NÜRNBERG / Burgstraße. Nr. 1 / Kanzel

Burgstraße. Nr. 1. Hausfigur, Verkündigungsengel, Kopie, Original um 1400 im Germanischen Nationalmuseum. – Nr. 15, Fembohaus (Stadtmuseum). Das einzig völlig erhaltene, große und repräsentative Bürgerhaus des späten 16. Jh. in Nürnberg, das Straßenbild weithin beherrschend. – Unter Verwendung der unteren Bauteile eines Steinhauses des 14. Jh. und einer Altane (sog. Waschhaus) von 1540 Neubau 1591–98 von dem aus ‘s Hertogenbosch eingewanderten Seidenhändler Philipp van Oyrl errichtet, Zuschreibung an Jakob Wolff d. Ä. unsicher. Ab 1734 Modernisierung des ersten Obergeschosses durch Donato Polli. 1804 bzw. 1813 von Georg Christoph Fembo erworben, seit 1928 städtisch. Im Zweiten Weltkrieg beschädigt, 1946–58 Wiederherstellung, dabei das schwer getroffene Rückgebäude vollständig rekonstruiert. Seit 1953 Stadtmuseum. – Typisch nürnbergische Anlage mit Vorder-, Flügel- und Rückgebäude um einen Innenhof. – Vorderhaus viergeschossiger Sandsteinquaderbau mit hohem Satteldach. und reichem Volutengiebel. Am ersten Obergeschoß Chörlein um 1680, als Ädikula aus Pilastern und Sprenggiebel. Die Mittelachse des Giebels durch Säulenvorlagen ausgezeichnet, an den Fensterbrüstungen dort allegorische Reliefs, als Giebelbekrönung erneuerte, in Kupfer getriebene Figur der Fortuna. An der Traufseite großer hölzerner Dacherker mit oktogonalem Helm. An den Hoffassaden dreigeschossige Holzgalerie mit einfachen Balustraden. An der südl. Hofmauer Ziehbrunnen mit Sandsteintrog wohl 1734/35. – Keller mit Mittelpfeilern und Tonnengewölbe. – Im Erdgeschoß geräumige Halle mit Unterzug; über dem Kellerhals rechteckige „ Kanzel“ mit nachgotischer Maßwerkbrüstung, bez. 1591. Im Mittelbau kreuzgratgewölbte Halle mit Kamin um 1734/35. – Treppenhaus zum ersten Obergeschoß und in diesem Geschoß reicher Bandelwerkstuck von Polli, 1734/35. – Vorplatz des zweiten Obergeschosses, des eigentlich repräsentativen Geschosses, umlaufende Vertäfelung aus der Bauzeit, der Stuck am Fries darüber und an der Decke mit Venus und Amor jedoch von Carlo Brentano1674 (dat. und bez.). Der angrenzende Saal mit Wandvertäfelung und Kassettendecke aus der Bauzeit. – Im dritten Obergeschoß des Mittelbaus der Festsaal mit Vertäfelung und Kassettendecke aus der Bauzeit, der Decke 1674 eingefügt neun Gemälde Metamorphosen des Ovid nach Hendrik Goltzius, mehrfach rest., zuerst 1830 von Georg Christoph Fembo und seinem Sohn. – Zum Museumsgut >>Seite 797. – Nr. 17. Drei Flügel im Kern 15. Jh., Umbau E. 16. Jh./A. 17. Jh.Nr. 20. Viergeschossiger, hoher Sandsteinbau um 1570. – Nr. 28. Hausfigur, hl. Heinrich, Kopie, Original um 1360 an der Vorhalle der Frauenkirche.

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