TÜBINGEN / Kath. Wilhelmsstift / wandmalereien

Kath. Wilhelmsstift ( Collegiumsgasse 5 ). 1272 Errichtung eines Franziskanerklosters, 1535 aufgehoben, 1540 abgebrannt (im Keller des Westflügels Reste erhalten). 1588–93 erbaute Georg Beer das von Herzog Ludwig von Württemberg gestiftete „Collegium Illustre“, erste Adelsakademie Deutschlands. 1817 für die nach Tübingen verlegte kath.-theologische Fakultät von August Bruckmann zum Konvikt umgebaut und nach seinem Stifter König Wilhelm I. benannt. 1974–81 Neubau des Ostflügels in Sichtbeton und Umbau der übrigen Flügel.
Schloßartige Vierflügelanlage aus verputztem Werkstein mit aufgemalten Eckquadern. Drei Rundtürme mit eingeschweiften Zeltdächern überragen den Baukörper, der an der Südwestecke abgeschrägt ist; repräsentative Fassade mit Volutenschweifgiebel und großem Bogenportal. Auf einer Tafel (dat. 1593) über dem Portal württembergisches Wappen in Roll- und Beschlagwerkrahmen von Christoph Jelin mit der Devise Herzog Ludwigs „N. G. W.“ (Nach Gottes Willen). Dreigeschossiger Volutengiebel am Westflügel. Fensterlaibungen, Gesimse und Schulterbogentüren in spätgotischer Tradition. Nordfront urspr. mit stattlichem Zwerchhaus mit Schweifvolutengiebeln; Hof zweiseitig von Arkadenreihen auf Holzsäulen umgeben (vier Säulen erhalten). – Im Innern Renaissance wandmalereien (1981 restauriert). Die Konviktsbibliothek im Ostflügel enthält die theologischen Bestände der ehem. Königlichen Handbibliothek.

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