WALDECK / Kath. Pfarrkirche St. Johannes von Nepomuk
Kath. Pfarrkirche St. Johannes von
Nepomuk. Pfarrei seit 1690. – Gegenüber dem Schlossberg als
markanter Nordabschluss des Marktes. – Pfarrkirche urspr. bei der Burg. 1711
Errichtung der Marktkirche St. Anna, 1794 niedergebrannt. Die jetzige
Pfarrkirche ließ 1731Ignaz Freiherr von Otten als Wallfahrtskirche erbauen,
1735 geweiht, 1738 erweitert, Ausstattung bis 1749. Nach dem Brand 1794
überließ sie Franz Anton Reichsgraf Oexle von
Friedenberg der Marktgemeinde. 1821/22 Turmbau. Seit 1964
phasenweise Renovierungen.
Nach Norden gerichteter Saalbau mit stark eingezogenem, langem Chor, der
innen gerade, außen rund abschließt. An der Südseite Turm aus
Sandsteinquadern mit Glockendach und Laterne. – Mit Stichkappen durchsetztes
Tonnengewölbe, im Langhaus gedrückt mit flachem Scheitel. Wandgliederung
durch toskanische Pilaster mit Gebälkstücken. – Reiche Raumdekoration um
1738, früher den Brüdern Asam, heute
ihren Schülern zugeschrieben.
Stuckaturen, Rocailleformen mit
Laub-, Bandel- und Gitterwerk kombiniert, Pilaster mit Muschelwerkkapitellen
und Vasen auf den Gebälkstücken, über dem Chorbogen das von Putten gehaltene
Wappen des Erbauers Freiherr von Otten.
Deckengemälde von Johann und Otto Gebhard
aus Prüfening nach 1738 (1976 restauriert). Im zentralen Bild
Johannes von Nepomuk widersteht König Wenzel, nördl. und südl. von je zwei
Rundmedaillons mit weiteren Szenen aus dem Leben des Heiligen flankiert
(Predigt, Beichte der Königin, Folter des Johannes, Auffindung des
Leichnams); im Chor seine Apotheose.
Prächtige Ausstattung
um 1740. Hochaltar, konkaver, durch
vegetabile Volutenstreben gegliederter Aufbau mit seitlichem Laub- und
Bandelschnitzwerk. Im Zentrum große Figur des Kirchenpatrons, die hll.
Petrus und Paulus über den seitlichen Durchlässen. –
Seitenaltäre, konkave Retabel mit Volutenpilastern, am
linken, der mit monumentaler Kreuzgruppe und Wiesheiland im Tabernakel
ausgestattet ist, als Engelshermen ausgebildet. Der rechte Seitenaltar mit
Gemälde hl. Anna unterrichtet Maria, wohl um
1800, Seitenfiguren der hll. Augustinus und Walburga; in
Klosterarbeit gefasstes Bruderschaftsbild der Maria vom Trost. – Kanzel
bekrönt von Gesetzestafeln und eherner Schlange. –
Orgelprospekt, wohl 2. H. 18. Jh. – An der
Rückwand volkstümliches
Relief mit Hl. Dreifaltigkeit und den
vierzehn Nothelfern, 1. H. 18. Jh. – An der Langhausostwand
Sandsteingedenkplatte mit Inschrift und Wappen des
Stifters, dat. 1731.
