SCHLESWIG / Beamtensiedlung Neustadt / ehem. Landwirtschaftsschule

Beamtensiedlung Neustadt, Bellmann-, Chemnitz-, Suadicanistraße . Ab 1925 nach Plänen von Stadtbaurat J. Petersen als nördl. Stadterweiterung angelegt. Zumeist von zwei Geschossen unter hohen Walmdächern in heimatlicher Ziegelbauweise aus Rotsteinen mit handwerklichen, zurückhaltend expressionistischen Details. Obwohl durch verständnislose Modernisierungen im Einzelnen entstellt, insgesamt als städtebauliche Leistung bemerkenswert.
Mittelpunkt die ehem. Landwirtschaftsschule (Erzieherfachschule), 1928/30 von J. Petersen in exponierter Lage an der in einer Kurve ansteigenden Bellmannstraße (Nr. 26). Zweigeschossiger, traufenständiger Ziegelbreitbau von 13 Achsen mit siebenachsigem Mittelrisalit, den eine kleine Giebelreihe abschließt, und terrakottagerahmtem Mittelportal über vielstufiger Freitreppe. Hohes Satteldach mit Staffelgiebel zur Straßenkurve. Rechtwinklig dazu Turnhalle als Raumteiler zwischen dem dreieckigen Vorplatz der Schule und einer architektonisch gefassten, rechteckigen Platzerweiterung der Straße nach Westen. Die zweigeschossige Giebelfront über Spitzarkaden im Erdgeschoss unmittelbar an die Fahrstraße herangebaut. Das hohe Satteldach trauf­seitig mit expressionistischen Zwerchhäusern. Der im Winkel zwischen beiden Teilen der Schule als Dominante der Gruppe und des ganzen Stadtteils geplante, kampanileartige Wasserturm wurde infolge der Weltwirtschaftskrise nicht ausgeführt.
Unter den Wohnhäusern hervorzuheben das originelle Dreifamilienhaus Chemnitzstr. 55/57, 1927 von J. Petersen. Zweigeschossiger Ziegelbreitbau mit hohem Walmdach und zwei polygonalen Eckerkern mit gestuften Kegeldächern. Fenster in rhombischer Sprossenteilung, im Obergeschoss die Fensterstürze zur Mitte expressionistisch aufgespitzt.

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