KLEVE / Schwanenburg
Schwanenburg, heute Sitz des
Amts- und Landgerichts (
Schlossberg 1–2
): Nördlichste Höhenburg am Rhein, teils aus Tuff, teils aus
Ziegeln. Verschiedene Phasen des Aufbaus und Verfalls führten zu dem
heutigen Konglomerat aus Türmen, Gebäuden, Toren und Mauern.
Erste befestigte Bauten auf dem steil aufragenden Ausläufer des Höhenzugs
zwischen Xanten und Nimwegen vermutlich im 11. Jh.; nach Ausgrabungsbefunden eine Ringmauer aus Tuff und
Basalt mit einem Donjon anstelle des Schwanenturms. E. 12./A. 13. Jh. Ausbau der Burg mit zwei
Rechtecktürmen, einem Wohntrakt und dem repräsentativen Palas; Reste von
dessen prunkvollem Portal sind heute an zwei Eingängen im oberen Burghof
vermauert. Während der frühen Bauphasen wurden Tuffstein, zur Zeit Herzog
Adolfs I. (1394–1448) und seines Sohnes Herzog Johanns I. (1449–81) Ziegel
verwendet.
Ab 1429 Umbau des Spiegelturms im Südwesten; nach Einsturz der Vorgängerbauten
Bau
des die anderen Türme überragenden Schwanenturms,
1439
von Johan Wyrenberg, der Kapelle und Teile der Wohnbauten,
1444.
Erweiterungen
durch Kanzlei,
1558,
Herzog-Wilhelm-Tor, einem zweigeschossigen Bau mit
Durchfahrt vor dem bisherigen Außentor,
1560
von M. Pasqualini. 1581 Anbau einer Kanzlerwohnung mit zweigeschossiger Galerie und
offenen Arkaden im Untergeschoss von J.
Pasqualini. 1663–66 Um- und
Ausbauten unter Johann Moritz durch P. Post. 1740
Brand am
Schwanenturm,
1771
Einsturz eines Teils des Palas,
1817
endgültiger Einsturz, 1785 Einsturz des Johannesturms, vor 1820 Abgang
weiterer Teile der Burg. Ab 1828 Sitz der Justizverwaltung; 1838–40 Bau eines Gefängnistrakts anstelle
eines durch Post errichteten
Gebäudeteils. 1883
Anbau
eines
Treppenhauses an den Spiegelturm. 1944 schwere Kriegsschäden, Wiederaufbau
bis 1953.
Der obere Burghof ein unregelmäßig vieleckiger Innenhof, an mehreren Seiten
von Arkaden umgeben. An der nördl. Seite der Schwanenturm. An zwei
Eingängen
Reste des urspr. korbbogigen staufischen Portals aus dem
Palas, u. a. Säulen, Kapitelle mit Figurenranken bzw. Blattwerk, Archivolten
mit verschiedenem Ornament wie Figurenranken mit Monatsdarstellungen,
A. 13. Jh.
Der untere Burghof im Osten und im Süden offen, hier fehlen der Palas, der
Johannesturm und weitere Gebäude. An den anderen Seiten drei- und
viergeschossige Gebäude zu Seiten des Spiegelturms, teils mit offenem
Bogengang im Untergeschoss. Im Hof unter Glas die ausgegrabenen
Fundamentreste von Vorgängerbauten.

