STEINKIRCHEN / Ev. Kirche St. Martin und St. Nikolaus / Kanzelaltar
Ev. Kirche St. Martin und St. Nikolaus. Saalkirche aus Backstein mit polygonalem Ostabschluß und hölzernem Westturm. Reste eines
romanischen Feldsteinbaues an der Nordwand des Langhauses erhalten. Um 1500 Neubau des polygonalen Chores und der Schiffs wände in Backstein mit breiten Spitzbogenfenstern.
1773 Umbau zur stattlichen spätbarocken Saalkirche mit kräftigem, von Konsolen getragenem Dachgesims und Mansarddach; der Glockenturm mit hoher markanter Barockhaube von 1696.
Südwand der Kirche vollständig erneuert.
Im
Inneren ein breitgelagertes verputztes Tonnengewölbe mit Ankerbalken, der untere Teil durch ein Stuckprofil in Art einer Voute abgeteilt und mit Rocaillen
verziert, darin christliche Embleme.— Eindrucksvolle
Ausstattung des Spätbarocks: Großer zweigeschossiger
Kanzelaltar, der Aufbau 1784 von
Tischler C. Chr. Bülkau, der figürliche Schmuck 1783-85 von Bildhauer Chr.H. Meyer, Verden; im Hauptgeschoß ein geschwungener
Kanzelkorb zwischen Säulen mit Kompositkapitellen, seitlich die Figuren Moses und Johannes Ev., im Aufsatz eine Kreuzigungsgruppe. Der gute ornamentale Schmuck mit Anzeichen
des beginnenden Klassizismus, die Figuren von deutlich geringerer Qualität. In den Pfosten der Altarschranken Taufschale und Opferstock. Im Halbkreis um den Altar herumgeführte
Chorpriechen sowie die Ostempore 1784-85.
An den Langhauswänden je 2
Priechen auf schmiedeeisernen Stützen und Holzbalken mit Kopfbändern; besonders hervorgehoben die Ze- sterflethsche Prieche an der
Südseite, kurz vor 1689 mit bauchig geschwungener Brüstung.
Die übrigen 3 Priechen (1753/54, 1772 und 1773) mit gemalten Rocaillen in den Brüstungsfeldern; in ihrer Gliederung entsprechend die 1761/62 errichtete Westempore, die
Rocaillen-Bemalung laut Inschrift 1771 von F.N. Scbnibbe. Darüber die Orgelempore von 1687, die gemalten biblischen Darstellungen an der Brüstung dat.
1691. — Großartige Orgel, eines der Hauptwerke von Arp Schnitger, 1687; Mittelturm und Pedaltürme mit polygonalem Sockel und Gesims, das Schnitzwerk mit
Ornamenten im Übergang vom Knorpelstil zum Akanthus. Oberhalb des Prospektes ein illusionistischer, wohl auf Holz gemalter Vorhang, dat. 1773. - Auf der Empore ein Türblatt von
1605 mit originaler Farbgebung, urspr. Zugang zum Zesterflethschen Erbbegräbnis; zugehörig auch eine hölzerne Wappentafel mit rahmenden Pilastern.- 2 gute Kelche, 2. H. 14. Jh.
und 1594.- Mehrere Grabplatten 17./18. Jh., einige mit figürlichen Darstellungen.

