ASCHERSLEBEN / Rathaus
Rathaus. Uneinheitliche
Vierflügelanlage. Der Kernbau 1517/18
ausgeführt unter dem Ratszimmermann Lüdecke
Büring und Steinmetz Heinrich
Wilde, umfangreiche Erweiterungen 1885, 1895 und 1935.
Ältester erhaltener Teil der Südflügel, ein langgestreckter zweigeschossiger
Rechteckbau, integriert an der Nordwestecke ein mittelalterlicher
quadratischer Turm, wohl noch vom Vorgängerbau. Dieser in vier Geschossen
gewölbt, der achteckige Aufsatz mit geschweifter Haube und Laterne, E. 16. Jh. In der Mitte der Südfassade
polygonal vortretender Treppenturm, in seinen beiden oberen Geschossen
stichbogige Fenster mit Blendmaßwerk an den Brüstungen; rundbogiges Portal
mit Stabwerkrahmung, verschieferte Haube mit Laterne, E. 16. Jh. An der
östl. Giebelwand kleiner Erker, das Blendmaßwerk seiner Brüstung bereits
nachgotisch. Ein zugesetzter profilierter Rundbogen umgibt das viereckige
Renaissancefenster, dat. 1577. An zwei
Konsolsteinen des Ortgangs dat. 1518, Umbauten dat. 1730, 1885. Der ehem. Westflügel 1885 durch einen anfangs zweigeschossigen, 1895 aufgestockten Neubau ersetzt.
Eingefügt in die südl. Achse Konsolen und Brüstungsreliefs eines
Renaissance-Erkers. Letztere mit Stadtwappen und alegorischer Figur. 1935 nach Entwurf Hans Heckners zur Vierflügelanlage erweitert. Der Nordflügel
mit einer für den ehem. Stadtbaurat charakteristischen sehr plastischen
Lisenen- und Blendnischengliederung antwortet in freier Umsetzung auf den
östl. Renaissancegiebel. Die Putzflächen mit Sgraffitos von Richard Degenkolbe. Zwischen die beiden Giebel
eingespannt der den Ostflügel bildende zweigeschossige Sparkassenbau.
Im Ratssaal
Kamin, dat. 1591, der mächtige Architrav mit
zahnschnittverziertem Kranzgesims über mit Tierköpfen geschmückten Konsolen
von je einem Satyr getragen. Im Aufsatz Flachrelief des Salomonischen
Urteils. Etwa gleichzeitig zwei hölzerne Türrahmungen, Architrav mit
Zahnschnittfries auf kannelierten ionischen Säulen, die
Türblätter von 1935/36. Umfassende
Restaurierung der Innenräume 1994/95.
Freilegung der Wand- und Türfassungen des 19. Jh. und teilweise der 1930er
Jahren.

