Kirche / Holzfigurengruppen, Gesamtansicht, 2012, Foto Marburg / Voss, Alexander
Ev. Petrus-Kirche (Konzertkirche), Weimarer Str. 5 . Mitte und weithin sichtbares Wahrzeichen des Marine-Stadtteils. 1905–07 von R. Curjel und K. Moser, Karlsruhe, als Marine-Garnisonkirche errichtet. Erstes bedeutendes Beispiel der Umsetzung süddeutscher Reformarchitektur in werkgerechten nordischen Ziegelbau aus großformatigen Handstrichsteinen. Anklänge an den mittelalterlichen Kirchenbau, romanischen Massenstil und Maßwerkgotik, in umrissbetonter Jugendstilform.
Die aus städtebaulichen Gründen genordete Kirche bildet mit Pastorat und Nebenhaus von 1909 (Marinebauamt) an weitem Empfangsplatz eine gewinkelte, malerische Baugruppe, aus der der Kirchturm monumental emporragt: Breitrechteckig, nach Art eines romanischen Westwerks, stämmig, seitlich ausschwingend, mit stumpfem, kupfergedeckten Mansarddach, kleinem Dachreiter, großen, maßwerkgefüllten Tudorbogen-Fenstern im Glockengeschoss; vorgelagert eine dreibogige, gewölbte Eingangshalle, die sich seitlich durch kleine, gedrungene Türme gegen Verbindungstrakte zu zweigeschossigen Flügelbauten abgrenzt. – Das Schiff mit hohem Satteldach über niedrigen Mauern, innen ein stützenloser, weiträumiger Saal unter gewaltigem, offenem Dachstuhl in massiver Bohlenkonstruktion nach Art mittelalterlicher Sichtdachwerke Englands und Hollands. Zwischen Wandpfeilern, die die Gebinde tragen, mehrteilige Maßwerkfenster als Lichtwände. Der flachrechteckige Chor nach Bombenschaden 1944 erneuert, urspr. einen dunklen Raumgrund für eine gemauerte Altarwand unter dem weiten Chorbogen bildend, die 1939 durch Holzfigurengruppen, Menschen unter dem Kreuz, von O. Flath, Bad Segeberg, ersetzt wurde. Die Orgel vor dunkler Bogennische auf breiter Westempore; Holzbrüstung mit Jugendstilornamenten bemalt. Taufe und Kanzel aus Backstein beiderseits am Choreingang. Originale Bänke und Leuchtkörper. – Im Bogengang Gefallenendenkmal der Torpedowaffe, stilisierter Keramik-Löwe 1927 von der Kieler Kunstkeramik A. G. (F. Theilmann).

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