STRAUBING / Kath. Stadtpfarrkirche St. Jakob und St. Tiburtius / Fenster
Kath. Stadtpfarrkirche
St. Jakob und St. Tiburtius, ehem.
Stiftskirche. Schon bald nach Gründung der
wittelsbachischen Stadt (1218) dürfte die erste Kirche entstanden sein, von
der Fundamentreste ergraben wurden. Bestehender Bau begonnen vielleicht
um 1395. Mit dem von Anfang an groß
geplanten Werk bekräftigte das Bürgertum seine freiheitliche Stellung, die
es im 14. Jh. erlangt hatte.
1418 Weihe des Altares in der Prächsenkapelle,
südlich neben dem Chorscheitel. Um 1423 muss der Chorbau, bis auf die
Gewölbe, vollendet gewesen sein: Aus diesem Jahr datiert die Stiftung einer
Umgangsprozession. Dem ersten Bauabschnitt gehören auch die beiden östlichen
Portale an. Stockung der Arbeiten in der Zeit der Hussiteneinfälle. Seit
etwa 1460 Weiterbau nach Westen. Für die Wölbung ist das Jahr
1492 überliefert. Auf die Vollendung
der westlichen Joche und Kapellen bezüglich die 1512 datierten Hausteine an
den beiden letzten südlichen Strebepfeilern. Der Turm gedieh mit dem vierten
Quadratgeschoss über den Dachfirst hinaus. Seine Fertigstellung verzögerte
sich wegen der in Straubing mächtigen Reformationsbewegung bis gegen Ende
des 16. Jh.
1581 wurden die Chorherren von Pfaffmünster ( >> Münster) nach
St. Jakob versetzt. Fortan doppelte Funktion als Pfarr- und Stiftskirche;
zweiter Patron St. Tiburtius. War früher das Amt des Pfarrers mit Augsburger
Domherren besetzt gewesen, so jetzt mit Chorherren. – Beim Stadtbrand 1780 Zerstörung des Daches, eines Teiles
der Gewölbe und der Turmhaube. Die von Stadtmaurermeister Franz Ignaz Hirschstetter neu eingezogene
Wölbung liegt knapp drei Meter niedriger als die ursprüngliche und
beschneidet die Hochfenster. – Maßvolle Regotisierung des Inneren 1892–1908. Letzte Innenrenovierung 1998 ff.
Gesamt-Charakterisierung
St. Jakob ist eine der größten gotischen Kirchen Altbayerns. Architektur
vollkommen einheitlich trotz mehr als hundertjähriger Bauzeit. Die
Systematik des Planes blieb für die nachfolgenden Werkmeister zwingend. Die
dreischiffige Halle und der Umgangschor sind zum Einheitsraum verbunden. Er
klingt aus in dem abgestuften Kranz der Kapellen, eingesetzt in die
Strebenintervalle. Vorbild war vermutlich der Chor der Heiligkreuzkirche
Schwäbisch-Gmünd, 1351 ff. von Heinrich
Parler. Deren Kapellenfolgen am Chorumgang sind in Straubing
auch für die Seitenschiffe übernommen. Diese gleichförmige Durchführung
eines Kranzes von Einsatzkapellen war folgenreich für die weitere
Entwicklung der altbayerischen Sakralarchitektur.
Die Strebepfeiler und die Binnenstützen bilden das struktive Gerüst des
Hallenbaus. Im Inneren ist die Massenwirkung weitgehend zurückgenommen. Die
Seitenwände wirken membranartig eingespannt zwischen den Öffnungsbogen der
Kapellen und den Wandvorlagen, die die Lage der Strebepfeiler bezeichnen.
Die Rundform der Freistützen und der Wandvorlagen verstärkt den Eindruck
eines die Raumteile einigenden Kontinuums. Außen ist das struktive System
merkwürdigerweise verschleiert, indem die Kapellenwände etwas über die
Streben hinausgezogen und zu einem Mauerband von spröder Flächigkeit
zusammengebunden sind.
