AHLSDORF / Schloss
Sog. Schloss.
L-förmige zweigeschossige Zweiflügelanlage unter
Mansarddächern. Der von Osten nach Westen gerichtete Hauptflügel
1709 für Anton Friedrich
v. Seyffertitz errichtet, der Nebenflügel um 1720. Glatt geputzte Fassaden mit Eckquaderung
und Rechteckfenstern in zwei Geschossen, am Hauptbau mit
Sandsteingewänden. An der Rückfront des Hauptflügels
vierachsiger, dreigeschossiger Risalit mit eigenem Mansarddach. An der
Hofseite Sandsteinportal mit Wappenschlussstein v. Seyffertitz und Datum
1709. Veränderungen der Fassaden und des Inneren M. 19. Jh. (1859 dat. Wappenstein
v. Siemens). Der Wintergarten an der Stirnseite des
Nebenflügels von 1910. Derzeit Rest.
– Innen. Die barocke Struktur weitgehend erhalten. In den
Erdgeschossräumen Stuckdecken von 1709, der südöstl. Eckraum
kreuzgratgewölbt. In der Vorhalle unter der Voute umlaufender, auf
Leinwand gemalter
Fries von
Landschaftsausschnitten, um 1860, der sich
im Flur des Nebenflügels fortsetzt. Wohl gleichzeitig an der
Südwand der Vorhalle drei größere
Landschaftsbilder, Schlossansichten und Parkstaffagen.
Majolikaofen, A.
20. Jh. Im Kopfsaal des Nebenflügels (Gastraum) schöne
Stuckdecke der Régencezeit mit aufwendigem,
zugehörigem
Kamin an der Nordseite,
um 1730. – Im Obergeschoss an
der Südseite zwei größere Räume, im östl. Decke mit
zarter Rahmenstuckatur, ligiertem Monogramm des Bauherren und Jahreszahl
1709. Im südwestl. Eckraum die Wandgliederung wohl urspr.
architektonisch, im 3. V. 18. Jh. durch
Bespannung mit einer reich bemalten
Leinwandtapete verändert: in zerfaserten Rocaillerahmen
Landschaften und gesellschaftliche Szenen von differenzierter, guter Arbeit.
Im nordwestl. Eckraum unter der Voute
Medaillonfries mit Landschaften.
Zwei
frühklassizistische weiße
Kachelöfen, E. 18.
Jh., ein
Nischenofen, M. 19. Jh., sowie
ein reich u. a. mit biblischen Szenen beschnitzter
Schrank, dat. 1641.
