WALDERBACH / Ehem. Zisterzienserkloster
Ehem. Zisterzienserkloster. Auf
einer Anhöhe über dem rechten Regenufer, in Sichtweite zu dem
konkurrierenden, burgartig situierten Kloster >> Reichenbach. – Den
unsicheren, spärlichen Quellen zur Gründungsgeschichte zufolge, wandelte
Burggraf Otto I. von Regensburg († 1142) ein bald
nach 1127 gegründetes Augustiner-Chorherrenstift in ein Zisterzienserkloster
um – so erklärt sich das um den hl. Nikolaus erweiterte Kirchenpatrozinium
wie auch die zisterziensischen Gepflogenheiten nicht entsprechende Lage. Die
enge Verbindung zwischen Kloster und Stifterfamilie äußert sich zum einen in
der Übernahme des Familienwappens, zum anderen in der Bestimmung der Kirche
als Familiengrablege. 1143 zog der Gründungskonvent in Walderbach ein,
angeblich kam er aus Maulbronn, während Waldsassen jedoch 1308 als
Mutterkloster belegt ist. 1428 und 1433 bereiteten Hussiteneinfälle den
wirtschaftlichen und moralischen Niedergang der Abtei vor, der 1556 mit der
Aufhebung durch Pfalzgraf Ottheinrich seinen Tiefpunkt
erreichte. 1562 verließ das letzte Mitglied des Ordens, der sich schon
geraume Zeit vorher zur lutherischen Lehre bekannt hatte, das Kloster. In
der Folge wurde ein kurfürstlicher Klosterrichter eingesetzt. 1669 gab
Kurfürst Ferdinand Maria den Zisterziensern, die
nun Aldersbach schickte, das Kloster zurück. Einer neuerlichen Blüte setzte
die Säkularisation ein Ende. Die Klosterkirche ging an die Pfarrei über,
während die Klostergebäude u. a. als Landgericht, Rent- und Pfarramt genutzt
wurden. Seit 1962 sind darin das auf die Sammlung von
Ewald Stark aufbauende Kreismuseum, ferner ein
Kindergarten und Gasthof untergebracht.
Baugeschichte. – Hauptbauzeit der Kirche mit mehreren Planänderungen
letztes Drittel 12. Jh., laut einer 1998/99 aufgefundenen
romanischen Wandinschrift 1200 vollendet.
Um 1680 Neubau der Konventgebäude. 1748 entstand der neue Chor, 1779 der Turm
anstelle der romanischen Vorhalle. Innenrenovierung 1998/99,
Außenrenovierung der Kirche 1986–88, der Klostergebäude 1975 und 2005–07, Umbau und Renovierung der
Gaststätte 1986/87, Restaurierung des
Festsaals 1988/89.
