WEIDA / Ev. Stadtkirche St. Maria
Ev. Stadtkirche St. Maria, (Kirchplatz) ehem. Kirche des 1267 erstmals erwähnten Franziskanerklosters. Wohl M. 14. Jh. als große, extrem gestreckte Saalkirche errichtet, A. 16. Jh. um ein südl. Seitenschiff erweitert. 1527 Umwandlung der Klosterkirche zur ev. Stadtpfarrkirche, danach Auflösung des Klosterkonvents. Nach Brand 1633 Neuausstattung bis M. 17. Jh. 1883–85 Renovierung und Umgestaltung des Inneren; 1923 Anbau von Gemeindesaal und Winterkirche unter Einbeziehung der mittelalterlichen Sakristei an der Chorsüdseite. Letzte Außenrenovierung 1982. –
Äußeres. Große zweischiffige Hallenkirche aus verputztem Bruchsteinmauerwerk mit zweijochigem, polygonal geschlossenem Chor von der Breite des Hauptschiffs. An der Chorsüdseite Sakristei mit Kreuzgratgewölbe. Das Fenstermaßwerk im Hauptschiff wohl A. 16. Jh. eingesetzt. – Die Westfassade mit hohem, mittigem Fenster und gestaffelten Blendnischen am Giebel. Die Blendnischen – rechteckige Rahmungen, in deren oberen Teil je zwei Kleeblattbögen bzw. genaste Spitzbögen eingefügt sind – enthielten angeblich Wandmalerei, deren Reste im 19. Jh. noch sichtbar gewesen sein sollen. Bei der Verbreiterung der Westfassade zwei weitere derartige Nischen asymmetrisch eingebaut. Das wohl stark restaurierte (oder ganz erneuerte) Westportal mit einer derben Madonnenfigur im Tympanon. – Am Hauptschiff Strebepfeiler, jedoch nur der Chor gewölbt. Sein 1633 zerstörtes Kreuzrippengewölbe 1934 in veränderter Form wiederhergestellt. Die Schiffe durch spitzbogige Arkaden auf achteckigen Pfeilern ge-
trennt. – Anspruchsvolle, typisch ev.
Kirchenausstattung des 17. Jh. Geschlossene Stände und mehrgeschossige, z. T. auch geschlossene Emporen mit 52
Brüstungsgemälden. Die seit 1633 entstandenen Bildtafeln mit Szenen aus AT und NT, urspr. wohl in biblisch-historischer Abfolge vom Chor ausgehend an Süd-, West- und Nordseite angebracht. An der Ausführung offenbar mehrere Maler beteiligt, die vermutlich nach einer inhaltlich geschlossenen Konzeption arbeiteten. Einige der z. T. recht qualitätvollen Gemälde nach Vorlagen aus einer von Matthäus Merian illustrierten, 1630 erschienenen Bibel. Die urspr. Anordnung bei Umbauten im 18. und 19. Jh. erheblich verändert. Einzelne Brüstungsgemälde und Teile von demontierten Ständen des 17. Jh. jetzt an Süd- und Westwand der Kirche. An der Langhausnordseite vier Wandnischen für Privatstände, A. 18. Jh. – Der 1646 gestiftete, hölzerne
Altaraufbau ebenfalls im 19. Jh. demontiert. Erhalten sind ein ovales Relief mit der Kreuzabnahme und sechs vollplastische Schnitzfiguren (die drei Frauen vom Grabe Jesu, der auferstandene Christus, Petrus und Johannes). Alle Figuren jetzt in der Winterkirche, das Relief im Chor. – Das Taufbecken sowie die Kanzel und die Lesebühne beidseits des Triumphbogens mit zahlreichen hölzernen Statuen von Engeln, Propheten und Evangelisten sowie plastischen Szenen des AT und NT geschmückt, die in verschiedener Weise Grundsätze der ev. Lehre verdeutlichen. Die Schnitzplastik eine zwar provinzielle, aber doch recht gute Arbeit, M. 17. Jh. Hinter dem Altar und am östl. Pfeiler des Langhauses zwei spätmittelalterliche (?), vielleicht überarbeitete Kruzifixe. – Der Orgelprospekt 1761–64 gefertigt, das Werk von 1934. Im Hauptschiff Messingleuchter des 17. Jh. – An der Chor-
