NEERSEN / Schloss
Ehem. Schloss, heute
Stadtverwaltung (
Hauptstr. 6
): Dreiflügeliges, zweigeschossiges Herrenhaus über hohem Sockel,
mit vier vorspringenden Ecktürmen unter laternenbekrönten Zeltdächern.
Hervorgegangen aus einer wasserumwehrten gotischen Burg des 15. Jh., einer Rechteckanlage mit der
Hauptburg in der Südostecke; die Gräben wurden von der damals unmittelbar
vorbeifließenden Niers gespeist. Die nach Norden und Westen vorgelagerte
zweiflügelige Vorburg hatte einen Torbau in der Mitte der Westseite. Bei
Umbau zum
Schloss 1661–69
die
gotische Wehranlage niedergelegt und das winkelförmige
Herrenhaus
zum bestehenden Dreiflügelbau ausgebaut, dabei Süd- und
Ostflügel unter Verwendung gotischer Bausubstanz, Westflügel und Ecktürme
neu errichtet. Nach Ruinierung des als Wattefabrik genutzten Schlosses durch
Brand 1885 die Vorburg erneuert und ab 1896 Ost- und Südflügel des
Herrenhauses wiederaufgebaut.
Ost- und Südflügel des Herrenhauses mit Rechteckfenstern
des
18./19. Jh.,
am Südflügel hofseitig das erneuerte Hauptportal und ein Giebelaufsatz mit
dem neuerdings farbig gefassten
Allianzwappen
Virmond/Bentheim des
Ambrosius Virmond (1682–1744) und der
Eleonore von Bentheim (1687–1727). Der
1979–81
im Außenmauerwerk rekonstruierend
wiederaufgebaute
Westflügel mit Kreuz- und Steinsprossenfenstern und einem
Dach, das sich nur in der Hauptform den übrigen Dachaufbauten anschließt.
Innen vom Ausbau 1896 das hölzerne Treppenhaus im Südflügel, die Haupttreppe
und der Deckenstuck im heutigen Großen Sitzungssaal erhalten. – Im
Westflügel der Vorburg der heute ungenutzte Torbau, im
Kern aus dem
17. Jh.,
bei Sanierung
1979–81
mit Rundbogenportal in Zugbrückenblende, neuen Giebelaufsätzen und rundem
Treppentürmchen ausgestattet. Von den runden Ecktürmen der gotischen
Wehranlage ist am Trakt südl. des Torbaus einer über erhaltenen Grundmauern
bis auf 2 m Höhe aufgemauert, ein zweiter hat bei Errichtung des
dreiflügeligen Trakts nördl. des Torbaus 1885 ein Obergeschoss mit über
Rundbogenfries vorkragendem Zinnenkranz erhalten; der dritte, der über
erhaltenen Grundmauern auf 3 m Höhe aufgemauert ist und neben dem die
Fundamente der ehem. Schlosskapelle liegen, steht am Ende der Mauer, die den
Verlauf des ehem. Nordflügels der Vorburg bezeichnet und vom heutigen
Hauptzugang geschnitten wird. – Die Gräben der ehem. Wasserburg zum Teil
einbezogen in den umgebenden Park, der aufgrund des
Baumbestands (Exoten) vermutlich in
1. H.
19. Jh. angelegt wurde.
