WIESENSTEIG / Kath. Stadtpfarrkirche St. Cyriakus

Kath. Stadtpfarrkirche St. Cyriakus (ehem. Stiftskirche). 861 Gründung eines Benediktinerklosters, 1130 in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt. 1803 aufgehoben. Romanische Krypta in Resten erhalten. Vom gotischen Bau, 1466, stehen die Außenmauern und die markanten Westtürme (welsche Hauben, 1652). 1719 Chor von Christian Wiedemann erneuert, 1775–80 Umbau des Schiffes; geräumiges Langhaus mit Muldendecke über Wandpilastern, die durch Gurte ins Gewölbe verlängert werden. – Deckengemälde mit Legende des Kirchenpatrons von Johann Joseph Anton Huber, um 1778. – Chorstukkaturen zusammen mit den Stuckfiguren der vier Evangelisten und Kirchenväter sowie der prachtvolle Hochaltar von Melchior Paulus, 1719; Altarblatt mit Kreuzigungsdarstellung von Martin von Valkenborch, um 1580. Im Hochaltar ruht der 1719 aus Salzburg transferierte Leib der hl. Sabina. – Eigenhändige Arbeiten des aus Wiesensteig gebürtigen Johann Baptist Straub sind die vergoldete Gruppe des auf Wolken schwebenden hl. Johann Nepomuk im Josefsaltar, signiert und 1739 dat., und das Kruzifix vom ehem. Kreuzaltar, um 1775. – Nach Straubs Entwürfen von Joseph Streiter ausgeführt die Figuren der östlichen Nebenaltäre (Sakraments- und Marienaltar), der Michaelsaltar und die prachtvoll vergoldete Kanzel mit Predigtreliefs, um 1780. – Als eigenständige Werke Streiters gelten die großen Figuren des Josefsaltars und der Barbara-Altar samt Mittelteil. – Nebenaltarbilder: Hll. Drei Könige, die hll. Michael und Josef von Christian Winck, um 1780. – Bemerkenswert die Dotzburger Muttergottes, Ulmer Werkstatt in der Nachfolge Jörg Syrlins, um 1490. – Im reichen Kirchenschatz herausragendes Kreuzreliquiar mit Vierpaßenden, 1475.

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