Die Baumeister-Frage
Die Zuschreibung des Bauplanes an Hanns von
Burghausen umstritten. Das Epitaph des Baumeisters an der
Martinskirche >> Landshut nennt unter den Orten seines Wirkens
Straubing, ohne Angabe eines Baus. In Betracht kommen die Karmelitenkirche
(s. d.) und St. Jakob. Im Vergleich mit den gesicherten Bauten des Meisters
u. a. in Landshut und Salzburg sind die Proportionen der Jakobskirche
behäbiger, die Details weniger feingliedrig. Der Chorschluss mit den beiden
eingerückten Endpfeilern weist zurück auf Schwäbisch Gmünd und lässt sich
nur bedingt mit den fortschrittlicheren Lösungen der Landshuter Spitalkirche
(1407 ff.) oder der Salzburger Franziskanerkirche (1408 ff.) vergleichen.
Diese Unterschiede sprechen nicht gegen Hanns von
Burghausen als Entwurfsfertiger der St. Jakobskirche. Wenn
man ihren Baubeginn um 1395 ansetzt, wäre
der Plan als früher Schritt in der Entwicklung des Meisters zu werten.
Äußeres
Die Kirche steht auf einem Nebenplatz, wie häufig bei den bayerischen
Stadtgründungen des 13. Jh. Rohziegelbau, fast ohne Zierformen. Langhaus und
Chor bilden eine Einheit; Polygonschluss aus sieben Zwölfeckseiten.
Gleichmäßige Folge gestufter Strebepfeiler. Diese werden etwa bis zu halber
Höhe vom Kranz der eingesetzten Kapellen „verschlungen“ (Dehio), der mit
bündigen Außenwänden als eigenständiger Bauteil in Erscheinung tritt. Über
den breiten Kapellenfenstern umlaufendes Gesims zur Abteilung eines Frieses.
Hochfenster schmäler bemessen, nach 1780 im Inneren rundbogig verkürzt.
Sämtliche Maßwerke erneuert. In den Kapellenkranz eingebunden das nördliche
und die beiden südlichen Portale.
Westturm vorgesetzt. Seinen Baufortschritt kennzeichnen datierte Hausteine.
Fünf Quadratgeschosse; das unterste aus Kalkstein. Zweieinhalbgeschossiger
Oktogonaufbau mit Blendengliederung. Frühklassizistische Kuppelhaube in
geschnürter Birnenform. Der Turm behauptet sich kaum als Gegengewicht zum
mächtigen Hallenbau. Dass er wuchtiger geplant war, lässt die Form der
Strebepfeiler vermuten.
Südostportal (Hauptportal) um 1430.
Sternrippengewölbe. Archivolten der inneren Portalrahmung skulptiert mit
Eichenlaubranken auf Masken sowie Baldachinen für
Figuren. Diese erst Mitte des 15. Jh. eingefügt
als Stiftung des Bürgermeisters Hermann Zeller.
Ausgeführt in Ton, dem bevorzugten Material der
Straubinger Plastik in der Spätgotik. Maria und Engel der Verkündigung sowie
männliche Heilige. An den Seitenwänden zweibahnige Blendmaßwerkfelder mit
weiteren Figurenbaldachinen: der Stifter und seine Frau, kniend vor
thronenden Heiligen. Reste der ursprünglichen farbigen Fassung.
Inneres
Weite dreischiffige Halle mit nahtlos angeschlossenem Umgangschor, umkränzt
von 20 niedrigen Einsatzkapellen. Runde Binnenstützen aus Haustein,
geschlämmt. Halbrunde Wandvorlagen in Backstein gemauert, verputzt.
Kapitelle klassizistisch, 1965 als Schaftringe vereinfacht.
Von großartig behäbiger Wirkung der vieleckige, wie ausgerundet erscheinende
Ostschluss der Halle. Die Engführung des Binnenchores durch Einrückung des
letzten Pfeilerpaares wurde vielfach als unharmonisch bezeichnet. Bei der
Bewertung ist jedoch die ausgleichende Wirkung des verlorenen
Netzrippengewölbes in Rechnung zu stellen. Das nach
1780
beträchtlich niedriger eingezogene Stich- und Kreuzkappengewölbe hat den
Kirchenraum frühklassizistisch interpretiert.
