KIEL / Wohnbau / Bismarckallee 17

Wohnbauten. Bismarckallee 17. Villa „Haus Steffens“, 1911 von C. Mannhardt. Zweigeschossiger, blockhafter Rotziegelbau mit Mansarddach. Straßenfront bestimmt durch dreigeschossigen, breiten Risalit mit Dreieckgiebel, abgerundete Ecke rechts zum zurückversetzten seitlichen Eingang und hohen gegliederten Schornstein. – Nr. 19. 1905 von J. Theede. Malerisches Landhaus, eingeschossiger Putzbau, T-förmig. Vor das traufenseitige Krüppelwalmdach tritt zur Straße, die Front bestimmend, ein breiter und hoher Satteldachgiebel. Dekorative Verwendung verschiedener Materialien: Hausteinmauerwerk, Giebelfachwerk, Biberschwänze am Fußwalm des Hauptgiebels. Eckloggia mit stämmigem Pfeiler im Erdgeschoss, rückseitig Terrasse. Gartengitter. – Beide Häuser sind gute Beispiele der süddeutsch geprägten frühen Reformarchitektur in Kiel.
Düppelstr. 26. 1950 von O. Schnittger. Zweigeschossiges Atelierhaus über hohem Keller; kubischer, weiß verputzter Kalksandsteinbau unter weit vorkragendem Flachdach. Gliederung durch Breitfenstergruppen und die Fortsetzung des Flachdachs vom seitlichen Eingang über der unteren Fenstergruppe. – Nr. 28. 1913 von H. Schnittger. Villa im backsteinbarocken Heimatstil, eingeschossig über hohem Sockelgeschoss, mit Mansarddach. Mittelbetonung durch doppelläufige Freitreppe, rundbogige Oberlichttür und übergiebelten Dacherker.
Esmarchstr. 53 und 60–68. 1908–10 von H. Stav für Marineoffiziere, viergeschossige, traufenständige Rauputzbauten mit Loggien-Erkern, betonten großen Mansarddächern und -zwerchgiebeln. Beispiel der malerischen süddeutschen Reformarchitektur.
Exerzierplatz 28. 1951–54 von Christophersen, Frank und Klingemann als erstes Hochaus Kiels errichtet. Neungeschossiger, längsrechteckiger (jetzt verputzter) Ziegel-Kubus über (verändertem) Ladenfuß. Die schmale Platzseite durch breiten Mittelrisalit, die Flanken durch Loggien und liegende Fenster im Wechsel gegliedert. Kleines Flugdach.
Feldstr. 38 a. Mietwohnhaus mit Erdgeschossladen 1912/13 von H. Schnittger. Fünfgeschossiger Backsteinbau, gegliedert durch kolossale Pilaster, sparsame dekorative Werksteinelemente und optische Einbeziehung des obersten Geschosses durch Fußwalm in die Dachzone. In der bewussten Vermeidung kleinteiligen Zierrats kennzeichnend für den baureformerischen Einfluss der sog. Heimatarchitektur.
Holtenauer Str. 19–39 und 20–46. 1951–54 Neubebauung eines Großzerstörungsgebietes des 2. Weltkriegs (1944) nach städtebaulichen Vorgaben von Stadtbaurat H. Jensen. Westl. der Straße Kammstruktur aus gleichartigen fünfgeschossigen Flachdach-Zeilenbauten, die an der Straße durch eine eingeschossige Ladenzeile verbunden werden, nach Entwurf von K. Malzahn und R. Lukas. Gegenüber ähnlich gestaltete, straßenbegleitende Wohnzeilen mit davorliegenden Läden nach Entwurf von O. Schnittger. Die Putzbauten in neuerer Zeit z. T. mit Platten verkleidet. Glaspassagen 1989 von J. Baade. – Nr. 131. 1905/06 von Bauunternehmer E. Ebeling unter Mitwirkung des Wiener Architekten A. Gerhard für sich selbst erbaut. Viergeschossiges Mietshaus. Die malerisch asymmetrische, stark plastische Putzfassade durch turmartigen Erker in einen geschweift übergiebelten Abschnitt mit Loggien und einen schmalen, traufenständigen geteilt. Reiche Ornamentik. Singuläres Beispiel des dekorativen Jugendstils in Kiel.
Knooper Weg 51 (Damperhof). 1907 von E. Prinz. Großbürgerliches Doppel-Mietwohnhaus von vier Geschossen mit schwerem Mansardwalmdach, breitem, übergiebeltem Mittelrisalit und vorgelegtem Loggien-Balkon über genutetem Sockel, in den der gedrückte Bogen des Eingangs einschneidet. Die motivreiche, zarte Putzgliederung verbindet Elemente des Barock-Klassizismus und des Jugendstils. Eingangslaibung mit Lilienmustern bemalt, Treppenhaus mit Marmor und Spiegeln ausgekleidet.
Lindenallee 21. Pompöse neubarocke Villa (Augenklinik) in großem Garten 1906 von Bauunternehmer H. C. Jaacks. Zweigeschossiger verputzter Breitbau mit Mansarddach, Mittelrisalit und Kolossalpilastergliederung über Kellersockel. Reiche Stuckdekoration. Betonte Belétage mit Schmiedeeisenbalkon vor der Mitte. Seitlich einerseits Eingangsvorbau, andererseits halbrunde Säulenloggia. Geräumige Treppenhalle mit Galerie und Neurokoko-Deckenstuck.
Niemannsweg 127. Villa 1904/05 von R. Riemerschmid, München, für Admiral Fischel. Zweigeschossiger, giebelständiger Naturputzbau mit steilem Krüppelwalmdach (urspr. rote Pfannen), Kellersockel aus Granitfindlingen. Eingang an der rechten Traufenseite mit halbrund vortretendem Treppenturm, an der anderen verglaste Loggia. Geschlossenheit des Umrisses, den ein steiler Kamin durchbricht, und das Aufwachsen aus dem hängigen Gartengelände, kennzeichnen den ausgereiften Jugendstil. Innen sparsames, aber qualitätvolles Jugendstildetail.

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