WIMMELBURG / Ehem. Benediktiner-Klosterkirche St. Cyriacus
Ehem. Benediktiner-Klosterkirche St.
Cyriacus, heute ev. Kirche.
Von der ehem. kreuzförmigen Basilika über Hirsauer Grundriß mit fünf
Apsiden, um 1170, nur das Chorquadrat
mit Apsis, der zweijochige nördl. Nebenchor mit Apsis, die Vierung und –
als Ruine – der nördl. Querhausflügel erhalten. An letzterem noch
Ecklisenen mit Kantensäulen erkennbar. Die Hauptapsis, im Unterschied zu
den übrigen in Bruchstein ausgeführten Teilen, in Werkstein. Der südl.
Nebenchor in gotischer Zeit erneuert. Das Querschiff von Ecklisenen mit
Kantensäulen gerahmt, die Fenster mit steilen Gewänden glatt in die
Wandfläche eingeschnitten. Die Nebenapsis schlicht in Bruchstein, die
vollständig gequaderte Hauptapsis von wohlproportionierter Gliederung:
ein Gurtgesims kreuzt sich mit Lisenen, die in einem wellenförmigen
Bogenfries wie in >> Klostermansfeld und Wechselburg/Sachsen,
unter dem Kranzgesims enden.
Das Innere durch die starke Erhöhung des Fußbodens in seinen Proportionen gestört. Die
Kreuzpfeiler der Vierung wie auch die Eckpfeiler am Ansatz der
Hauptapsis sind mit Kantensäulen bereichert, die Würfelkapitelle oder
Kapitelle mit pflanzlichem Dekor tragen. Der gedrückte Apsisbogen
vermutlich im 17. Jh. erneuert, seine
Kämpfer mit vielgliedriger Profilierung, wogegen die Kämpfer der
Vierungspfeiler die umgekehrte attische Basis zeigen. Hauptchor und
Nebenchöre durch je zwei Arkaden unter einem Gesims verbunden. Die
Arkadenpfeiler mit Ecksäulchen zeigen Kapitell- und Kämpferschmuck in
der Art der Klosterkirche von Königslutter/Niedersachsen, wobei die
Südseite reicher behandelt ist. Trotz des geringen alten Bestands zeugen
die Reste noch von der einstigen Schönheit der ehem. Klosterkirche. –
Innen in der Vierung doppelgeschossige
Empore mit Orgel
des frühen 19. Jh.
Kanzelaltar
E. 17. Jh., der polygonale Kanzelkorb flankiert von
Weinlaubsäulen, Knorpelwerkwangen mit Engelsköpfchen; laternenförmiger
Schalldeckel.
Taufstein mit muschelförmiger von Engel
getragener Schale, 1700.
Spätgotisches
Relief im südl. Nebenchor. Von einem Sakramentshaus:
Christuskopf unter einem Kielbogen zwischen Spitzgiebeln, darüber zwei
Musikengel auf Konsolen. In der Nebenapsis Fragment eines romanischen
Kapitells von einer Langhaussäule mit reich verzierten
Schildflächen.

