MEERBECK / Ev. Kirche St. Bartholomäus / Schnitzaltar
Ev. Kirche St. Bartholomäus. 1031 als Kapelle erwähnt. Bestandteil der Erbgüter, die Bischof Meinwerk dem Paderborner Abdinghofkloster
überließ. - Schlichter quadratischer Westturm mit Eckquadern, in den unteren Partien hochmittelalterlich; im Turmaufgang eingemauertes romanisches Tympanon mit Kreuzmotiv 12.
Jh. Portal und Turmerhöhung 1898-99 (dat.) bei Errichtung des geräumigen neugotischen Saalbaus. In den Neubau einbezogen das dreiseitige spätgotische Chorpolygon einer
zweischiffigen Vorgängeranlage, wohl um 1525, dessen Gliederungssystem mit gestuften Strebepfeilern und Flamboyant-Maßwerkfenstern auf den Neubau übertragen.
Das
Innere mit trapezförmig ansteigender Holzdecke und zweigeschossigen Seitenemporen; in den Brüstungsfeldern der Orgelempore Halbfigurenbilder Christi sowie der
Apostel und Propheten.— Im Chorraum figürliche
Glasfenster von 1898/99.- Spätgotischer
Schnitzaltar um 1525/30; in der Mitte
Kreuzigungsdarstellung mit bewegten Figuren, beidseits begleitet von je 6 kleinen quadratischen Bildfeldern mit Szenen aus der Passionsgeschichte, teilweise gemalte
Landschafts- bzw. Stadthintergründe (in der Zusammenstellung der Szenen Unstimmigkeiten); über dem linken Flügel Bartholomäus und über dem rechten vorzügliche Maria mit Kind.
Die Predella 17. Jh., Halbfiguren der Evangelisten in Kartuschenmedaillons. -
Kanzel E. 17. Jh., ehern, von einer Mosesfigur getragen (vgl. Obernkirchen,
Stiftskirche, und Bergkirchen), Evangelistenfiguren vor Blendnischen, flankiert von Ziersäulchen; die Figuren vom Schalldeckel (Christus) und vom Aufgang (Petrus und Paulus)
jetzt neben dem Taufstein.— Historisierender Taufstein, das Oberteil diente angeblich bis 1898/99 als Säulenfundament.— Kleines Epitaph mit Kreuzigungsrelief, lt. vergangener
Inschrift von 1438, seit 1988 im Turm eingemauert. Ebenso eine reliefierte
Pieta, etwa gleichzeitig; beide Stücke ehern, außen am Chor.
An der Südseite seit 1980 großes
Sandsteinkreuz, urspr. Standort bis 1895 mitten im Acker und von großen Felsblöcken umgeben, der Dingstätte des mittelalterlichen
Gogerichtes.