Um
1900 hatte man die Kappen mit gotisierenden
Rankenmalereien strukturiert. Ihre Beseitigung bei der letzten Renovierung
sollte einer optischen Anhebung der Wölbung dienen.
Die Kapellen öffnen sich mit profilierten Scheidbogen. Gotische Sterngewölbe
teils barock überformt, teils neugotisch rekonstruiert. In der Mariahilfkapelle (2A) ist die ursprüngliche
Rippenfiguration noch kenntlich unter der
Stuckatur aus der Zeit um 1700.
Wandgemälde. In der Mariahilfkapelle (2A)
Kreuzigung mit Stiftungsinschrift 1418. Darunter
die hll. Margareta, Katharina, Barbara und Dorothea. Bemerkenswertes
Beispiel des Weichen Stils. – In der Sakristei fragmentarische
Darstellung: Maria und Jakobus, Schweißtuch
Christi. Um 1430. –
Bilderzyklus an den Hochwänden, 1738 von Johann Adam Schöpf auf älterer Grundlage
(Georg Kopp) weitgehend neu gemalt.
Übergangen 1784. Darstellungen aus der
Passion Christi und dem Leben Mariens.
Glasgemälde .Bestand aus dem
15. Jh. und aus der Zeit um 1900.
Fenster in der Mariahilfkapelle (2A),
um 1420. Eine der seltenen Reihen dieser Zeit in Altbayern.
Restauriert und ergänzt 1909;
weitgehend neu die beiden unteren Zeilen. Im Mittelpunkt Passionsszenen,
angeordnet in einer mehrstöckigen, überkuppelten Architektur mit seitlichen
Ädikulen.
Zwei
Hochfenster im Chorschluss (seitlich
des Scheitelfensters), aus verschiedenen Zyklen des späten
15. Jh. zusammengesetzt. Mittlere Zeilen: Szenen aus dem Leben
des hl. Ulrich (Süd) und der hl. Afra (Nord). Entwürfe stilkritisch
Hans Holbein d. Ä. zugewiesen.
Ausgeführt wahrscheinlich von Hans
Wertinger. Von diesem stammt das Gruppenbild der
Kupferschmiede unter den Ulrichsszenen. Unter den Afraszenen Darstellung der
Schusterzunft als Stifter.
Hochfenster über der Sakristei mit
Stifterinschrift 1486. Überwiegend
Heiligendarstellungen.
Hochfenster über der Josefskapelle (7A), sog.
Mosesfenster. Übergabe der Gesetzestafeln, um
1498. Entwurf Albrecht Dürer,
ausgeführt in der Nürnberger Werkstatt des Veit
Hirsvogel d.Ä.. Von ungewöhnlicher Farbintensität. Die
monumental aufgefassten Figuren in einer Landschaft lassen den Einfluss der
Holzschnittkunst Dürers erkennen.
Neugotische
Fenster
1895–1908 aus den Hofglasmalereianstalten Franz Xaver Zettler bzw. Ostermann und Hartwein, München. Mehrere
Entwürfe von Martin Feuerstein.
Ausstattung
Hochaltar .Der neugotische
Aufbau enthält die
Schreinfiguren und
Flügeltafeln eines spätgotischen
Altares um 1485. Dieser wurde 1591 aus dem Nürnberger Dominikanerkloster erworben.
Gemälde der Flügel aus der Werkstatt des
Michael Wolgemut. Werktagsseite:
Anbetung der Könige, Darstellung im Tempel, Himmelfahrt Christi, Aussendung
des Hl. Geistes. Feiertagsseite: Auferstehung Christi, Himmelfahrt Mariens.
(
Außenbilder
1894.) Die tüchtigen Gemälde sind in ihrer „derbformigen
Gelassenheit Wolgemuts stärkstes
Altarwerk“ (Karl Adolf Knappe). Kompositionen beeinflusst von Stichen
Martin Schongauers. Bemerkenswert die
detaillierten Landschaftshintergründe; u. a. genaue Darstellung der
Nürnberger Burg. Die Schnitzfiguren wurden nach dem Ortswechsel des Altares
z. T. umgearbeitet in Anpassung an Straubinger
Patrozinien. Unverändert die Figuren Maria und Magdalena.