südwand eine spätromanische
Wandmalerei mit der Darstellung des Marientods, die 1934 aus der >>Wiedenkirche hierher übertragen wurde. Im Zentrum das Sterbelager Mariae, deren Seele ein Engel dem himmlischen Christus überbringt. Von den trauernden Jüngern Jesu nur zwei Gruppen mit drei bzw. vier Personen erhalten. Trotz weitgehenden Verlustes der urspr. Farbigkeit läßt die stellenweise sehr gut erhaltene, rotbraune Vorzeichnung eine hohe künstlerische Qualität erkennen. Die stilistischen Merkmale – gebrochene Gewandsäume und spitz auslaufende Faltenbündel – weisen die um 1220/30 entstandenen Malerei als ein Werk des sog. Zackenstils der Spätromanik aus. Sie ist neben den Iwein-Fresken im Hessenhof zu >>Schmalkalden die bedeutendste der wenigen erhaltenen romanischen Wandmalereien Thüringens. –
Grabmäler und
Epitaphien. An der Chornordwand figürlicher Grabstein für Superintendenten Johannes Francke (†1684). Gegenüber zwei Epitaphien mit lebensgroßen, ganzfigürlichen Porträts der Verstorbenen. Das ältere mit aufwendiger Architekturrahmung und figürlichen Allegorien für den Superintendenten und namhaften Astronomen Georg Samuel Doerffel (†1688); das jüngere mit reicher Rahmenschnitzerei für den 1704 verstorbenen Superintendenten Gottfried Caroli. Im Westen frühklassizistisches Alabasterepitaph für Johanna Christiana Carolina v. Rex (†1775) mit Bildnismedaillon auf hohem Postament und Inschrift. – Von dem noch E. 16. Jh. bezeugten
Kreuzgang jetzt nur noch Reste in dem Gebäude südl. des Schiffes erhalten. Weitere Teile beim Bau der neuen Superintendentur 1889 beseitigt.
Ruine der Wiedenkirche St. Maria (Kirchberg). Große Saalkirche mit westriegelartiger Turmfront, E. 12. Jh. auf einem steilen Bergsporn – vielleicht im Bereich einer aufgelassenen Burg – als Pfarrkirche der Altstadt errichtet und zwischen 1209 und 1230 dem Kloster Mildenfurth inkorporiert. M. 14. Jh. der Chor neu erbaut. Nach Brand 1504 allmählicher Verfall; seit M. 16. Jh. nicht mehr kirchlich genutzt, 1633 völlig verwüstet. Der Südwestturm bis 1926 schrittweise abgetragen. Die Ruine seit 1958 Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. – Weiträumiger Bau mit eingezogenem, einjochigem Chor und 5/8-Polygon. An der Chorsüdseite Sakristei aus der Erbauungszeit des Chores; 1956 baulich gesichert. Vom westl. Turmpaar nur der Nordturm und der Turmzwischenbau erhalten. – An der Fassade des romanischen
Schiffes ein umlaufendes Sockelprofil sowie zwei schmale romanische und mehrere spätgotische Fenster zwischen regelmäßiger Lisenengliederung. Reste des ehem. wohl umlaufenden Rundbogenfrieses in der Turmhalle. An der Langhausnordseite zwei massige Stützpfeiler aus dem Spätmittelalter. Rundbogiges Nordportal mit profiliertem Gewände, von breiten Lisenen und einem schmalen Gesims mit Schuppenfries eingefaßt. Das innere Portal im Turmzwischenbau urspr. mit gleicher Rahmung aber glatter Laibung sowie einfachem Rücksprung mit (jetzt verlorenem) Säulenpaar und runder Archivolte; darüber Vierpassfenster. – Die
