STAPELMOOR / Ev.-ref. Kirche / Taufstein
Ev.-ref. Kirche. Stattlicher kreuzförmiger Gewölbebau des späten 13.Jh. mit Westturm, einer der bemerkenswertesten Sakralbauten
Ostfrieslands. Ungewöhnlich der Grundriß in Form eines griechischen Kreuzes (vgl. die nahegelegene kath. Kirche in Aschendorf), die Vierung jedoch nicht wie üblich quadratisch
sondern querrechteckig. Daraus ergeben sich große Quadrate für den Chor und das Westjoch, wesentlich kleinere für die Querschiffarme. Die Außenwände des Backsteinbaues nur
durch Ecklisenen gegliedert, am Dachansatz Zahnschnittmuster, an den Giebeln Treppenfriese. Am gerade geschlossenen Chor ansteigende Dreifenstergruppe (die beiden äußeren
nachträglich erweitert), original nur ein Fenster in der Südwand des Chores. An den Kreuzarmen urspr. flache Apsidiolen.
Im
Inneren wird der Zentralraumcharakter der Kirche besonders deutlich. Die beiden großen Gewölbe im Chor und im Westjoch als achtteilige Domikalgewölbe mit
großem Schlußring und dünnen, doppelwulstigen Rippen (dieses Rippenprofil hier erstmals in Ostfriesland). In den Kreuzarmen rippenlose Kuppelgewölbe, in der querrechteckigen
Vierung als Wölbung ein halbes Rotationselipsoid. — In unmittelbarem Zusammenhang mit der Einwölbung entstand die reiche, ornamentale
Gewölbemalerei der Kirche
(1967 freigelegt), in den 3 rippenlosen Querschiffsgewölben architekturergänzend mit gemaltem Schlußring und achtteiliger Felderung. Innerhalb dieses Gliederungssystems ist
jedes Gewölbe anders behandelt, zugleich wird eine Mittlerstellung zwischen weißgrundiger und rotgrundiger Architekturfassung deutlich: In der Vierung Lebensbaummotive auf
hellem Grund, in den östl. Kappen des Chorgewölbes flächendeckende Palmettenranken und Flechtbandmuster, daneben ein geflügeltes Fabeltier. Im Nordquerhaus Wechsel von weißen
Segmenten und Feldern mit Ziegelmustern, im Südquerhaus Palmetten- und Lilienornamente (für die Lilien vgl. in plastischer Form westfälische Gewölbe, so St. Johannes in
Billerbeck). Im Schiff fleischige Palmettenornamente auf rotem Grund.
In den Kreuzarmen die Reste der Seitenapsiden deutlich zu erkennen, im Nordarm die alte Mensa des Seitenaltares erhalten. Zwischen Turm und Schiff urspr. eine große
Rundbogenöffnung, das Bandrippengewölbe im Erdgeschoß des Turmes von 1888. Am nordöstl. Vierungspfeiler Inschrift von 1443, wohl auf den Einbau des später wieder beseitigten
Lettners zu beziehen (Fragmente im Heimatmuseum Weener).—
Taufstein des Bentheimer Typs A. 13. Jh., am Becken Rankenfries, am Fuß 4 Löwen. — Kanzel mit
Beschlagwerk um 1600, der Schalldeckel 19. Jh. - Schöne spätklassizistische Orgel um 1830.