Neufassungen 1964. Das aufwendige
neugotische
Sprengwerk mit
Figuren nach Entwurf des Regensburger
Domvikars Georg Dengler,
1895. Vorbild war Michael
Pachers Altar in St. Wolfgang.
Seitenaltäre .Vielfältiges Ensemble von
der Spätrenaissance bis zum Frühklassizismus. Außerdem mehrere
neugotische
Retabel um
1895.
Steinerne
Stipes in der Heiligkreuzkapelle
(4B), aus der
Bauzeit
des Chores. Gemalte Prophetenbüsten.
Altar der Blasiuskapelle (4A),
Spätrenaissance. Gestiftet 1611
von dem Stiftspropst Johannes Eysengrein.
Kalksteinrelief Kreuzigung, mit kniender Maria Magdalena. Virtuose Arbeit,
Martin Leutner zugeschrieben.
Altar der Schusterkapelle (8B).
Zierlicher barocker Ädikula-Aufbau, Augsburg 1692. Die kostbare
Furnierung und die Gold-Silber-Fassung bekunden die Wertschätzung des
verwendeten älteren Gemäldes: Madonna mit dem Kind, in der Art Hans Holbeins d. Ä.
Altar der Katharinenkapelle (9B),
um 1720, furniert und vergoldet. Das
Gemälde Martyrium der hl. Katharina sign.
von dem Augsburger Johann Georg
Bergmüller.
Altar der Andreaskapelle (10A) von
1717, ähnlich dem Katharinenaltar.
Gemälde Kreuzigung des hl. Andreas, bez.
C. D. A. (Cosmas Damian Asam),
gleichzeitig mit dem Altaraufbau.
Altar der Mariä-Tod-Kapelle (3A) von
Egid Quirin Asam
1739. Der Stuckaufbau mit gedrehten Säulen, Segmentkuppel
und Baldachindraperie sprengt förmlich den Kapellenraum.
Gemälde Tod Mariens von Cosmas Damian Asam, erst
nach
dessen Tod (1739) in den Altar eingefügt.
Seitliche
Stuckfiguren der hll. Margareta
und Katharina, bez. M(athias) Obermayr …1763.
Altar der Johannes-Nepomuk-Kapelle (8A)
von Mathias Obermayr1773. Gefällige Spätrokoko-Anlage mit weiß-gold gefassten
Schnitzfiguren des hl. Andreas und der hl. Anna selbdritt.
Altar der Taufkapelle (12A) von Mathias Obermayr1791. Wandfest stuckierte Anlage, geformt als Grotte für die
figürliche Darstellung Taufe Christi. Beispiel für den Stilwandel vom Rokoko
zum Klassizismus, den Obermayr in seinem
Spätwerk vollzogen hat.
Kanzel
1752/53. Prachtvolle Rokoko-Anlage von Wenzeslaus Miroffsky, fertiggestellt von Mathias Obermayr und dem Schreiner Johann Klembd. Miroffsky, vielbeschäftigter
Kunsttischler bei der Ausstattung der Münchener Residenz, sandte das Werk
unfertig nach Straubing. Hier führte Obermayr den Schmuck der Stiege aus. Marmoriert und
vergoldet erst 1766/67. Ausführlicher Entstehungsbericht mit Nennung der
Künstler an der Innenseite der Stiege. Am Korpus zart aufgelegtes
Rocaillewerk; Relieffiguren der Evangelisten und des hl. Tiburtius, später
als hl. Florian verändert. Auf dem Schalldeckel Vollfigur St. Jakobus.
Obermayr hat sich der Ornamentik
Miroffskys angepasst. Seine Eigenart
zeigt sich in den bildmäßigen Reliefs der Stiege. Beichte der Königin
Johanna vor Johannes von Nepomuk; Martyrien der hll. Johannes von Nepomuk,
Laurentius und Stephanus; außerdem das Gnadenbild von Altötting.
Sakramentshaus
Ende 15. Jh. Kalkstein und Holz. Reiches Beispiel der Gattung,
wenn auch großenteils neugotisch ergänzt einschließlich der Figuren.