Westtürme erst nach Fertigstellung des Kirchenschiffs als riegelartige Baugruppe von gleicher Breite der Westwand vorgebaut. Ihre einander zugewandten Seiten auf mächtigen Quaderpfeilern mit Rundbögen aufgesetzt. Der nördl. Bogen jetzt vermauert, der südl. abgebrochen. Die Baufugen an Nord- und Südseite durch Sprünge im Sockelprofil markiert. Am erhaltene Nordturm mehrere Biforien und ein Triforium an der Nordseite mit z. T. restaurierten Säulen und Würfelkapitellen. Das äußere Westportal am Turmzwischenbau mit reich profiliertem Gewände und eingestelltem Säulenpaar, von dem nur ein Würfelkapitell erhalten ist; darüber ein Radfenster. – Über dem inneren Westportal ehem. ein spätromanisches Wandbild mit Marientod, 1934 in die >>Stadtkirche übertragen. Im Nordturm Putzreste mit Fragmenten zweier stilistisch entsprechender Gewandfiguren. – Der ehem. kreuzrippengewölbte
Chor mit halbrunden Diensten und fein durchgebildeten Blattkapitellen. Blatt- und Maskenkonsolen auch in der zweijochigen, ehem. kreuzrippengewölbten Sakristei, die durch zwei reich gegliederte Maßwerkrosetten an der Südseite erhellt wird. Von gleichem Formenreichtum das nur in Teilen erhaltene Maßwerk der urspr. dreibahnigen Chorfenster. Unter der Sakristei ein gruftähnlicher Raum, wahrscheinlich das Beinhaus des ehem. Kirchhofs. – Im Schiff der Kirche fünf Säulenarkaden des 16. Jh., der Rest des sog. Bahrhauses, und Grabsteine vom >>Alten Friedhof. An der Nordseite Renaissanceportal, bez. 1582, von einem Weidaer Bürgerhaus.
Ehem. Peterskirche (Petersberg), jetzt in Teilen Wohnhaus und Ruine. Der Gründungsbau, ein großer Saalbau (?) mit östl. Turmpaar, wohl schon im späten 12. Jh. als Pfarrkirche der Neustadt entstanden, aber erst 1262 urkundlich erwähnt. Im 14. Jh. ein Kirchenneubau an der Nordseite der alten Kirche errichtet und das romanische Schiff abgebrochen. Nach Einführung der Reformation 1527 zweckfremde Nutzung und Verfall. Um das Jahr 1829 der romanische Nordturm und der gotische Chor weitgehend abgetragen; später das gotische Kirchenschiff zum Wohnhaus umgebaut und ein dreigeschossiger hölzerner Anbau an der inneren Nordwand der Chorruine errichtet. 1989–91 der Stumpf des Nordturms und der Südturm gesichert. – Die aus Bruchstein errichtete
romanische Choranlage z. T. erhalten. Riegelartige Baugruppe mit längsrechteckigen Chorflankentürmen; die nach Osten vorspringende Hauptapsis verloren. Der Nordturm bis in Höhe des zweiten Turmgeschosses abgetragen. In beiden Türmen Nebenchöre mit eingestellten Apsiden. Die drei Chöre urspr. durch hohe Bögen zueinander geöffnet; der nördl. Bogen abgebrochen, der südl. zugemauert. Alle Bögen im Inneren der Choranlage aus Sandsteinquadern. – Die im ganzen schlichte architektonische Gestaltung des Südturms ähnelt sehr dem erhaltenen Westturm der >>Wiedenkirche und verweist auf die gleiche Entstehungszeit. An seinem dritten und vierten Geschoß restaurierte Säulenbiforien und -triforien. – Größe und Gestalt des romanischen Langhauses unbekannt. – Die
gotische Kirche – ein Saalbau mit dreijochigem, polygonal geschlossenem Chor – unter Einbeziehung der Nordwand der romanischen Choranlage erbaut. Nach dem Umbau des Schiffes zum Wohnhaus nur an dessen Nordwand noch Strebepfeiler und Spitzbogenfenster. Der auffällig längere Chor bis auf die in ihrer Höhe reduzierte Nordwand und Reste der übrigen Umfassungsmauern beseitigt. An den erhaltenen Chorwänden halbrunde Gewölbedienste mit schmucklosen, stereometrischen Kapitellen; die Gewölbe verloren. Der kräftig profilierte Triumphbogen zugemauert. – Unter dem romanischen Chor und der gotischen Kirche gewaltige, tonnengewölbte
Keller, seit dem 16. Jh. als „Pröpelskeller“ bezeugt.
