BARBY / Ev. Stadtkirche St. Marien
Ev. Stadtkirche St. Marien.
Dreischiffiger Putzbau mit rechteckigem Chor von der Breite des
Mittelschiffs. Im Kern vermutlich eine frühgotische, langgestreckte, einschiffige Anlage; wohl in
Abhängigkeit von der nach 1264 erbauten >> Franziskaner-Klosterkirche.
Der massige Westturm mit achteckigem Obergeschoß inschriftlich 1505 beg., erneuert 1565–71, aus dieser Zeit die
Vorhangbogenfenster. 1683 unter
Herzog Heinrich von Sachsen Erweiterung um die
Seitenschiffe; 1711 Turmabschluß durch Schieferhaube. Der schlanke
Dachreiter auf dem Schiff 1719,
Dacherneuerung 1831 und 1999. An der
Ostseite drei schmale spitzbogige Fenster erhalten, für den einschiffigen
Bau wären die Fenster der Langseiten ähnlich zu ergänzen, vermutlich sind
sie in ihrem oberen Teil in dem jetzigen Obergaden erhalten. Auf der Nord-
und Südseite je drei übergiebelte Portale mit
Bauinschrift von
1683.
– Innen flache Kassettendecke. Die Seitenschiffe in drei weitgespannten
spitzbogigen Arkaden zum Mittelschiff geöffnet. In den Seitenschiffen und im
Altarraum hölzerne Emporeneinbauten, letztere zweigeschossig. Die
barockisierende Raumfassung A. 20. Jh.
Altar
1728, hoher hölzerner Säulenaufbau, bekrönt von triumphierendem
Christus, im Hauptbild Kreuzigungsrelief vor gemalter landschaftlicher
Szenerie, auf dem segmentbogigen Giebelabschluß und auf den seitlichen
Durchgängen die Schnitzfiguren der vier Evangelisten. Beidseits im Altarraum
zweigeschossige hölzerne Emporen. Geschnitzte
Kanzel
1722. Sechseckiger
Taufstein in
spätgotischen Formen, gestiftet von Hans Bechlein 1564.
Barocker
Orgelprospekt auf breiter, schmuckreich bemalter
Empore, A. 18. Jh., das
Werk erneuert durch
Wilhelm Rühlmann jun.,
1925. Einige
Ritzgrabsteine, 14.
Jh., sowie
Grabsteine
16.–18. Jh., hervorzuheben die qualitätvollen figürlichen
Platten des Ehepaars von Tzschammer
(†1596 und 1606).

