DRESDEN-DRESDEN-ALTSTADT / Kunstakademie und Kunstausstellungsgebäude
Kunstakademie und
Kunstausstellungsgebäude (
Brühlsche Terrasse 1
).
1887–94 nach Plänen von Konstantin Lipsius erbaut, 1945 teilweise zerstört, seitdem
Wiederherstellung.
Monumentaler Bau im Stil der Neurenaissance, bestehend aus dem parallel zur Elbe erricheten
vierflügligen Akademiegebäude mit Innenhof und dem an der Ostseite
anschließenden Ausstellungsgebäude um einen dreieckigen Hof. An der
Südostecke großer achteckiger Pavillon mit gläserner Kuppel.
Gleichwertig neben der Architektur steht die bildkünstlerische
Ausschmückung als Teil des Gesamtkunstwerks. Lipsius ließ sich hier von den Vorbildern des
französischen Historismus und bedeutender barocker Vorbilder ( >>
Zwinger, >> Hofkirche) leiten. Fast die gesamte Bildhauerschaft
Dresdens beteiligte sich an dieser Aufgabe. Herausragende Leistungen von
den damaligen Akademieprofessoren Johannes
Schilling und Robert
Henze. Das ikonographische Programm, eine Enzyklopädie
der Kulturgeschichte des 19. Jh., wurde 1890–94 verwirklicht:
Hauptmotive sind die großen Epochen der Kunstgeschichte, die
Kunstgattungen, wichtige Stätten künstlerischen Wirkens und das
künstlerische Schaffen selbst, in Form von Plastiken, Reliefs, Porträts
und Schrifttafeln.
Akademiegebäude: Mittelrisalit der Nordfassade mit
vier
Attikafiguren, sie verkörpern Bildhauerei und
Architektur (von Ernst Julius
Hähnel), Malerei und Kupferstecherkunst (von Carl Roeder). Darunter dasselbe Thema auf
den Säulenabsätzen als geflügelte
Putten (von Richard Schnauder), am Hauptportal als
symbolische Elemente, ornamental in Blüten- und Fruchtband eingebunden.
Sie ergänzen die von Heinrich Epler
geschaffenen
Zwickelreliefs aus Sandstein, „Antike“ und „Renaissance“
sowie den Schlußstein „Genius der Kunst“. Auf den Eckrisaliten die in
Kupfer getriebenen, vergoldeten
Kolossalfiguren Phantasos
und Eros, nach Entwürfen Robert
Henzes von P.
Rinchleben ausgeführt. Unterhalb des Eros
Zwickelreliefs aus Sandstein, Personifikationen
„Erde“ und „Meer“ sowie im Schlußstein Homer-Kopf, unterhalb des
Phantasos in den Zwickelreliefs „Himmel (Luft)“ und „Hölle (Feuer)“
sowie im Schlußstein Dante-Kopf, alle Arbeiten von Hans Rudolf Hartmann-MacLean. Über den
Fenstersimsen des ersten Obergeschosses acht Steintafeln mit den Namen
bedeutender Künstler und Architekten, an verschiedenen Stellen der
Fassade Reliefmedaillons mit den Porträts von Bramante, Pöppelmann,
Holbein und Rubens (von W. Heinrich
Weinhold), ergänzt durch
Porträtreliefs
von Aischylos, Sophokles, Euripides, Lessing, Goethe und Schiller (von
Robert Ockelmann). – Der Pavillon
mit vier
Sandsteinputten auf dem Gesims: „Griechische
Antike“ und „Mittelalter“ von Otto
Panzner, „Römische Antike“ und „Renaissance“ von
August Herzig. – Auf den Säulen
des westlichen Anbaus fünf weitere Sandstein-
Putten, die
Landschafts-, Tier-, Kostüm- (von Hans Rudolf
Hartmann-MacLean), Porträt- und Aktstudium (von Friedrich Offermann) darstellen. – Über der
Einfahrt an der Südseite die
Sandsteinfiguren „Morgen
(Schüler)“ und „Abend (Lehrer)“ von Oskar
Rassau. Links und rechts darüber zwei gußeiserne
Löwen von Eugen
Kircheisen, die urspr. mit Flügeln versehen waren. – Die
Zwickel am Südwestflügel mit den
Relieffiguren „Ehrgeiz
(Eifer)“ und „Zweifel“ von Gustav
Broßmann. – Auf den Dachgesimsen zum Innenhof vier
Puttengruppen: „Perspektive“ und „Staffelmalerei“ von
Heinrich Möller, „Naturstudie“
und „Studie nach der Antike“ von Ernst
Paul. Auf dem südlichen Sims zwei
Puttengruppen von Gottfried
Knöffler (1747), die eine mit Staffelei, die
andere mit Bildtafel.
Ausstellungsgebäude: Auf der Glaskuppel die in Kupfer
getriebene, vergoldete
Figur der Fama von Robert Henze. Das Tympanonrelief des
Hauptportikus mit der Darstellung von „Saxonia, Beschützerin der Künste,
zu ihren Seiten Dresden und die Elbe“ bzw. „Saxonia empfängt die
Huldigung der Künste“, der Firstakroter mit dem von Sonnenstrahlen
umgebenen Haupt Apollons, als
Giebelbekrönung darüber
Athene, Prometheus und Psyche (von Johannes
Schilling). Seitlich des Tympanons die allegorischen
Figuren von Berlin, München, Düsseldorf und Wien (von
Rudolf Hölbe). In Nischen
seitlich des Portals
Sandsteinfiguren „Christian Daniel
Rauch“ (von Herrmann Hultzsch) und
„Peter von Cornelius“ (von Gustav
Kietz), darüber
Sandsteinreliefs mit den
Porträts Karl Friedrich Schinkels und J. J. Winckelmanns (von Martin Engelke). – An der Ostfassade in
drei Rundnischen die
Personifikationen von Geschichte,
Religion und Poesie, in den Reliefplatten darüber die „drei Parzen“,
„Glaube, Liebe, Hoffnung“ und die „drei Grazien“ (alle von Martin Engelke). In den Zwickelreliefs über
den Fensterbögen
Personifikationen von „Tatkraft“ und
„Begeisterung“, „Beobachtung“ und „Vertiefung“, an der Südseite „Eifer“
und „Zweifel“ (alle von Heinrich
Bäumer) sowie „Fleiß“ und „Geduld“ (von Otto Fritzsche).
Zwei auf hohen Postamenten sitzende Wappenhalter flankieren die Durchfahrt an der Ostseite, die
linke Figur mit dem Dresdner, die rechte mit dem sächsischen Wappen.
Zwei sich entsprechende Viktorien schmücken die Zwickel über dem
stadtseitigen Eingang an der Südostecke, über den Fenstern zwei
Reliefs „Sphinx“ und „Pegasus“ (von Richard König).

