BARLEBEN / Ev. Kirche St. Peter und Paul

Ev. Kirche St. Peter und Paul. Im Kern spätmittelalterliche, barock überformte, verputzte Saalkirche, rechteckig mit großen Rechteckfenstern und bekrönenden liegenden ovalen Oculi. – Der gotische Kernbau um 1350 errichtet, 1632–36 teilzerstört, 1681–99 wiederaufgebaut. – In das Turmuntergeschoß des gotischen Baus 1699 das barocke Rustikaportal mit Inschriftkartusche und Stifterwappen des Erasmus Christian von Arnstedt und seiner Gemahlin Anna Elisabeth geb. von Haus eingefügt; 1713/14 Erhöhung des quadratischen Westturms und Aufbringen der Schweifhaube mit abgesetzter Spitze. Nordöstl. vom Schiff die im Kern spätgotische Sakristei mit birnstabprofiliertem kämpferlosem Spitzbogenportal A. 16. Jh., im Zuge der Kirchenrenovierung E. 17. Jh. aufgestockt und im Erdgeschoß mit einem Tonnengewölbe versehen. Gleichzeitig die südl. zweigeschossige Arnstedter Loge aus der Spätrenaissance mit Fachwerkgiebel barock überformt. . Im Innern das Schiff mit kassettierter Flachdecke und übereinander angeordneten Flachbogen- und Kreisfenstern zur Belichtung der z. T. doppelgeschossigen Dreiseitempore im Westen (1968 verkürzt). Im Osten Farbglasfenster Petrus und Paulus, in der Südwand Anbetung der Hirten von Ferdinand Müller, Quedlinburg, 1922. – Hölzerner Kanzelaltar, um 1699. Zwischen Pilastern und lorbeerumwundenen Säulen der polygonale, konkav geschweifte Kanzelkorb, getragen von Akanthuskonsole und einem Kranz von Cherubsköpfen. Auf den Säulen die Stifterwappen von Arnstedt und von Haus. Als Bekrönung Sprenggiebel mit Engeln mit Leidenswerkzeugen, dazwischen ein schwebender Engel, der ein über den Schalldeckel gebreitetes Tuch rafft. Zehneckige hölzerne klassizistische Taufe in Kelchform. Reich gestalteter Orgelprospekt im Rundbogenstil mit romantischer Orgel von Emil Reubke, 1876, pneumatisiert von Wilhelm Rühlmann jun., Zörbig, 1936. Unter der Südempore die Prieche der Klosterhube und des Königlichen Vorwerks, dat. 1737. Nördl. im Chor der Magdeburger Ratsstuhl, E. 17. Jh., mit Butzenscheibenverglasung, gegliedert durch Fruchtgehänge. Das neugotische Gestühl 1977/78 aus der St. Katharinenkirche zu >> Wolmirstedt hierhergelangt. Zwei Figurengrabsteine: für Otto Friedrich von Quast (†1714) und für Joachim von Kastel (†1634). Bronzeglocke von Christian See, Magdeburg, 1735. – In der Sakristei Inschriftgrabstein für Christian Christophorus von Arnstedt (†1680) mit Lorbeerkranz und Ahnenprobe. – Im Obergeschoß der Arnstedter Loge Rest eines Renaissancekamins mit Arnstedter Wappen und Dat. 1610. Zum Schiff Fenster mit Wappenscheiben des Erasmus Christian von Arnstedt, der Anna Elisabeth geb. von Haus und ihrer zwölf Kinder sowie einem zugehörigen Sinnbild, 1699. – Außen der gut erhaltene Inschriftgrabstein für Johannis Hermans (†1679), auf dem Kirchhof zahlreiche spätbarocke und klassizistische Grabsteine und -stelen 18. und 19. Jh.

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