RADEBEUL / Hoflößnitz
Hoflößnitz, ehem.
kurfürstliches Weingut, jetzt
Museum (Oberlößnitz,
Knohllweg 37
). Reizvolle Gebäudegruppe in freier Lage zu Füßen des Steilhanges
mit den Weinbergen namens „Goldener Wagen“. Bereits seit 1401 in
wettinischem Besitz. Ältestes Gebäude war das Preßhaus, das mit dem Wohnhaus
des Bergverwalters verbunden war. Unter Kurfürst Johann Georg I.
1648–50 Bau des „Lust- und Berghauses“ durch Landbaumeister
Ezechiel Eckhardt. Fertigstellung des
Innenausbaus erst unter Kurfürst Johann Georg II.
bis gegen 1680.
1677
Neubau des zunächst in Fachwerk ausgeführten Turms in
Stein.
1688
Errichtung des „Winzerhauses“ neben dem „Berghaus“ mit
tonnengewölbten Weinkellern. Im 17. und 18. Jh. Nutzung durch den Hof zur
Zeit der Weinlese und zu Jagden. Von den Umgestaltungsplänen Augusts des
Starken, das Herrenhaus umzubauen und mit einer Schloßanlage auf der
100 Meter höher gelegenen „Platte“ zu verbinden, nachträglich 1747–50 nur die Treppenanlage mit schlichtem
Muschelpavillon verwirklicht, in der heutigen Form als „Jahrestreppe“ von
1845–47,
1991/92
erneuert. 1824 Brand des alten Preßhauses,
anschließend Ersatz durch ein schlichtes klassizistisches Gebäude nach
Entwurf von Carl Mildreich Barth. Daneben
entstand ebenfalls nach Plänen Barths an
der Stelle des alten Küchengebäudes
1843
das spätklassizistische Kavaliershaus, ein
zweigeschossiger Bau mit zwei eingeschossigen Seitenflügeln, der östliche
weist Reste der Gewölbe des
17. Jh.
auf. Seit 1843 Staatsweingut, 1885 Verkauf in private Hand. 1899 Bau eines Rokokotürmchens auf dem Berghaus,
Verputz und Bau einer Terrasse mit Treppe auf der Talseite, 1913 Rückführung des Lust- und
Berghauses in den historischen Zustand auf Veranlassung des
Hoflößnitz-Vereins durch Emil Högg und
Restaurierung der Innenräume. 1925 Bau einer
Terrasse mit bastionsartigen Eckausbauten. Seit 1977 Wiederherstellung der
Farbigkeit des Äußeren des Berg- und Lusthauses, gleichzeitig Restaurierung
der Innenräume.