Kalksteinfiguren Maria und
Verkündigungsengel um 1410/2030. Jetzt in der
Heiligkreuzkapelle (4B) mit einem barocken Kruzifix kombiniert. Treffliche
Beispiele des Weichen Stils. Fassung aufgrund originaler Reste erneuert.
Grabdenkmäler
Auftraggeber aus den Reihen der Geistlichkeit und des Patriziats.
Hervorragende Beispiele des 15. Jh., sehr beachtliche des frühen 17. Jh.
Im Folgenden eine Auswahl aus dem umfangreichen Bestand.
Spätgotische Grabplatten sämtlich aus Adneter Rotmarmor. Einzig greifbare
Bildhauerpersönlichkeit ist der Meister
Erhart, dessen Signatur sich am stark beschädigten Stein des
Pfarrers Jodok Geßler († 1468) in der
Antoniuskapelle (12B) findet: Erhart1455. Die Zuweisung zahlreicher Straubinger Grabdenkmäler an
diesen Meister durch Wilhelm Pinder u. a. bleibt ein Thema für die
Forschung.
Grabplatte des Pfarrers Doktor
Magnus von Schmiechen († 1418) in der
Annakapelle (1). Ganzfiguriges Porträt von schonungsloser Hässlichkeit. Als
Zeichen der Gelehrsamkeit Bücher unter dem Kopfkissen und zu Füßen. Genau
wiedergegeben der Pelzumhang mit Schwänzen.
Grabplatte des Bürgermeisters und
herzoglichen Kämmerers Ulrich Kastenmayr
(† 1431) in der Bartholomäuskapelle (2B). Gefertigt noch zu
Lebzeiten. Die Kapelle gestiftet von Kastenmayr. Der Bürgermeister hatte
zurücktreten müssen, da er heimlich Mitglied einer Handelsgesellschaft war,
die Steuern hinterzog. Das Denkmal, das er sich setzen ließ, ist neben der
Albrecht-Tumba in der Karmelitenkirche das überragende grabplastische Werk
Straubings. Es „gibt den Eindruck eines Giovanni Arnolfini in extremis“
(Erwin Panofsky). – Rotmarmorplatte tief ausgemuldet für die annähernd
rundplastisch herausgearbeitete Ganzfigur. Von feinster physiognomischer
Charakterisierung der zur Seite gesunkene Kopf, wie geknickt, mit nicht ganz
geschlossenen Augen. Die übereinandergelegten Hände gezeichnet vom Netz der
Adern.
Grabplatte des Predigers
Johannes Gmainer († 1482) an der
Sakristeiwand. In einer Kielbogen-Ädikula der von Getier zerfressene
Leichnam: ein drastisches Memento-mori-Bild.
Grabplatte des Pfarrers Doktor
Johannes Burgermeister von Deizisau († 1495) in
der Annakapelle (1). Ganzfigur in strenger Frontalität und ohne jede
Dramatik. Treffliches Beispiel für die Straubinger Grabplastik im Übergang
von der Spätgotik zur Renaissance.
Renaissance-Epitaphien. Im Unterschied zu den spätmittelalterlichen
Grabplatten dominieren heilsgeschichtliche Darstellungen. Die Verstorbenen
sind allenfalls am Rande, häufig in stereotypen Gebetsposen
repräsentiert.
Epitaph für den Ratsherrn
Kaspar Preu († 1560) in der
Herz-Mariä-Kapelle (6). Terrakotta. In dekorierter Ädikula Reliefbild Taufe
Christi.
Epitaph für Hans Sigmund
Freiherr von Degenberg († 1602) und seine
Gemahlin Sidonia Katharina († 1613), in
der Sakramentskapelle (3B). Vielfiguriges Kalksteinrelief Christi Abschied
von der Mutter, in landschaftlicher Szenerie: Jerusalem-Prospekt. Wohl von
Martin Leutner.
Epitaph des Freiherrn Ferdinand
von Khuen-Belasy († 1618) und Verwandte, in der
Dreikönigskapelle (5). Sehr beachtliches Kalksteinrelief Auferweckung des
Lazarus, wohl von Martin Leutner. Die
antikisch stilisierten Figuren elliptisch um den Sarg gruppiert; jene im
Vordergrund vollrund herausgearbeitet.
