KLEVE / Kath. Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis
Kath. Pfarrkirche St. Mariä
Empfängnis, ehem. Minoritenkirche (
Kavarinerstr. 10
): Zweischiffige, kreuzrippengewölbte Backsteinhalle mit fünf
Jochen im Langhaus, Chor mit drei Jochen und 5/8-Schluss. Das südl.
Seitenschiff gerade geschlossen, an der Nordseite des Chors zweigeschossige,
kreuzrippengewölbte Sakristei. Klosters und Kirche 1425–45
errichtet. Das Kloster 1803 aufgehoben, die
Kirche 1924 zur Pfarrkirche erhoben. 1944/45 fast bis auf die Umfassungsmauern zerstört, der
Wiederaufbau bis 1950
abgeschlossen. Die nördl. an die Kirche anschließenden Klostergebäude nicht
wiederaufgebaut.
Das Mittelschiff und das schmalere südl. Seitenschiff jeweils mit einem
eigenen Satteldach gedeckt, die Westfassade mit zwei Giebeln. Für die
Bettelordensarchitektur charakteristisch die Zweischiffigkeit, die betonte
Längsausdehnung und die Einfachheit der Maßwerk- und Detailformen. Innen
über abgefasten Vierkantpfeilern Kreuzrippengewölbe, im Langhaus auf
Konsolen, im Chor auf schlanken Runddiensten. Die Nordwand des Hauptschiffs
durch hohe Spitzbogennischen zwischen den nach innen gezogenen
Strebepfeilern gegliedert.
Kanzel, Holz, 1698 von N. Alberts. Akanthusrankenwerk in den Füllungen des
Kanzelkorbs und des Treppenaufgangs, der riesige Schalldeckel mit frei
herabhängenden Girlanden geschmückt. –
Chorgestühl aus
Eichenholz, 1474 dat., Arnt
Beeldesnider zugeschrieben. Jeweils zwei Reihen mit je acht
Stallen an den Seiten des Chors; das Gestühl urspr. wohl auch an der
Rückwand des 1656 abgebrochenen Lettners. Auf den niedrigen vorderen und in
den unteren Bereichen der hohen hinteren Wangen an den Enden der Reihen
Heiligenfiguren als Reliefs, in den durchbrochen gearbeiteten oberen Zonen
Freifiguren. Drolerien als Bekrönungen und Knäufe an den Wangen, ebenso als
Miserikordien. Die Dorsale mit einfachem Maßwerkschmuck, ein anhand von
Spuren nachzuweisender Tonnenbaldachin fehlt, an seiner Stelle als Abschluss
auf den Hochwangen Sprenggiebel. – Spätgotische
Holzskulpturen: Auf Konsolen an einer Abschrankung des
Chorpolygons, in dem der Hochaltar steht, die hll. Veronika, Gertrud,
Katharina und Margarete, niederrheinisch, um 1480/90, wohl aus
einem Retabel; die hl. Veronika wird Beeldesnider zugeschrieben. – An der östl. Abschlusswand des
südl. Seitenschiffs aus einem Marienleuchter stammende
Madonna auf Mondgesicht, um 1490/1500, dem
Meister der Emmericher Leuchterkrone
zugeschrieben. – Ehem.
Triumphkruzifixus, um
1480/90; in neuer Fassung und auf erneuertem Kreuz. – In neu
geschaffener Wandnische im Chorpolygon
Grabchristus, um
1480/90. – In Chor und Langhaus Christus und acht
Apostel, um 1500, der Werkstatt des
D. Holthuys unter Beteiligung der
jungen H. Douwerman und H. van Holt zugeschrieben; vier
Apostel
1875 durch R. Moest
hinzugefügt.