Ehem. Alter Friedhof (Bahnhofsstr. 17), jetzt Schulgelände. 1564 außerhalb der Stadtmauern angelegt und E. 19. Jh. geschlossen. Am Ort jetzt nur noch das Friedhofstor und ein Kanzeltürmchen. – Das 1580 erbaute und 1906 versetzte, urspr. noch mit zwei seitlichen Durchgängen versehene, rundbogige
Friedhofstor mit Pilastern, Zwickelreliefs mit Ranken und einer Attika mit Inschriften und figürlichen Reliefs (Engeln). Die einst zwischen den Inschriften angebrachten Reliefs der Kreuzigung, Auferstehung und Trinität verloren. Fünf Säulenarkaden, ein Rest des wahrscheinlich auch im 16. Jh. entstandenen sog. Bahrhauses, 1912 in die >>Wiedenkirche umgesetzt. – Das freistehende
Kanzeltürmchen, ein seltener Kanzeltyp, 1608 für Leichenpredigten errichtet. Auf seinem quadratischen Unterbau ein oktogonaler Aufsatz mit halbrunder, überdachter Kanzel und geschwungener Haube. Am Kanzelkorb derbes Relief mit Auferstehung Christi. Eckquaderung, unten in Werkstein, oben in Putz ausgeführt.
Ehem. Schloß Osterburg, jetzt Heimatmuseum und Gaststätte, z. T. ungenutzt. Im 12. Jh. als Stammsitz der Vögte von Weida erbaut. Seit 1427 vollständig in Besitz der Kurfürsten von Sachsen, die auf der Burg einen Amtmann einsetzten. 1536 der Umbau zum Renaissanceschloß durch Nikolaus Gromann begonnen – der erste nachweisbare Auftrag des nachmals führenden thüringischen Renaissancebaumeisters. Nach Brand 1633 vereinfachte Wiederherstellung 1647–70. Im Jahre 1879 Umwandlung des 1818 auf dem Schloß eingerichteten Kammergerichts in ein Amtsgericht mit Amts- bzw. Untersuchungsgefängnis, das bis 1949 bestand. Außerdem seit 1930 Heimatmuseum; 1951–85 Jugendherberge. Schrittweise Instandsetzung der Gesamtanlage seit 1982. Die Baugeschichte trotz zahlreicher Befunde nicht hinreichend geklärt. – In Südwest-Nordost-Richtung gestreckte, unregelmäßige Anlage mit Randbebauung auf einem steilen Bergrücken zwischen den Flüssen Weida und Auma. Urspr. von einem doppelten Mauerring und der >>Stadtmauer umgeben. Der steile, gedeckte Aufgang mit äußerem und innerem Burgtor und die Hauptgebäude auf der der Stadt zugewandten Seite. – An der Süd-westecke der 54 m hohe, runde
Bergfried mit breiterem, wohl aus dem 12. Jh. stammendem Unterbau und schmalerem Oberbau mit spitzem, achteckigem Steinhelm, der angeblich erst im 14. Jh. errichtet wurde. Der urspr. Zugang in ca. 12 m Höhe. Reste einer geometrischen Außenbemalung des 15. oder frühen 16. Jh. unter dem Dach des östl. anschließenden Alten Schlosses. – Das
Alte Schloß, ein im Kern wohl mittelalterlicher, dreigeschossiger Massivbau, hat wie das Neue Schloß nach 1536 einen prägenden Umbau erfahren. Aus dieser Zeit der Nordostgiebel und das Zwerchhaus mit geschweiftem Giebel an der Talseite. Im Erdgeschoß dreischiffige, dreijochige Pfeilerhalle mit Kreuzgratgewölbe; im ersten Obergeschoß restaurierte Balkendecke. – Das
