ASCHERSLEBEN / Ehem. Franziskaner-Klosterkirche
Ehem. Franziskaner-Klosterkirche,
seit 1979 kath. Heilig-Kreuz-Kirche. Gründung des
Klosters M. 13. Jh., aufgehoben 1525; die Klausur, ehem. nördl. der Kirche,
abgetragen. Die Kirche ein frühgotischer Bruchsteinbau. Schmucklose,
langgestreckte rechteckige Saalkirche von fünf nahezu quadratischen Jochen,
1698 rest. Das östl. Joch 1954 als Winterkirche abgetrennt. Letzte
Restaurierung 1978/79. Am Außenbau die
Jocheinteilung durch sehr flache ungegliederte Strebepfeiler markiert,
dazwischen Gruppe von drei der Höhe nach gestaffelten Lanzettfenstern, die
seitlichen sowie das große Ostfenster nachträglich zugesetzt, ebenso die
kleineren Öffnungen des 16. Jh. Im verstärkten nordwestl. Eckpfeiler
Wendeltreppe. Die Westfront mehrfach verändert, letztmalig 1909 durch Hans
Heckner: Errichtung des Dachreiters als Glockenstuhl und
Neugestaltung des Westportals mit großem Segmentbogen. – Innen kräftige
Kreuzrippengewölbe über nur wenig hervortretenden Wandpfeilern mit
profilierten Kämpfern. Die breiten gekehlten Gurtbögen auf flachen
Wandvorlagen aufsetzend, am dritten Joch von Westen bereits in ca. 2 m Höhe
mit Hohlkehle und Schräge endend, dort ehem. das Chorgestühl. – Ausstattung
1. H. 18. Jh. Hölzerne
Westempore mit barockem
Orgelprospekt von 1738, das
Werk von Ernst Röver,
1919. Spätgotisches
Schnitzretabel,
1510–15, aus der Stadtkirche in Löbejün (Saalkreis), 1983
umgesetzt, im Schrein Maria, flankiert von Petrus und Paulus, in den Flügeln
die hll. Dorothea und Margareta, auf den gemalten Flügelaußenseiten vier
Szenen aus dem Marienleben: Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Jesu und die
Heiligen Drei Könige. Im westl. Joch kleine Holzskulptur einer spätgotischen
Muttergottes mit Kind. Im Obergeschoß des abgetrennten Chorjochs
Epitaph für Louis de Feyrac
(†1724), sein Wappen zwischen reich geschnitzten Trophäen.

