WALDDREHNA / Ev. Dorfkirche

Ev. Dorfkirche. Gotischer Saalbau mit niedriger Apsis aus unbehauenem Feldstein, im Kern wohl nicht vor E. 13. Jh., vermutlich im 15. Jh. und um 1700 umgestaltet. Die hohen Schiffswände mit Eckeinfassungen aus Raseneisenstein und niedrigen spitzbogigen Fensteröffnungen; das Südportal und das Achsfenster der Apsis (vermauert) E. 15. Jh. verändert; ihre Schweifhaube um 1700. In der Südwand barockes Stichbogenfenster. Ungewöhnlich die nach drei Seiten offene Westvorhalle mit massivem oktogonalen Glockenturm, wohl 15. Jh. (vielleicht noch 13. Jh.); die fast schiffshohen Spitzbogen ruhen im Westen auf zwei gemauerten Rundpfeilern. Das Westportal vielleicht urspr. mit gestuftem Gewände aus Raseneisenstein, die Archivolten wohl des 15. Jh. aus Backstein mit mehrteiligen, zarten Profilen (Kehlen zwischen Birnstab, Rundstab und Birnstab); darüber Reste einer Putzritzung mit großer Rosette (vgl. St. Nikolai, Stendal). Der weitgehend erhaltene spätgotische Putz an Nord- und Südwand mit Resten von Quader- und Maßwerkfriesritzungen.
Innen Bretterdecke; Apsis mit Halbkuppel. Neugotische Westempore, 1. H. 19. Jh., mit Orgelprospekt derselben Zeit, darunter Winterkirche. – Altaraufsatz um 1747, doppelte Ädikula über hoher Predella, gedrehte Säulen und Schnitzwangen, die Ovalbilder des betenden Christus im Hauptfeld und des Gekreuzigten im Aufsatz M. 19. Jh. hinzugefügt. Mit dem Altaraufsatz wohl gleichzeitig die Kanzel. Hoher, polygonaler Korb auf dünner, gedrehter Säule; von Masken bekrönte Eckpilaster. In den ovalen Füllungen gemalter Zyklus von ungewöhnlicher Ikonographie, Predigt, Kreuznahme (Nachfolge Christi) und Gebet, wohl als Vorbereitung auf das im vierten Feld dargestellte Jüngste Gericht zu verstehen. Schalldeckel mit Spangenkrone. Schwebender Taufengel, handwerkliche Arbeit 1. H. 19. Jh. An der Nordwand Schnitzfigur eines sitzenden Jacobus major, E. 15. Jh., Fassung rest. 1960.

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