Neue Schloß aus zwei romanischen Massivbauten gebildet, die beim Umbau im 16. Jh. mit einer neuen schlichten Fassade zusammengefaßt wurden. Die zahlreichen Zwerchhäuser des 16. Jh. nach dem Brand 1633 beseitigt. – Der nördl. Flügel ist vielleicht aus dem romanischen Palas der Osterburg hervorgegangen; dessen ehem. Hauptgeschoß durch fünf an der talseitigen Fassade etwa in Höhe des heutigen ersten Obergeschosses freigelegte Überfangbögen bezeichnet ist. – An der Hofseite ein vorgesetzter Treppenturm mit geschweifter Haube und Zugang über Freitreppe im ersten Obergeschoß. Das Turmportal mit reliefierter Rahmung (Eroten, Bildnismedaillons und Ranken). In Höhe des zweiten Obergeschosses Loggia mit hohen Arkaden auf drei spätromanischen Pfeilern, die wahrscheinlich aus dem Prämonstratenserstift >>Mildenfurth hierher versetzt wurden. Die Pfeiler besitzen gekehlte Seitenflächen, Ecksäulen und partiell stark verwitterte, skulptierte Kapitelle. – An der Hoffassade des Südflügels bei Renovierungsarbeiten 1983 mehrere mittelalterliche Tür- und Fensteröffnungen freigelegt: u. a. ein Säulenbiforium mit Ringband-Palmetten-Kapitell aus dem 4. V. 12. Jh. sowie ein romanisches und ein spätgotisches Portal mit Kragsturz, beide jetzt zugemauert. Aus dem 16. Jh. der hofseitige Vorbau mit rundbogigem Portal und Beschlagwerk. – Das Innere vielfach verändert. Im Turm steinerne Wendeltreppe zwischen erstem und zweitem Obergeschoß mit gewundener Treppenspindel. – An der Westseite des Burghofs die ehem. Remise mit Stallungen, im Kern aus dem 16. Jh.
Die in Bruchstein ausgeführte Stadtmauer ist in ihrer heutigen Gestalt wohl erst im Spätmittelalter entstanden. Sie umschloß bei zweimaliger Überquerung der Weida beide mittelalterlichen Stadtteile einschließlich der Osterburg. Gut erhalten sind die Mauer westl. und nördl. der Osterburg an der Alten Aumaer Straße mit zwei Turmstümpfen und einem Weichhaus, ein einzelner Turm an der Rothmühlstraße, der Mauerzug zwischen Geraer Straße und Weida entlang des „Pfeiferschen Gartens“ mit zwei Türmen und ein Mauerstück, das sich östl. der Stadtkirche bergaufwärts bis zur Wiedenstraße erstreckt. Sämtliche Türme mit rechteckigem Grundriß. Der runde „Pulverturm“ an der Greizer Straße erst in den 1920er Jahren abgebrochen.
Rathaus, jetzt auch Sparkasse (Neumarkt). Stattlicher Gebäudekomplex mit einheitlicher dreigeschossiger Fassade und marktseitigem Treppenturm, 1587–89 unter Verwendung älterer Bauteile errichtet. Das Dach nach Brand 1633 ohne die urspr. hohen Zwerchhäuser wiederhergestellt. Im 19. Jh. Errichtung des kurzen Westflügels; 1928/29 Erweiterung des Rathauses um den Nordflügel bei äußerlicher Angleichung an den Renaissancebau. 1969 Außenrenovierung. – Treppenturm mit zweigeschossigem Unterbau und hoch aufragendem, achteckigem Aufsatz, geschweifter Haube und Laterne; 1991 instandgesetzt. Am Ansatz des Oktogons überdachter Umgang. Im Erdgeschoß ein Sitznischenportal und zwei weitere Portale mit reicher Rahmung (Quaderung, Beschlagwerk und Gebälk) aus der Erbauungszeit. An der Fassade nördl. des Treppenturms in Höhe des ersten Obergeschosses das jetzt nicht mehr begehbare Portal zur ehem. Ratswaage. Die Kreuzgratgewölbe der ehem. Ratswaage und der im Hauptflügel benachbarten Räume 1904 erneuert bzw. neu eingesetzt. Der Waagbalken der alten Ratswaage jetzt in der sog. Vorhalle angebracht. Im zweiten Obergeschoß die Diele und die „Große Trinkstube“.
