COSWIG / Ev. Stadtkirche St. Peter und Paul
Ev. Stadtkirche St. Peter und Paul (
Wettinplatz
). Einheitliche kreuzförmige, von Süden nach Norden gerichtete
symmetrische Anlage mit beherrschender, städtebaulich wirkungsvoller
Turmfassade im Süden, erbaut
1901–03 von Woldemar
Kandler überwiegend in Formen der Neurenaissance. Ausstattung
und Ausmalung des zentralisierenden Innenraums, letztere mit
Jugendstilelementen, ebenfalls einheitlich erhalten. Dem auf Grundlage des
griechischen Kreuzes angelegten Gemeinderaum fügt sich im Norden der
polygonal geschlossene Chor an, während im Süden die symmetrische Turmfront
vorgelegt ist. Das Mauerwerk aus verputzten Sandsteinquadern, verschieferte
Satteldächer. Der schlanke rechteckige Turm in der Mittelachse des Baus,
nach Süden vortretend, an beiden Seiten von je einem rechteckigen
Treppenturm mit Emporenaufgang begleitet. Die Firstlinien des Turms, der
kleinen Nebentürme und der hinter ihnen aufragenden Querarme der Kirche
liegen senkrecht zur Hauptachse, der Zentralbaucharakter der Anlage wird
durch diese quergerichtete Bewegung unterstrichen. Am Turmsatteldach
seitlich Neurenaissance-Ziergiebel, nach Süden und Norden kleine
Uhr-Zwerchgiebel, darüber der hohe Reiter, der sich in neubarocken Formen
mit Achteckunterbauten, Hauben und Spitze aufbaut. Auch die Treppentürme
besitzen seitliche geschweifte Ziergiebel. Vorbauten nach Süden. Turmfenster
als rundbogige Biforien; große rundbogige Schallfenster. Dominierend
herausgehobenes Südportal am Turm mit reich profiliertem Sandsteingewände,
von einem Säulenaufbau mit Gesims gerahmt, dessen Ziergiebel ein Relief mit
Darstellung des segnenden Christus einschließt. Oberhalb des Portals an den
Turmecken links und rechts unter Baldachinen Steinfiguren der hll. Petrus
und Paulus.
Die Querarme der Kirche mit Ziergiebeln und Rundbogenfenstern, an den Seiten
Biforien, der Chorschluß mit großen Rundbogenfenstern und symmetrisch
angelegten Anbauten.
Im Inneren alle Raumteile symmetrisch angelegt, mit Rippengewölben, partiell
mit ornamentaler
Wandmalerei, grisailleartig mit
zurückhaltender Farbigkeit, lediglich am gekehlten rundbogigen Triumphbogen
figürliche Malerei in Gestalt von Engeln. Querarme mit hölzernen
Emporeneinbauten, deren Oberflächen im dunklen Holzton
wie am gleichzeitigen
Gestühl, Altar, Kanzel und Orgelprospekt. In den
Rundbogenfenstern des Chors
Glasgemälde, um
1903, nach Entwurf von Ludwig
Otto, mit Darstellung der Fußwaschung Christi und des Gangs nach
Golgatha.
Ausstattung: Kanzel, Altar und
Orgelprospekt
1903
von Woldemar Kandler entworfen.
Altar aus Holz, mit Rundbogenaufbau, der ein Gemälde von
Ludwig Otto mit Darstellung der
Himmelfahrt Christi umschließt, darüber Gesims und Aufsatz mit Kreuz,
1903. –
Kanzel mit geschnitzten Reliefs und
Ornamenten, auf ihrem reich verzierten Schalldeckel ein Engel. –
Taufstein aus der >> alten Kirche,
1718, farbig gefaßter Sandstein, am achteckigem Fuß
Blattgehänge, am kelchartigen Becken zwei Engel, die ein Spruchband mit
Stifterinschrift halten.