Ehem. Kornhaus, z. Zt. ungenutzt (Nonnenhof 22). Urspr. Kirche des Dominikanerinnenklosters St. Maria Magdalena, das wahrscheinlich von Heinrich VIII., Vogt von Weida, im 3. V. 13. Jh. gegründet wurde. Die Kirche nach mehreren Brandschäden A. 15. Jh. um- oder gar neu erbaut. 1532 das Kloster aufgehoben, 1560/61 die meisten Klostergebäude abgebrochen. Die Kirche erst Schulhaus, dann Getreidespeicher und zuletzt Wohnhaus. – Saalbau mit eingezogenem, flach geschlossenem Chor und Satteldach. Der Chor bei einem Umbau nach Osten verlängert (Mauerrücksprünge an Nord- und Südseite) und wahrscheinlich eingewölbt; die Chorstrebepfeiler später abgebrochen. Die Fassaden der Kirche stark verändert, nur an der Westseite und am Chor spitzbogige Fenstergewände erhalten. – Auf dem Gelände westl. der Kirche, dem ehem. Wirtschaftshof des Klosters, jetzt ein Krankenhaus. Südlich der Kirche die ehem.
„Kaplaney“ (Kaplaneygasse 4), ein in Teilen mittelalterlicher Massivbau.
Geraer Str. 30, ehem.
Woll- und Seidenweberei Pfeifer, jetzt verschiedenartige gewerbliche Nutzung. 1751 Umbau älterer Gebäude zu einer Dreiflügelanlage mit Textilmanufaktur, Lager,- Verkaufs- und Wohnräumen durch Johann Michael Daßler. Im 19. Jh. Ausbau zum Fabrikgelände unter Einbeziehung der angrenzenden Uferwiesen zwischen der ehem. Stadtmauer und der Weida. – Die Straßenfassade der zweigeschossigen Dreiflügelanlage des 18. Jh. mit 15 Fensterachsen, zwei axialsymmetrischen Risaliten mit Zwerchhäusern und seitlich versetzter Tordurchfahrt. Über dem Tor Scheitelstein mit sächsischem Wappen, Inschrift und Dat. 1720. – Im Erdgeschoß des Südflügels ehem. Lager- und Verkaufsräume mit Kreuzgratgewölben. Im Inneren noch einige Voutendecken und Türen des 18. und 19. Jh. Hervorzuheben die vierflügelige Barocktür im Erdgeschoß des Hauptflügels an der Geraer Straße.
Gräfenbrücker Str. 1
a,
Café Museum. Dreigeschossiger Eckbau mit Restaurant im Erdgeschoß, 1902 durch den Weidaer Baumeister Louis Funke als Sitz und Museum des ortsgeschichtlichen Vereins erbaut. Im ersten Obergeschoß Fensterbekrönungen mit imaginären Porträts Weidaer Vögte und Bildnissen anderer, auch zeitgenössischer Persönlichkeiten; alternierend Reliefs mit älteren Ansichten der Kirchen Weidas. Im Restaurant Stuckdecke (Geäst mit Bildnismedaillons) und Wandrelief mit alter Stadtansicht von Weida.
Eisenbahnviadukt Oschütztal (Bahnhofstraße). Eingleisiger Stahlpfeilerviadukt, 1883/84 nach Entwurf des Ingenieurs Krüger für die Königlich-Sächsische Staatseisenbahn errichtet (Länge 185 m, max. Höhe 28,80 m). 1984 stillgelegt.
Marktbrunnen aus gußeisernen Teilen in neugotischen Formen, 1851 errichtet.
Heimatmuseum auf Schloß Osterburg.

